Robert Pohl

Mit dem Herrn der Steine auf Spurensuche

Dresden. Von außen wirkt die Ruine der Zionskirche in der Dresdner Südvorstadt nicht spektakulär, doch der Eindruck täuscht.

Es liegt Spannung und Neugier in der Luft, als sich die Türen der ehemaligen Zionskirche öffnen. Sie ist ein Zeugnis für die Zerstörung der Stadt, im äußeren Erscheinungsbild wie auch im Innern. Im Februar 1945 wurde die alte Zionskirche durch Brandbomben zerstört. Eine mit Schusslöchern durchsiebte Eisenfigur direkt am Eingang zum Depot erinnert mahnend an diese Zeiten.

Heute finden sich der Ruine geschichtsträchtige Objekte aus Stein, Metall und Holz. Sie wurden in den Trümmern des Krieges gefunden oder später beim Abriss von alten Gebäuden gesichert, um sie der Nachwelt zu erhalten.

Von über 7.000 eingelagerten Objekten sind bereits mehr als 5.000 in einer Datenbank kategorisiert worden. Matthias Hübner ist Herr des Hauses. Er kennt sich mit den vom Verfall gezeichneten Steinen, Skulpturen und Holztüren bestens aus. 1.000 Besucher schauen jährlich bei ihm vorbei. "Es macht Spaß, den Leuten die Geschichte der Stadt hier näher zu bringen", sagt er.

Für ihn ist es als Dresdner eine Auszeichnung, aktiv am Wiederaufbau und der Wiederherstellung historischer Details mitzuwirken. Durch aufwendige Recherchen konnten viele Objekte bereits an ihren einstigen Herkunftsort zurückkehren, doch fehlende Aufzeichnungen lassen es nicht immer zu. Tausende Skulpturen und Fragmente warten seit Jahren auf ihren Bestimmungsort. Sie sollen irgendwann an geeigneten öffentlichen Orten aufpoliert wieder zugänglich und sichtbar werden.

 

Im Bild: Matthias Hübner, Mitarbeiter beim Denkmalschutz, ist seit drei Jahren für die Erfassung und Dokumentation der Objekte im Lapidarium verantwortlich. Fotos: Pohl

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Seepferdchen im Sommerferienkurs

Dresden. Normalerweise steht auf dem Stundenplan von Sachsens Zweitklässlern Schwimmunterricht. Vom Beckenrand ins Wasser springen, 25 Meter schwimmen und einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser holen, dann haben die Sieben- bis Achtjährigen das Seepferdchen geschafft.Doch in diesen Schuljahr kam coronabedingt alles anders. Auf Schulschließung und Homeschooling folgte für die Grundschüler seit Mitte Mai nur noch Mathe-, Deutsch- und Sachkundeunterricht.  Stadtrat beschließt Sommerprogramm Weil nicht nur Schwimmunterricht ausfiel, sondern auch in vielen anderen Fächern vieles offen blieb, stellte die SPD-Fraktion im Stadtrat am 25. Juni den Antrag,  kurzfristig 100.000 Euro für die Organisation eines kommunalen Ferienkursprogramm bereitzustellen. Neben kostenlosen Schwimmkursen finden in diesen Tagen auch Kurse in Technik, Medien, Kunst und Musik statt.Erwartungsgemäß groß war die Nachfrage nach den Plätzen für die Seepferdchenkurse. 48 Kinder konnten insgesamt neun Stunden im Schwimmhallenkomplex Freiberger Straße trainieren, rund 30 weitere Kinder wurden an die BallsportArena verwiesen, wo ebenfalls Schwimmkurse stattfinden. Bildungsbürgermeister Jan Donhauser kündigte an, dass für die ehemaligen Zweitklässler in den kommenden Herbst- und Winterferien noch mal solche Kurse angeboten werden. Denn den ausgefallenen Unterricht kann diese Klassenstufe im neuen Schuljahr nicht   nachholen, da bereits die nächsten Seepferdchenanwärter buchstäblich am Beckenrand stehen und die Kapazitäten an Schwimmhallen und -lehrern auf keinen Fall größer werden. Zu viele Kinder können nicht schwimmen Sebastian Halgasch, früher Leistungsschwimmer und Jugendeuropameister, ist Schwimmlehrer am Schulzentrum in Klotzsche und hat gemeinsam mit weiteren vier Lehrern die Ferienkinder  betreut. Er weiß, wie wichtig das Schulschwimmen für die Kinder ist. »Von rund 1.200 Schülern können 500 zu Beginn der 2. Klasse nicht schwimmen«, sagt er. Die Tendenz sei steigend. Zwar bieten viele Kitas bereits Kurse für Fünf- und Sechsjährige an, doch nicht alle Eltern oder Alleinerziehende können es sich leisten, 14 Kurseinheiten zu je 45 Minuten für 285 Euro zu bezahlen.Normalerweise steht auf dem Stundenplan von Sachsens Zweitklässlern Schwimmunterricht. Vom Beckenrand ins Wasser springen, 25 Meter schwimmen und einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser holen, dann haben die Sieben- bis Achtjährigen das…

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