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Einblick in die neue Spielzeit

Görlitz. Das Gerhart-Hauptmann-Theater stellte vergangene Woche sein Programm für die neue Spielzeit vor. 20 Premieren und sechst Philharmonisches Konzert unter neuer Leitung gehören 2018/19 zum Repertoire des Theaters.

Ob „Der Barbier von Sevilla“ oder „Der Zauberer von Oz“, „Die Schneekönigin“ oder „Cabaret“, „Wunderland“ oder „Aqua“ - Die neue Spielzeit bietet dem Theatergänger mit zahlreichen Premieren und Wiederaufnahmen beliebter Stücke jede Menge Futter und hält auch für Menschen, die erst noch Theaterfans werden wollen, Highlights bereit. „Wir sind sehr glücklich, dass wir die Rechte am ‚Vier Fäuste für ein Halleluja‘ bekommen haben“, sagt Schauspielintendantin Dorotty Szalma. Die Geschichte von Bud Spencer und Terence Hill wird im Sommertheater 2019 auf der Waldbühne in Jonsdorf gezeigt. Für Kinder gibt es mit „Ach du heiliger Bimbam!“ eine bunte Mischung aus internationalen Kinderliedern, bei denen sie in der Adventszeit im Zittauer Theater sowie in den Kindergärten und Schulen der Region fleißig mitsingen können.

Neue Lausitzer Philharmonie

Die Neue Lausitzer Philharmonie geht unter neuer Leitung in die kommende Spielzeit. Die neue Generalmusikdirektorin Ewa Strusinska freut sich auf die Arbeit in Görlitz. Im sinfonischen Bereich habe sie ein Programm mit großer Bandbreite zusammengestellt. „Einige Herzensangelegenheiten von mir sind darunter, so gleich mehrere polnische Komponisten. Das verstehe ich auch als eine Geste an meine polnischen Landsleute in der Hoffnung, sie mögen zahlreicher als bisher unsere Konzerte besuchen.“ Da Ewa Strusinska auch lange in Großbritannien lebte und arbeitete, widmet sich ein Konzert auch Werken aus England und Schottland. Insgesamt habe sie sich auf musikalische Vielfalt konzentriert und viele Solisten aus verschiedenen Ländern eingeladen. Das erste Philharmonische Konzert der neuen Saison, das am 8. September erstmals zu hören ist, steht unter dem Titel „Aufbrüche“.

Tanzcompany

Die Tanzcompany hat für 2018/19 zwei neue Stücke entwickelt. Ausgangspunkt für „Wovon man nicht sprechen kann“ ist ein Satz Ludwig Wittgensteins. „Wir behandeln darin die Frage, wie Menschen mit dem umgehen, über das man nicht sprechen kann“, erklärt Dan Pelleg, der die Tanzcompany zusammen mit Marko E. Weigert leitet. Manches könne durch Worte einfach nicht erfasst werden. Nicht etwa, weil man davor zurückschreckt etwas auszusprechen, von etwas überwältigt wird oder ehrfürchtig zögert. Es gebe Dinge, die sich einfach nicht in Worte fassen lassen, genauso wenig, wie man Duft durch einen Händedruck oder Klang durch ein Gemälde wiedergeben kann.

Das zweite neue Stück trägt den Titel „Wunderland – Wie nächtliche Schatten“ und befasst sich mit dem Übergang zwischen Fantasie und Wahnsinn. Der Titel ist dabei auch eine Anspielung an „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll. „Wir ziehen daraus Inspiration“ sagt Marko E. Weigert. Aber beide neuen Stücke seien Eigenentwicklungen, die kein anderes Werk bearbeiten.

Bei der Spielzeiteröffnung „Vorhang auf“ gibt’s am 2. September im Theater Görlitz und am 6. Oktober im Theater Zittau viele Ausschnitte aus den neuen Stücken zu erleben. Das Spielzeitheft steht unter www.g-h-t.de zum Download bereit.

Premieren am GHT in der Spielzeit 2018/2019

(Das Datum gibt jeweils die Premiere an, die Termine für weitere Vorstellungen finden Sie auf www.g-h-t.de.)

