Katja Starke

"Frau Oberbürgermeisterin! Wann öffnen Sie den Fernsehturm?"

Dresden. Dresdner Ferienkinder fühlen OB Helma Orosz eine Stunde lang gehörig auf den Zahn

Sechszehn neugierige Augenpaare hingen wie gebannt an den Lippen von Helma Orosz: Dresdens Oberbürgermeisterin hatte geladen, um den Ferienkinder Einblick in ihre Arbeit zu geben.

Steuergelder für Wahlplakate, Mindestlohn, Hochwasser ? wer bei der OB-Audienz der Ferienkinder leichte Kost erwartet hatte, wurde eines besseren belehrt. "Ist es schwer, Oberbürgermeisterin zu werden?" wollte Markus wissen. "Nun ja", schmunzelt die OB. "Einfach ist es nicht." Und dann erklärte sie den Kindern, wie der Weg an die Stadtspitze funktioniert.

 

Später reihten sich  Fragen wie "Warum ist auf dem Rathausturm ein Mann ? und keine Frau?", "Essen Sie gern Pfefferkuchen?" (Antwort: Ja, am liebsten Pulsnitzer), "Welche Partei wird die nächste Wahl gewinnen?" (Antwort: Alles, was wir jetzt denken, ist spekulativ) oder  "Was macht Ihnen als OB am meisten Spaß?" nach anfänglicher Schüchternheit der Kinder aneinander.

Bei ein paar Fragen fühlten die Acht- bis 14-Jährigen der Oberbürgermeisterin gehörig auf den Zahn: "Wann wird eigentlich der Fernsehturm eröffnet?" Wollte Pascal wissen. "Vielleicht gar nicht", so die Antwort der OB. "Unser Schwerpunkt liegt auf dem Neubau von Kindertagesstätten und Schulen. Zudem haben wir mit dem Umbau des Kulturpalasts und dem Kraftwerk Mitte weitere große Bauprojekte am Start. Alles auf einmal geht nicht."

Eher genervt zeigte sie sich bei der Nachfrage, wann denn die Königsbrücker Straße endlich fertig wird: "Ich fand den letzten Beschluss richtig. Wir reden ja immerhin schon seit 15 Jahren darüber und haben über eine Millionen Euro für Planungen ausgegeben. Das halte ich für ein Problem."

Knapp fiel die Antwort der OB auf die Frage aus, ob die Stadt denn Dynamo Dresden unterstützt. "Ja. Und zwar in Größenordnungen."

                         Katja Starke

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