Katja Starke

Neujahrsansprache 2013

Dresden. Ministerpräsident Stanislaw Tillich spricht über aktuelle Probleme

"Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Sachsen,

 ein neues Jahr beginnt ? und ein für Sachsen gutes Jahr 2012 ist zu Ende gegangen.

 Ich hoffe jedenfalls, dass auch Sie es so erlebt haben.

Schauen wir jetzt aus dem Fenster, sehen wir draußen viele Schwibbbögen leuchten. Die Lichterbögen stehen für die erzgebirgische Tradition, die von der Sehnsucht der Bergleute nach Licht erzählt. Auch haben die Kerzenlichter den Bergleuten den Weg nach Hause gewiesen.

 Ich denke: Sehnsucht und die Suche nach Orientierung begleiten auch unsere Gedanken, wenn wir uns zum Jahreswechsel fragen:

Was hat uns das vergangene Jahr gebracht? Und was kommt im neuen Jahr?

 Im vergangenen Jahr konnte ich bei meinen Begegnungen mit Ihnen spüren:

 Wir sind das ?Land der Möglichkeiten'. Es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich immer wieder aufs Neue Sachsen treffe, ob alt oder jung, die vor Ideen und Einsatzfreude nur so sprudeln.

 Besonders begeistern mich unsere Jugendlichen. Sie wollen aus ihrem Leben etwas machen. Hier - in ihrer Heimat.

Unser Bildungssystem ist gut, die Universitäten und Ausbildungsmöglichkeiten sind spitze. Anders als früher finden junge Menschen heute bei uns attraktive Arbeitsplätze.

 Und die jungen Menschen gründen Familien. Kinder werden geboren. Daraus spricht Zuversicht: für die Familien und für unser Land.

 Gemeinsam - sächsische Kommunen und Freistaat - wollen wir erreichen, dass ausreichend Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung stehen.

 In den Schulen werden wir dafür sorgen, dass der Generationenwechsel gelingt und wir ausreichend junge Lehrer gewinnen.

 Noch nie gab es in Sachsen ein so breites und so vielfältiges ehrenamtliches Engagement. Es macht uns reicher, wenn Sportfreunde, Gleichgesinnte, Alt und Jung füreinander da sind. Jedes Jahr darf ich Menschen für diese Arbeit auszeichnen.

Dabei beeindruckt mich, dass sie trotz Familie und Beruf in zwei oder drei Ehrenämtern ihre Erfüllung finden und damit anderen Hilfe und Unterstützung geben.

 Liebe Mitbürger,

 Sie haben im vergangenen Jahr viel erreicht. Deshalb sind wir in Sachsen wieder ein gutes Stück vorangekommen.

Bei meinen Gesprächen spüre ich aber auch die Verunsicherung, die viele umtreibt.

 Klappt die Energiewende? Wie geht es weiter mit der europäischen Schuldenkrise?

 Für Sachsen lautet die Antwort: Wir haben einen guten Energiemix. Wir nutzen unsere heimische Braunkohle und sichern damit Arbeitsplätze.

 Und für Sachsen gilt weiterhin: Solides Haushalten und keine neuen Schulden. Das ist beispielhaft in Europa und in Deutschland.  Wir tun das aber nicht zum Selbstzweck. Denn statt Zinsen zu zahlen für die Schulden der Vergangenheit, haben wir uns Gestaltungsspielräume erhalten, um heute und in Zukunft auch denen zu helfen, die auf unsere Unterstützung angewiesen sind.

 Ich denke: Wir dürfen auf das gemeinsam Erreichte stolz sein. Unsere Erfolge sprechen sich herum. Auch 2012 kamen wieder mehr Menschen nach Sachsen, als von hier weggegangen sind.

Der Grund dafür ist: Wir Sachsen sind kreativ, weltoffen und tolerant.

 Dazu gehört aber auch, dass wir den Neonazis entschlossen entgegentreten. In den Köpfen und Herzen muss klar sein: Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit haben in Sachsen keinen Platz!

 Ein Verbot der NPD - wie es der Bundesrat auf den Weg gebracht hat - ist ein weiterer wichtiger Schritt, damit die NPD nicht länger aus Steuergeldern mitfinanziert werden muss!

 Liebe Mitbürger,

 Stundenausfall, Ärzteversorgung und das Leben auf dem Land: Das sind nur einige Stichworte für die Aufgaben, derer wir uns annehmen werden.

 So können wir auch 2013 gemeinsam dafür Sorge tragen, dass uns Sachsen eine gute Heimat ist.

 Dafür wünsche ich Ihnen und uns allen: Gesundheit, Kraft und Gottes Segen - und dass es für Sie persönlich ein gutes Jahr 2013 wird."

 

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