Musiktheater

„Das Glück kennt nur Minuten“

Ein Hildegard-Knef-Abend

15. September 2018

Hildegard Knef unternimmt eine Schiffsreise auf der »Queen Elisabeth 2« nach New York und erinnert sich dabei an ihr Leben. Sie begibt sich in Welten, denen sie mal charmant witzig, mal mit Berliner Schnauze begegnet, um darauf wieder launisch auf die Vergangenheit zu schauen und dabei festzustellen, dass hinter jeder Knef eine neue Welt steckt. Sie erinnert sich an die Höhepunkte ihrer Karriere und spricht offen und ehrlich über ihre Liebe zu Deutschland, ihre Karriere am Broadway, die Geburt ihrer Tochter, ihre Krebserkrankung sowie ihre Erfolge und Misserfolge. Dabei begegnen ihr viele liebgewordene Chansons, die weit mehr sagen können, als alle Worte und Erinnerungen.

Dazu Generalintendant Klaus Arauner: Gleich zu Beginn der Spielzeit schlüpft Yvonne Reich in die Rolle der Hildegard Knef und blickt auf deren Leben und Werk zurück. Sie setzt mit dieser Inszenierung unseren Zyklus der Kammerabende über große Sängerinnen des 20. Jahrhunderts fort, „Marlene“ und „Zarah 47“ waren die Vorgängerproduktionen. Yvonne Reich ist es auch, die in Andrew Lloyd Webbers „Sunset Boulevard“ jene Stummfilm-Darstellerin am Ende ihrer Karriere verkörpert, die nur durch gefälschte Verehrerbriefe im seelischen Gleichgewicht gehalten wird.

„Eine Nacht in Venedig“

Operette von Johann Strauß

29. September 2018

„Alle maskiert, alle maskiert, wo Spaß, wo Tollheit und Lust regiert.“ Einmal im Jahr feiern die Venezianer ausgelassen den Karneval – und einmal im Jahr besucht der Herzog von Urbino die Lagunenstadt, um das heitere Treiben zu genießen und auch manche zarte Bande zu knüpfen. Sein Leibbarbier entführt in seinem Auftrag die Gondel der jungen Gattin eines alten Senators. Die hatte jedoch zuvor mit einem Fischermädchen Platz und Kleider getauscht, um sich selbst in den Karneval zu stürzen. Nichtsahnend liefert der falsche Gondoliere seinem Herrn also die eigene Freundin aus.

„Der Barbier von Sevilla“

Komische Oper von Gioachino Rossini

17. November 2018

Graf Almaviva will Rosina, Mündel des Dr. Bartolo, für sich erobern. Dabei soll ihm Figaro, der Barbier von Sevilla, behilflich sein. Der Graf gibt sich Rosina gegenüber als mittelloser Student Lindoro aus, dennoch erwidert das Mädchen seine Gefühle. Dr. Bartolo, der das junge Ding mitsamt ihrem Vermögen allerdings lieber für sich behalten will, durchschaut und durchkreuzt Figaros Intrigen. Dabei wird er unterstützt von seinem Busenfreund Don Basilio, dem Musiklehrer Rosinas. Nach zahlreichen Verwicklungen gibt es natürlich ein „lieto fine“, die glückliche Vereinigung des jungen Paares.

„Liebesgrüße aus Muskau“

Lieder über Liebe und das Geheimnis der schönsten Sache der Welt

7. Februar 2019

Wieder ist Archivar und Regionalforscher Strubbel einer Sensation auf der Spur. Hermann Fürst von Pückler-Muskau, extravaganter Abenteurer, Weltreisender und Gartenkünstler, war auch ein großer Frauenheld seiner Zeit. Eine Vielzahl von Geschichten rund um Liebe und Verführung durchzieht sein Leben wie ein roter Faden. Einmal soll der Fürst gar die Scheidung von seiner Frau Lucie inszeniert haben, um durch eine weitere Heirat in England eine Mitgift zur ­Deckung ­seiner Schulden zu erlangen. Und danach mit beiden Frauen in einer „Ehe zu Dritt“ zu leben. Ganz zu schweigen von der geheimnisumwitterten Beziehung zu Machbuba.

