Grit Büttner

Zimmis Einwurf

Dresden. Die WochenKurier-Kolumne von Gert Zimmermann

Blankes Entsetzen in Dresden. Das Urteil des DFB-Sportgerichts kannten zwar die meisten schon aus der Gerüchteküche, aber die wenigsten glaubten an das Schlimmste. Raus aus dem DFB-Pokal. Und tschüß. Niedersachsens Innenminister begrüßte das sofort, war begeistert. Weil doch die Fans von Dynamo Dresden alle schon immer aufgefallen sind, seit es Dynamo gibt. Dresdens Geschäftsführer Christian Müller dagegen war fassungslos. Der Mann, der aus Köln kommt, bezeichnet die Strafe als drakonisch. Er weiß aber noch nicht, ob es Sinn macht, in Berufung zu gehen.

Dresdens Fußball-Idol "Dixie" Dörner spricht von einem Schicksalstag. Er kennt Dynamos Fußballfamilie seit Jahren und schüttelt nur den Kopf über die Strategie des DFB, alle Anhänger in schwarz-gelb in Sippenhaft zu nehmen. Der Imageschaden sei nicht in Geld aufzuwerten. Zumal das mit der Nichtteilnahme ohnehin ausbleibt. Damit greift der DFB gleichzeitig in das Wirtschaften von Dynamo ein. Deshalb kam vom Chefankläger Nachreiner aus Bayern auch das Sonderangebot, den Ausschluss gegen zwei Geisterspiele in der laufenden Meisterschaft der 2. Liga umzuwandeln.

Welcher Trainer wird da wohl jubeln, wenn er im Abstiegskampf mit seiner Elf ohne Unterstützung auf den Rasen laufen soll? Aber die bösen, vor allem jungen Menschen sind ja ohnehin das Problem. Die will ja keiner mehr in den so schönen Stadien unseres Landes. Deshalb wird der 12.12.12 wahrscheinlich zum nächsten Schicksalstag. Diesmal des deutschen Fußballs, denn der hat sich gefälligst nach der Politik zu richten. Und die hatte ihre Innenminister ins schöne Traditionshotel nach Warnemünde, ins "Neptun", geschickt. Als die Volksvertreter dem Himmel nah in der Skybar auf ihre Erfolge anstoßen wollten, waberte dichter Nebel über die träge vor sich hin plätschernde Ostsee. Von Dänemark her. Pyrotechnikeinsatz, logisch. Na klar!

Die Seenotrettungsmittel für untergehende Kähne, erhältlich für jeden Bootsbesitzer, sind genau die Stäbe, die 2.000 Grad heiß werden und für starke Rauchentwicklung sorgen. Übrigens auch erhältlich dank diverser Bestellungen im Internet. Ach was! Und wie wäre es jetzt mit einem Verbot oder dem Schild an der Kasse, bitte nur einen pyrotechnischen Gegenstand entnehmen. Wir von Rostock bis Aue würden uns richtig kaputtlachen. Aber in Wirklichkeit ist das alles so was von gesetzlich traurig.

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