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Sponsoren als Gehhilfen wichtiger denn je

Schmidtis ZEITLUPE

Dresden. Die WochenKurier-Kolumne von Thomas Schmidt

Sportlich läuft‘s, doch finanziell gehen Dresdens Sport-Vereine auf dem Zahnfleisch. Für alle sind die Zuschauer-Einnahmen ein wichtiges Standbein und deshalb hinken sie wegen der Corona-Beschränkungen – aktuell dürfen maximal 1.000 Fans in Stadien und Sporthallen – derzeit mächtig durch die Ligen.

Umso wichtiger sind die Sponsoren-Gelder und die flossen und fließen in den meisten Fällen weiter, obwohl viele der häufig langjährigen Partner selbst mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen haben.

Zum Beispiel die Freiberger Brauerei. Im Frühjahr sanken die Erträge aus dem Restaurant- und Event-Geschäft von 100 auf null Prozent, wurden viele Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Trotzdem hielten die Brauer bei Elbflorenz-Handballern und Eislöwen zur Stange, verlängerten den Hauptsponsor-Vertrag bei den Galoppern in Seidnitz sogar um weitere drei Jahre bis 2023. Und all das, obwohl es quasi keine oder nur eingeschränkte Gegenleistungen wie Zuschauer- und Medien-Präsenz oder den eingeplanten Getränke-Konsum bei den Sport-Veranstaltungen gab.

Eine Untertützung in die andere Richtung gab es jetzt bei Dynamo. Stephan Müller, früherer  Juniorenspieler bei den Schwarz-Gelben und danach langjähriger Sponsor, verstarb im Alter von 66 Jahren. Sein letzter Wille: Beisetzung in einer Dynamo-Urne. Die kostet mehr als 600 Euro. Die Dynamo-Oldies, die viele Jahre in Müllers Restaurant Kleppereck ihren Stammtisch abhielten, sammelten dafür Geld und der Verein verdoppelte die Summe.

Podcast: Nach der Wochenend-Analyse gibt‘s diesmal eine Ostderby-Zugabe nach der Englischen Woche.

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