„Sunset Boulevard“

Musical, Musik von Andrew Lloyd Webber, Buch und Gesangstexte von Don Black und Christopher Hampton

30. März 2019

Der junge Hollywood-Autor Joe Gillis erzählt rückblickend, wie es zu seinem tragisch frühen Tod kam. Er schildert die schicksalhafte Begegnung mit der alternden, exzentrischen ehemaligen Stummfilm-Diva Norma Desmond, die sich seit Jahren der Realität verweigert und sich in ihrer Villa am berühmten Sunset Boulevard ihre eigene Scheinwelt aufgebaut hat. Ihre Illusionen werden von ihrem Kammerdiener genährt. Allerdings ist ihre Persönlichkeit noch immer so charismatisch, dass der junge Mann von der deutlich älteren Frau fasziniert ist und ihr ernsthaft zu ­einem spektakulären Comeback in einem Tonfilm verhelfen will. Er beginnt sogar eine verhängnisvolle Affäre mit ihr. Als Norma Desmond am Ende endlich begreift, dass weder in der Traumfabrik Hollywood noch im Herzen von Joe Platz für sie ist, greift sie zum Äußersten.

„Fidelio“

Oper von Ludwig van Beethoven

11. Mai 2019

Ein Mann ist dabei, die Untaten eines Mächtigen aufzudecken und verschwindet plötzlich spurlos. Seine frau versucht alles, um ihn wiederzufinden. Sie geht sogar als Mann verkleidet in das Gefängnis, in welchem sie ihn vermutet. Ihre Rolle als Gehilfe „Fidelio“ spielt sie so gut, dass der kerkermeister sie sogar mit seiner Tochter verheiraten will. Als der Gefängnisgouverneur von der besvorstehenden Inspektionsreise des neuen Minsiters erfährt, will er den von ihm inhaftierten Gegner umbringen, doch „Fidelio“ durchkreuzt im letzten Moment seinen Plan. Das Gute triumphiert über das Böse, denn: „Die Liebe wird’s erreichen!“. So soll es sein!

„Die Dreigroschenoper“

Sommertheater im Stadthallengarten Görlitz, Ein Stück mit Musik von Bertolt Brecht und Kurt Weill

22. Juni 2019

Polly Peachum bandelt mit dem berüchtigten Räuber ­Macheath, besser bekannt als Mackie Messer, an. Das wäre an sich kein Problem, wäre sie nicht ausgerechnet die Tochter des »Bettlerkönigs« von London, Jonathan ­Jeremiah Peachum. Und da diesem der neue Schwiegersohn überhaupt nicht zusagt, verwundert es nicht, dass er ihm recht bald nach der Hochzeit die Polizei auf den Hals hetzt. Aber Macheath ist auf alle Eventualitäten vorbereitet: Der Polizeichef Tiger Brown ist ein alter Freund und die Huren der Stadt gewähren ihm jederzeit Unterschlupf. Doch hat er dummerweise auch noch etwas mit Lucy laufen, der Tochter Browns. Kann er den Kopf noch einmal aus der Schlinge ziehen?

Konzerte der Neuen Lausitzer Philharmonie

1. Philharmonisches Konzert

„Aufbrüche“

8. September 2018

Dazu die neue Generalmusikdirektorin Ewa Strusinska: Mit einem starken Schlag eröffnen wir die Sinfoniesaison 2018/19. Es erklingt die mächtige 4. Sinfonie von Piotr Czajkowski, in der sich die letzte Vitalität und Lebensfreude dem feindseligen, unerbittlichen Motiv des Schicksals entgegenstellt. Bevor die legendäre Kräfte Gut und Böse auf der Bühne aufeinanderprallen, wird dem Publikum Beethovens mitreißendes und triumphales Werk dargeboten – die Leonore Overtüre Nr. 3, die ebenso traditionell zwischen dem ersten und zweiten Akt der Oper Fidelio, einer meiner ersten Aufführungen im GHT, aufgeführt wird. Ergänzt wird das Abendprogramm durch Karol Szymanowskis Meisterwerk – das Zweite Violinenkonzert – das ursprünglich am Volkstanzmusikstil podhalanischer Geiger anknüpft.

