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Vorbereitet auf zweite Welle

Dresden. Welche Auswirkungen hatte Corona auf unsere Krankenhäuser, finanziell wie personell? Wie gut sind sie auf eine mögliche zweite Welle vorbereitet? Antworten kommen vom Uniklinikum Dresden.

Wie gut ist das Uniklinikum Dresden bisher durch die Corona-Zeit gekommen?

Es ist uns gelungen, die mit der Covid-19-Pandemie verbundenen Herausforderungen mit großem Erfolg zu meistern. So brauchte es weniger als eine Woche, um Anfang März auf dem Campus der Hochschulmedizin die erste Corona-Ambulanz Ostsachsens zu etablieren. Nahezu parallel entstanden funktionierende Strukturen eines Belegungsmanagements für alle 35 Krankenhäuser in der Region. Außerdem wurde die »Krankenhaus-Leitstelle Dresden/Ostsachsen« etabliert und Angebote der digitalen Medizin in Form von Patienten-SMS und Videosprechstunden forciert. In der Versorgung schwerstkranker Covid-19-Patienten standen die ärztlich und pflegerisch Tätigen vor der Herausforderung eines weitestgehend unbekannten Krankheitsbildes. Das Dresdner Uniklinikum nutzte seine Expertise und sein weltweites Netzwerk von Fachkollegen, um sich notwendiges Wissen zu erschließen und eigene Erfahrungen zu teilen. Deshalb ließen sich in der Krankenversorgung frühzeitig neue Therapieoptionen nutzen, etwa bei der Gabe des antiviralen Medikaments Remdesivir, bei innovativen Beatmungsverfahren oder Blutplasmaspenden genesener Covid-19-Patienten.

Wie viele andere OPs mussten in der Hoch-Zeit von Corona im März/April verschoben werden? Was bedeutet das finanziell?

Bestimmte Eingriffe wie bei Tumoren oder Herzerkrankungen wurden im  März und April verschoben, wenn es den Patienten zuzumuten war. Dringend nötige OPs wurden natürlich vorgenommen. Genaue Zahlen dazu hat das Uniklinikum nicht erhoben.

Welche Probleme/Herausforderungen gab es für das Uniklinikum?

Die Teams der Dresdner Hochschulmedizin haben die Herausforderungen der Krise gut gemeistert, obgleich einige der Themen und auch die damit einhergehenden Dimensionen auf den ersten Blick unvorstellbar erschienen. Das gilt insbesondere für die Bereiche Einkauf, Informationstechnologie und Logistik. Regelhaft im Klinikbetrieb verwendete Verbrauchsmaterialien wie Schutzausrüstungen waren plötzlich nur noch schwer oder zu deutlich überhöhten Preisen verfügbar oder es galt, einzelne Ambulanzen und Stationen neu aufzubauen beziehungsweise umzuwidmen.

Wie gut ist das UK auf eine mögliche zweite Welle vorbereitet?

Es wäre der falsche Weg, die Erfolge aus dem Frühjahr 2020 als eine Episode in der noch relativ jungen Geschichte von Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät abzuschließen und in den alltäglichen Arbeitsmodus zurückzukehren. Antizipierendes Denken und Handeln müssen weiterhin alle Aktivitäten begleiten. Die Chancen, dass dies Früchte trägt, sind heute größer denn je: Die Bewältigung der Covid-19-Krise hat nicht nur die Belegschaft der Hochschulmedizin Dresden noch enger zusammengeschweißt.

Auch die Bindungen zu den anderen Krankenhäusern der Region sowie zur Staatsregierung sind so intensiv und verbindlich wie nie zuvor. Dies gilt es nachhaltig zu sichern.

Covid-19 in Fallzahlen

  • Bis 31. August wurden im Uniklinikum Dresden 40 Patienten mit Covid-19 stationär versorgt, davon 13 auf der Intensivstation
  • Die höchste Zahl von Patienten, die wegen Covid-19 stationär behandelt werden mussten, lag bei 142 am 9. April (verteilt auf 36 Kliniken in Sachsen), die meisten Intensivpatienten gab es am 29. April mit 42 Fällen (ebenfalls verteilt auf alle 36 Krankenhäuser)
  • Die Uniklinik kann kurzfristig 44 ITS-Betten für beatmungspflichtige Patienten und 60 Betten auf zwei gesonderten Stationen bereitstellen

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