Carola Pönisch

Straßenzustand: Dieses Auto findet jeden Riss

Dresden. Dieses Spezialfahrzeug sieht alles: Ausgestattet mit hochpräziser Mess- und Abbildungstechnik ist aktuell auf Dresdens Straßen unterwegs. Bis November untersucht es akribisch den Zustand der Straßen. Aus den Ergebnissen wird ein "Erhaltungsmanagement" erarbeitet.

Das Fahrzeug ist ausgestattet mit einem Laserscanner, Mess-Sensoren, zwei hochauflösenden Kameras am Heck und einem hochgenauen Kreiselsystem, das präzise Lageinformationen zu den aufgenommenen Messwerten liefert.

Neben offenkundigen Straßenschäden wie Schlaglöchern, Spurrinnen oder Buckeln können auch nur schwer erkennbare Unstimmigkeiten in der Längs- und Querebenheit der Straßenoberfläche sowie Risse ab einer Breite von 0,5 Millimeter erfasst und bewertet werden. .«Damit lässt sich sogar abschätzen, wie sich der Zustand einer Straße in Zukunft verändern wird, die Schlagloch-Entstehung kann quasi vorhergesagt werden«, erklärt Simone Prüfer, Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes.

Auf Basis der ermittelten Zustandsdaten soll im nächsten Schritt ein gezieltes Erhaltungsmanagement erstellt werden. Das Straßen- und Tiefbauamt kann damit präzise festlegen, welche Straßen wann repariert oder grundhaft ausgebaut werden müssen.

Die Befahrung der Straßen mit dem Spezialfahrzeug startet sofort und wird, solange es die Witterung zulässt, bis November fortgesetzt. Die dann noch nicht erfassten Straßen werden im Frühjahr 2022 befahren. Beauftragt ist das Ingenieurbüro Lehmann + Partner GmbH. Die Kameras auf dem Messfahrzeug richten sich nur auf die Straße. Alle erfassten Daten dienen ausschließlich der Ermittlung des Straßenzustandes, alle eventuellen personenbezogene Datenwerden unkenntlich gemacht.

Die aktuelle Messung umfasst 1.830 Kilometer und kostet 312.000 Euro. Insgesamt besteht Dresdens Straßennetz aus 3.590 Straßen, Wegen und Plätzen mit 12.816 Straßenabschnitten. Der Zustand des Dresdner Straennetzes wurde zuletzt 2015 so umfangreich ermittelt.

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