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 op. 72b

Karol Szymanowski (1882–1937)
Konzert für Violine Nr. 2 op. 61

Peter Tschaikowski (1840–1893)
Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

Piotr Pawner, Violine
GMD Ewa Strusinska, Dirigentin
Neue Lausitzer Philharmonie

2. Philharmonisches Konzert

„Rufe aus Nah und Fern“

19. Oktober 2018

Dazu die neue Generalmusikdirektorin Ewa Strusinska: Der zweite Zyklus der Sinfoniekonzerte basiert auf dem Kontrastprinzip. Während die zeitlose und mit ihrer Schönheit bezaubernde, elegante und stellenweise amüsant ungenierte Musik von Mozart den ersten Teil des Konzertes bildet, wird ihr die unserem Publikum weniger bekannte Sinfonie des großen finnischen Komponisten Jean Sibelius im zweiten Teil gegenübergestellt. Die zweite Sinfonie stellt sein prachtvolles und außerordentlichstes Werk dar, das mit seiner Lyrik. Kontrastpunkten, plötzlichem Stimmungswandel und gewaltigen Höhepunkten begeistert.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Sinfonie D-Dur nach der Posthorn-Serenade
KV 320 (Sätze 1, 5 und 7)

Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 Es-Dur KV 417

Jean Sibelius (1865–1957)
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Tillmann Höfs, Horn
Ulrich Kern, Dirigent
Neue Lausitzer Philharmonie

3. Philharmonisches Konzert

„Weihnachtliches zum neuen Jahr“

 4. Januar 2019

Stanislaw Moniuszko (1819–1872)
Bajka (Märchen), Fantasieouvertüre

Nikolai Rimski-Korsakow (1844–1908)
Weihnachts-Suite
(aus der Oper »Die Nacht vor Weihnachten«)

Witold Lutosawski (1913–1994)
Chantefleurs et chantefables für Sopran und Orchester

Peter Tschaikowski (1840–1893)
Suite Nr. 1 aus dem Ballett »Der Nussknacker« op. 71a

Agata Zubel, Sopran
GMD Ewa Strusinska, Dirigentin
Neue Lausitzer Philharmonie

4. Philharmonisches Konzert

„Interregio: Klingendes Dreiländereck“

8. Februar 2019

Dazu die neue Generalmusikdirektorin Ewa Strusinska: Das Interregio-Programm möchte den Zuhörern die Schönheit der Musik dreier Nationen zeigen, die sich die Grenzen fast in direkter Nachbarschaft zum Orchester teilen. Es macht auf die vereinende Kraft der Kunst und die Vielseitigkeit von Sprache aufmerksam, die Musik ist. Im Mittelpunkt steht Antonin Dvoraks 7. Sinfonie – monumental, düster, voller dramatischer Ausdruckskraft assoziiert mit den sinfonischen Werken von Brahms und Beethoven. Mit dem Klavierkonzert werden wir den 200. Geburtstag von Clara Schumann feiern. Abgerundet wird das Programm durch zwei Kompositionen polnischer Komponisten – das Opus Magnum von Grazyna Bacewicz „Streichkonzert“ sowie Fryderyk Chopins berühmte Polonaise Es-Dur.

Grazyna Bacewicz (1909–1969)
Konzert für Streichorchester

Clara Schumann (1819–1896)
Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 7

Fryderyk Chopin (1810–1849)
Grande polonaise brillante précédée d’un
Andante spianato, G-Dur und Es-Dur op. 22

Antonín Dvorák (1841–1904)
Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

Ana-Marija Markovina, Klavier
GMD Ewa Strusinska, Dirigentin
Neue Lausitzer Philharmonie

5. Philharmonisches Konzert

„All Scottish!“

9. März 2019

Peter Maxwell Davies (1934–2016)
An Orkney Wedding, with Sunrise

William Walton (1902–1983)
Violakonzert

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)
Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 »Schottische«

Felix Schwartz, Viola
Gunther Haußknecht, Dudelsack
GMD Ewa Strusi?ska, Dirigentin
Neue Lausitzer Philharmonie

6. Philharmonisches Konzert

„K. u. K.: Esterházy – Siebenbürgen – Wien“

Joseph Haydn (1732 – 1809)
Sinfonie Nr. 96 D-Dur »The Miracle« (»Das Wunder«)

György Ligeti (1923 – 2006)
Concert românesc

Johannes Brahms (1833 – 1897)
Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 83

