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Von Valencia nach Gorbitz

Dresden. Die Nachfrage nach Fachkräften in der Altenpflege ist enorm, die Zahl unbesetzter Arbeitsplätze hoch. Eine Möglichkeit: Arbeitskräfte aus dem Ausland. So wie Maria (28) aus Spanien, die den Beruf hier lernt.

Haare grünblau wie die einer Meerjungfrau im Trickfilm – das ist das erste, was an Maria auffällt. Ansonsten unterscheidet sich die junge Frau in ihrem gelben Kittel nicht von ihren Kollegen im ASB-Pflegeheim am Leutewitzer Ring in Gorbitz. Nur wenn sie spricht hört man es noch: Maria ist nicht von hier.

Die 28-Jährige kommt aus dem spanischen Valencia. Nach der Schule hat sie dort Altenpflegerin gelernt – mit der Aussicht, danach entweder keine Arbeit oder nur eine ziemlich schlecht bezahlte Stelle zu bekommen.

Deutsch pauken und dann Neustart

Als sie hörte, dass in deutschen Heimen Azubis gut entlohnt werden und nach der Ausbildung feste Arbeitsverträge und (für spanische Verhältnisse) tolle Gehälter warten, zögerte Maria nicht lange. Sie bewarb sich über das »Mobi pro«-Projekt der Euroschulen und wurde angenommen. Was für sie zunächst hieß, parallel zu den letzten Ausbildungsmonaten in Spanien täglich intensiv Deutsch lernen. »Das war anstrengend. Acht Stunden Schule und fünf Stunden Deutsch, jeden Tag«, erinnert sich Maria.

Doch sie schaffte es, hielt durch. Kam im Juni 2016 hier an – und begann von vorn. Denn die Ausbildung zur Altenpflegerin in Spanien unterscheidet sich schon sehr von der in Deutschland. Doch das wusste Maria, als sie ihren Ausbildungsvertrag bei der ASB Dresden&Kamenz GmbH unterschrieb.

Bald geschafft: Dann heißt es ankommen

Heute, drei Jahre später, ist es nicht mehr weit bis zum anerkannten Berufsabschluss. Nur noch wenige Monate, dann hat Maria es geschafft.

Dann wird sie sich als erstes ein kleines Auto besorgen. Denn noch verlässt sie morgens 4.30 Uhr ihre WG in Coswig, um per Bus, S-Bahn und Tram zum Pflegeheim am Leutewitzer Ring in Gorbitz zu gelangen. Eine Anreise, die für viele deutsche Azubis eine Zumutung wäre...

Was Maria vermisst – neben der spanischen Wärme und ihrer Familie – ist der gewohnte Trubel nach der Arbeit. Wenn sich Verwandte, Bekannte und Nachbarn treffen, auf der Straße vorm Haus oder in Cafés. »Nach Hause gehen« ist hier eben etwas ganz anderes als in Valencia. Doch Maria hat Freunde gefunden, eine kleine spanische Community, darunter viele spanische Studenten, die über das Erasmus-Programm nach Deutschland kamen.

Die Arbeit im ASB-Pflegeheim gefällt ihr sehr gut. »Die Maria, die ist prima«, bestätigt Helga Hoffmann, die bald 83 Jahre alt wird. Ob sie die junge Frau gut versteht? »Nu, sie spricht doch gut Deutsch«, meint Frau Hoffmann und die Spanierin lacht und weiß längst, was dieses sächsische »Nu« bedeutet. Auch wenn sie dieses Wörtchen garantiert nicht im Deutschkurs in Valencia gelernt hat. Aber Maria ist eben auf dem besten Weg, hier wirklich anzukommen.

ASB bildet aus

* ASB Dresden&Kamenz bildet Altenpfleger/innen in dualer Ausbildung, Erzieher/innen berufsbegleitend sowie als Praxispartner in der schulischen Ausbildung aus

* Bewerbungen jederzeit möglich unter www.samariter-inside.de, per Mail oder postalisch

* Azubi-Vergütung: 870, 950, 1.000 Euro (pro Lehrjar)

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