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Corona im Landkreis Görlitz: Landrat fordert Bettenpauschale

Görlitz. Angesichts der steigenden Zahl an Corona-Patienten in den Krankenhäusern fordert Landrat Bernd Lange eine Rückkehr zur Bettenpauschale. Im Kreis sollen kleinere Impfzentren eingerichtet werden.

Die Inzidenzen steigen, die Krankenhausbetten füllen sich mit Corona-Patienten. Im Landkreis Görlitz sind es heute (10. November) 133 Menschen, die sich mit bestätigter Corona-Infektion in medizinischer Behandlung befinden, 13 davon liegen auf der Intensivstation. Damit haben sich die Zahlen in den vergangenen 14 Tagen bei den Patienten auf Normalstation verdoppelt, auf der Intensivstation verdreifacht.

Die Kapazitäten werden also wieder knapp. Derzeit gibt es die Bettenpauschale aber nicht. Mit ihr wurden Krankenhäuser dafür entschädigt, dass sie Intensivbetten für Corona-Patienten vorhalten. Genau diese Pauschale fordert der Landrat jetzt wieder. „Unsere Kapazitäten bis zur Vorwarnstufe sind aufgebraucht. Wir erwarten vom Freistaat, die Bettenpauschale wieder bereitzustellen, damit wir bei den Kapazitäten steuern können“, sagt Landrat Bernd Lange. Man habe sich diese Pauschale schon vergangenes Jahr erkämpfen müssen und wolle das dieses Jahr nicht wieder tun müssen. Deswegen werde er auch heute noch mit seiner Forderung an Sozialministerin Petra Köpping herantreten.

Es gibt immer wieder Diskussionen um den Impfstatus, da auch Geimpfte nach Corona-Infektion im Krankenhaus landen, wird die Wirksamkeit von einigen in Zweifel gezogen. Dazu Sozialdezernentin Martina Weber: „In den letzten sechs Monaten hatten wir im Landkreis Görlitz keinen geimpften Patienten auf der Intensivstation.“ Auf der Normalstation sind aktuell 60 geimpfte Patienten (53 sind nicht oder unvollständig geimpft, bei sieben ist der Status unklar). „Das sind Patienten mit Vorerkrankungen, beispielsweise einer Krebserkrankung“, so Weber.

Keine Schließung der Heime

Von den Pflegeeinrichtungen des Kreises sind aktuell elf betroffen. Bei insgesamt 44 Bewohnern wurde eine Infektion nachgewiesen. Beim Personal sei die Zahl in etwa gleich hoch. Man erlebe eine deutliche Veränderung. Vergangenes Jahr infizierten sich zum überwiegenden Teil Bewohner, jetzt ist auch das Pflegepersonal stark betroffen. Pflegeeinrichtungen schließen wolle man (ebenso wie Kitas und Schulen) aber nicht. „Vergangenes Jahr war das Ausbruchsgeschehen diffuser“, sagt Martina Weber. Man habe die Tests ausgeweitet und sich mit den Einrichtungen intensiv abgestimmt, so dass sich Ausbrüche jetzt viel besser lokalisieren ließen. Außerdem seien die Krankheitsverläufe in den Heimen jetzt oft mild oder asymptomatisch, weil viele Bewohner geimpft sind.

Die Kreisverwaltung machte auch deutlich, wie hoch die Belastung durch Corona sei. 150 Mitarbeiter seien täglich nur mit diesem Thema beschäftigt. Allein mit der Kontaktnachverfolgung habe man stark zu kämpfen. „Wir haben da in den letzten Wochen eine kleine Bugwelle vor uns hergeschoben“, so der Landrat. Inzwischen habe man das aber abgearbeitet. Trotzdem hofft man auf Hilfe von außen. Ein Amtshilfegesuch an den Freistaat wurde allerdings abgelehnt. Auch Soldaten sind aktuell nicht zur Unterstützung im Einsatz. Und das, obwohl mit dem Asylgeschehen und ASP noch weitere Themen die Verwaltung fordern. „Bei der letzten Welle hatten wir fast 100 Leute, die von außen unterstützt haben“, so die Sozialdezernentin. Diese Hilfe brauche man wieder. Deswegen wolle man beispielsweise auch mit Polizeihochschule und Hochschule das Gespräch suchen und schauen, ob die unterstützen können.

Beim Thema Impfen ist der Landkreis gerade dabei, feste Impfstandorte einzurichten. Diese Mini-Impfzentren soll es in Weißwasser, Löbau, Görlitz und Zittau geben. Die Gespräche mit dem DRK und den Städten laufen aktuell. In zwei Wochen könnten die neuen Impfzentren an den Start gehen. Wie viele Menschen im Landkreis geimpft sind, dazu gibt es noch keine genauen Zahlen.

Kontrollen der vom Freistaat beschlossenen 2G-Regel wird es auch im Landkreis Görlitz geben. Dazu sollen voraussichtlich drei Teams besetzt werden. Der Landkreis beteiligt sich hier personell, die Leitung soll aber die Landespolizei übernehmen.  

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