Martina Filjak, Klavier
Marc Niemann, Dirigent
Neue Lausitzer Philharmonie

Schauspiel

„Der Neurosen-Kavalier“

Eine Psycho-Komödie in vier Sitzungen von Gunther Beth und Alan Cooper

13. Oktober 2018 

Es ist Vorweihnachtszeit und Warenhausdieb Felix Bollmann flüchtet sich nach seinem erfolgreichen Überfall auf ein bekanntes Kaufhaus ausgerechnet in die Psychotherapie-Praxis von Dr. Otto. Wie der Zufall es will, hat Dr. Otto gerade seinen Urlaub angetreten und seine sehr blonde Sprechstundenhilfe Fräulein Engel wartet bereits ungeduldig auf dessen Vertretung Dr. de Witt. Um der ­Polizei längerfristig zu entkommen, lässt Bollmann Fräulein ­Engel gerne in dem Glauben, er sei der Vertretungsarzt und schon hat er seine erste Patientin auf der Couch ­liegen. Mit gesundem Menschenverstand, Einfühlungsvermögen und ungewöhnlichen Methoden feiert er bei seinen ­Patienten bald triumphale Erfolge.

„Quartett“

Schauspiel von Heiner Müller

27. Oktober 2018

In seinem wohl meistgespielten Stück schickt Heiner ­Müller die beiden Freidenker Marquise de Merteuil und ihren einstigen Liebhaber Vicomte de Valmont in einen Kampf der Geschlechter. Die Marquise trägt Valmont auf, ihre jungfräuliche Nichte zu verführen. Doch Valmont ist gerade mächtig verliebt in Madame Tourvel. Zwischen den beiden ehemaligen Geliebten entsteht ein ­faszinierendes Wortgefecht und ein lustvolles Machtspiel ­zwischen ­einer Frau und einem Mann, in dem Sexualität zur Waffe wird und die Rollen auch mal wechseln können.

„Die Schneekönigin“

Märchen ab 5 Jahren nach Hans Christian Andersen

24. November 2018

Als ihr Freund Kay spurlos verschwindet, begibt sich ­Gerda auf eine abenteuerliche und gefahrvolle Reise, um ihn zu suchen. Dabei begegnet sie den wunderlichsten Gestalten, doch keine von ihnen kann ihr sagen, wo sich Kay befindet. Immer wieder wird sie aufgehalten, sei es in einem verwunschenen Zaubergarten, als Gast in einem königlichen Schloss oder durch Räuber, in deren Hände sie fällt. Doch geführt von den vielen neuen Freunden, die sie trifft, findet sie schließlich den Weg zum eisigen Palast der Schneekönigin unter dem ewig kalten Nordlicht – denn ausgerechnet in ihre Fänge soll der arme Kay geraten sein!

„Ach du heiliger Bimbam!“

Kinderlieder zum Mitsingen, ab 3 Jahren

2. Dezember 2018

Singen verbindet – und das auch über Landes- und Sprachgrenzen hinweg! Nachdem sie bereits mit dem Berggeist auf der Bühne gestanden haben, machen sich unsere ­Gäste aus Deutschland, Tschechien und Polen nun auf den Weg in die Kindergärten, um gemeinsam mit ­unseren ­jungen Zuschauern Weihnachtslieder und auch viele weitere Kinderlieder aus ihren Heimatländern zu ­singen. Doch wie feiert man Weihnachten ­eigentlich in anderen Ländern? Und was für Lieder singt man etwa in ­Spanien oder Schweden?

Eine bunte Mischung aus internationalen Kinderliedern erwartet die Kinder in der Adventszeit im Zittauer Theater sowie in den Kindergärten und Schulen der Region. Und nach Weihnachten? Keine Sorge, auch da haben wir noch genügend Lieder im Gepäck, um gemeinsam mit unserem jungen Publikum weiterzusingen!

Die mobile Produktion kann bei Bianca Strohbach unter b.strohbach@g-h-t.de oder 03583/770515 angefragt und gebucht werden.

Die mobile Produktion wird gefördert, innerhalb des Projektes »Internationale Theaterkooperation J-O-S im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien«, durch die Europäische Union und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Kooperationsprogramm des Freistaates Sachsen und der Tschechischen Republik »Ahoj sousede. Hallo Nachbar. Interreg V A / 2014 – 2020«.

„Revanche“

Kriminalstück von Anthony Shaffer

19. Januar 2019

Der erfolgreiche Krimiautor Andrew Wyke lädt Milo ­Tindle, den Liebhaber seiner Frau Marguerite, in sein ­Landhaus, um große Pläne zu besprechen. Denn Milo möchte ­Marguerite heiraten, was Andrew sehr gelegen kommt, da er seinerseits ebenfalls eine Geliebte hat. Doch eine Scheidung könnte ihn teuer zu stehen kommen und Milo ist auch nicht sonderlich liquide. Seine zukünftige Frau genießt allerdings einen ausschweifenden Lebensstil. ­Daher schlägt der Krimiautor einen fingierten Einbruch vor, bei dem Milo Marguerites Schmuck stehlen soll, um ihn zu verkaufen. Andrew hingegen kassiert dafür die Versicherungssumme. Eine Win-Win-Situation. Doch bei Ausführung des Plans verschwindet Milo spurlos...

