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Pflege bezahlen können

Dresden. Die Sachsen werden immer älter – und somit auch pflegebedürftiger. Rund 200.000 betrifft es bereits. Da drei von vier Pflegebedürftigen von Angehörigen gepflegt werden, steigt auch die Zahl derer, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Ob man einen Platz in einem Pflegeheim in der Nähe findet, ob man sich einen Heimplatz leisten kann, die eigene Wohnung umgebaut werden muss, welche Leistungen Pflegedienste anbieten und woher die vielen Pflegekräfte kommen sollen, die gebraucht werden - das alles sind Fragen, die viele Menschen in Sachsen umtreiben. Barbara Klepsch, Sachsens Pflegeministerin, hat eine klare Antwort: "Die Pflege in unserem Land muss für alle bezahlbar sein." Und sie muss eine hohe Qualität haben, deshalb werden die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte ebenso wie ihre Bezahlung verbessert, eine Imagekampagne soll zudem die Wertschätzung für den Beruf erhöhen.

Pflegepaket für Sachsen: Darum geht es

Erst kürzlich hat Barbara Klepsch das Pflegepaket für Sachsen vorgestellt, das zehn Kernpunkte vorsieht. So sollen mit einem Landesinvestitionsprogramm u.a. die Eigenanteile Pflegebedürftiger an den Investitionskosten begrenzt und Investitionen in der ambulanten und stationären Pflege gefördert werden. Sachsen will dazu in Abstimmung mit dem Bund ein Pflegewohngeld einführen.

Ein weiterer Kernpunkt: Fachkräfte finden und binden. Deshalb soll zum Beispiel der Führerscheinerwerb für Auszubildende und Pflegekräfte in der ambulanten Pflege finanziell gefördert werden. Ebenso wichtig: Ambulante Pflegekräfte sollen ihre Zeit bei den Pflegebedürftigen verbringen, nicht mit Parkplatzsuche. Das sei ein Problem, das ihr vielfach zugetragen wurde. "Also müssen wir versuchen, das Parken zu erleichtern", sagt die Ministerin. Dafür braucht sie die Kommunen. Sie sollen die rechtliche Möglichkeit erhalten, Parkerleichterungen für ambulante Pflegedienste zu schaffen. Außerdem setzt sich Sachsen intensiv für einen einheitlichen Tarifvertrag aller Pflegekräfte beim Bund ein. "All diese Initiativen haben ein Ziel: Im Sinne der Bedürftigen die Pflege nicht nur sicherzustellen, sondern auch die Qualität zu verbessern", so Klepsch.

Darüber hinaus soll für die pflegenden Angehörigen ein Landesnetzwerk aufgebaut werden, damit sich Angehörige besser beraten, unterstützen und austauschen können.

Pflege in Sachsen: Hintergrund und Zahlen

* Die Zahl der Pflegebedürftigen ist zwischen 2005 und 2015 um 39 Prozent auf 166.792 angestiegen, 2017 lag sie bei rund 204.000

* Ende 2017 arbeiteten sachsenweit 68.085 Pflegekräfte bei 1.121 Pflegediensten und in 970 Pflegeheimen

* Die Mehrzahl der Pflegenden sind Frauen: 87,4% im ambulanten, 82,7% im stationären Bereich

* Die Zahl der Nachbarschaftshelfer im Pflegebereich stieg allein zwischen 2015 und 2018 von 529 auf nunmehr 1.552.

* Mehr Infos: www.pflegenetz.sachsen.de

4. Dresdner Pflegemesse

* 31. August /1. September in der Messe Dresden, jeweils 10 bis 17 Uhr

* Höhepunkte: Samstag, 12 Uhr, »Pflegetalk«, Sonntag, 14 Uhr, Verleihung der »Pflegesterne« (mit dem Gesangsduo Sarah Fügemann & Michael Heinemann)

* www.pflegemesse-dresden.de

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