„Auf hoher See“

Farce von Slawomir Mrozek

16. Februar 2019

Mitten in den Weiten des Ozeans treibt ein kleines Boot, in das sich drei Überlebende einer Schiffskatastrophe ­gerettet haben. Doch an Proviant mangelt es erheblich, und so beschließen die drei Männer, dass einer von ihnen sich opfern muss, um das Überleben der anderen zu sichern. Doch wem gebührt diese Ehre? Ist der Dicke nicht viel zu wichtig für die Welt, um sein Leben auf diese Weise zu lassen? Ist der Schmächtige nicht eigentlich sowieso überflüssig? Und auf welcher Seite wird der Mittlere bei der anstehenden Kannibalen-Abstimmung wohl stehen?

„Der kleine Horrorladen“

Musical, Musik von Alan Menken, Buch und Liedertexte von Howard Ashman

2. März 2019

Seymour Krelborn verbringt sein tristes Leben in einem heruntergekommenen Blumengeschäft in einem nicht minder heruntergekommenen Viertel von New York. Nur die heimliche Liebe zu seiner Arbeitskollegin Audrey muntert ihn auf – und natürlich seine Leidenschaft für Pflanzen aller Art. Doch was er da vor kurzem auf dem Blumenmarkt aufgetrieben hat, stellt selbst ihn vor ein Rätsel: eine neue Spezies, liebevoll »Audrey Zwei« getauft, die mit nichts vergleichbar ist. So ein Naturwunder bleibt natürlich nicht lange unentdeckt und so brummt der Laden plötzlich und Scharen von Schaulustigen sind gierig, die Pflanze zu ­sehen. Apropos Gier: Zu Seymours Pech stellt sich heraus, dass sich Audrey Zwei nicht von Dünger ernährt – sondern von Blut. Und schon bald gibt sie sich nicht mehr mit Tierblut zufrieden…

„Die Räuber“

Schauspiel von Friedrich Schiller, Sommertheater im Klosterhof Zittau

11. Mai 2019

Graf Maximilian Moor hat zwei Söhne, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Sein erstgeborener Sohn Karl ist grundsätzlich ein feiner Kerl, aber auch ein Lebemann, der gerne mal Schulden macht. Bei seinem Studium in Leipzig genießt er das Leben in vollen Zügen. Sein Bruder Franz ist berechnend und hinterlistig und fühlt sich vom Vater seit jeher ungeliebt. Er umwirbt die Braut seines Bruders Karl, räumt diesen durch Intrigen aus dem Weg und will seinen Vater stürzen, um an die gräfliche Macht und das Erbe zu gelangen. Durch einen gefälschten Brief bewirkt er, dass Maximilian seinen Erstgeborenen enterbt. Als Karl in Leipzig davon erfährt, ist er derart verletzt und verzweifelt, dass er mit seinen Kommilitonen beschließt, eine Räuberbande zu gründen, um ein Zeichen zu setzen. Während Karl Geld erbeutet, um damit Gutes zu tun und es Bedürftigen weiterzugeben, geht es der Bande rund um seinen Freund Spiegelberg jedoch nur um Gewaltexzesse.

„Vier Fäuste für ein Halleluja“

Bühnenstück nach dem gleichnamigen Film mit Bud Spencer und Terence Hill, Sommertheater auf der Waldbühne Jonsdorf

29. Juni 2019

Die ungleichen Brüder Bambi und Trinity versuchen ihr Glück mehr schlecht als recht als Pferdediebe und Gauner. Als sie über die fiesen Machenschaften des waschechten Verbrechers Parker stolpern, müssen sie sich jedoch zusammenreißen. Gemeinsam stellen sie sich ihrem Gegner und seiner Bande entgegen, um nicht nur die unbescholtenen Siedler, sondern gleich auch noch eine komplette christliche Mission zu beschützen. Und dabei drücken sie auch schon mal ein Auge zu, wenn die eine oder andere Faust fliegt…

Neue Stücke für das Schauspiel

In der Spielzeit 2018/19 fanden gleich zwei Autoren im Rahmen eines Writer-in-Residence-Projektes ihren Weg ins Dreiländereck, um für das GHT neue Stücke zu schreiben. Der Cottbuser Daniel Ratthei widmet sein Theaterstück dem TheaterJugendClub und der trinationalen J-O-S Jugend, während der Frankfurter Autor Sascha Hargesheimer gleich drei verschiedene Srücke schreibt, die zeitgleich an den Theatern Jelenia Góra, Liberec und Zittau zur Aufführung kommen und dabei miteinander verschränkt werden.

In den vergangenen Monaten haben sich beide Autoren in Zittau und der Umgebung umgesehen, haben mit vielen Menschen gesprochen und mannigfaltige Eindrücke gesammelt, die sie in ihre Werke einfließen ließen. Entstanden sind zwei Stücke, die die Mentalität, die Geschichte, die Atmosphäre und das Zusammenleben im dreiländereck auf eindrückliche Art und weise widerspiegeln.

„The Walking Z (Arbeitstitel)“

Jugendstück für den TheaterJugendClub Zittau von Daniel Ratthei

23. März 2019

„Der Kommissar verschwindet (Arbeitstitel)“

Kriminalstück von Sascha Hargesheimer

12. April

Tanz

„Wunderland – Wie n ächtliche Schatten“

Tanzstück von Dan Pelleg und Marko E. Weigert

26. Januar 2019

Ein berühmtes Zitat von Albert Einstein besagt: „Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. Fantasie aber umfasst die ganze Welt“. Wenn unsere Fantasie in Wirklichkeit doch nicht grenzenlos ist, ist das vielleicht unwichtig, da wir genau das, was wir uns gar nicht vorstellen können, eben nicht vorstellen können…

In jedem Falle aber bleibt im Bereich des Vorstellbaren eine vorstellbare Unendlichkeit von dem, was unsere Fantasie erreichen könnte: Dort, wo wir uns kaum Grenzen vorstellen können, finden wir die ultimative Freiheit, und losgelöst davon, was sich mit Worten vermitteln lässt, kann uns durch diese Freiheit nun gerade der Tanz in besonders exotische Reiche der Fantasie führen und verführen.

Diese Freiheit birgt aber auch die Gefahr, dass man sich in der Unendlichkeit der Fantasie verirrt, oder dass sich die Grenzen zwischen Fantasie und Realität nicht mehr erkennen lassen. Dies trifft nicht nur diejenigen, die wir als Wahnsinnige bezeichnen, sondern auch jeden von uns in der Banalität des Alltags: das Gedächtnis spielt uns oft einen Streich, unsere Sinne täuschen uns, oder die Überzeugung, etwas sei so und nicht anders, ist so stark, dass wir die Wahrheit nicht erkennen können. 
 
 „Wovon man nicht sprechen kann“

Tanzstück von Dan Pelleg und Marko E. Weigert

1. Juni 2019

Was genau meinte Ludwig Wittgenstein, als er den ­siebten und letzten Abschnitt seines Tractatus logico-philosophicus schrieb: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“?

Nach unserer Lesart wird hier ein Mangel der menschlichen Sprache entlarvt: Manches kann durch Worte einfach nicht erfasst werden. Nicht etwa, weil man davor zurückschreckt etwas auszusprechen, von etwas überwältigt wird oder ehrfürchtig zögert, nein. Es gibt Dinge, die sich einfach nicht in Worte fassen lassen, genauso wenig, wie man Duft durch einen Händedruck oder Klang durch ein Gemälde wiedergeben kann.

Jetzt denken Sie bestimmt: „Moment mal, von einem Duft, einem Händedruck oder einem Klang kann man doch sehr wohl sprechen!“ Gewiss. Aber die jeweilige Essenz ­dieser Dinge offenbart sich ausschließlich unseren Sinnen. Die Sprache kann sich ihnen durch Beschreibungen und ­Vergleiche mit Worten lediglich annähern, sie allerdings nie wahrhaft enthüllen.

Somit bleibt uns, wenn wir diese Dinge wirklich erfahren wollen, nichts anderes übrig, als das Sprechen aufzugeben und uns unseren Sinnen hinzugeben.

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