Grit Büttner

Fernsehturm Dresden ? Klick für Klick näher ans Ziel

Dresden. Mit einer Petition an MP Tillich will der Förderverein Fernsehturm Dresden weiter Druck machen für den Turm

11.642 Unterschriften kamen 2014 für eine Petition für den "Langen Kerl" zusammen, jetzt will der Verein bis 5. Mai noch einmal 16.000 Befürworter aktivieren. Dieses Mal geht die Petition an Sachsens Ministerpräsidenten und unterschreiben können auch Umland-Bewohner.

Er "lebt" noch. Aber er ist nicht mehr lebendig. In seinem Inneren sind noch Geräusche zu vernehmen. Doch das zählt nicht. Denn das leise Summen und Klicken ist nichts gegen das Geplapper der Großen und Lachen der Kinder, die dem Turm einst Leben einhauchten ? als der Aufzug für drei Ostmark nach oben glitt und seine sonntagsfeine Fracht entließ, als man endlich seinen Eisbecher Schnatterinchen bekam und zum Abschluss noch staunend auf der Plattform stand und ins Land schaute. Kurz gesagt: Als es einfach dazu gehörte, mindestens einmal im Jahr auf den Fernsehturm zu fahren und man diese Dresdner Attraktion gern auch der Verwandtschaft präsentierte.

Doch das ist lange her. Aus dem volkseigenen Spargel wurde Bundesvermögen, dann Bundespost-, später Telekom-Eigentum. 1991 kam das Aus für den Turmtourismus. Nur die Dresdner haben ihn nicht vergessen. Zumindest nicht jene 11.642, die im vergangenen Jahr eine Petition für eine öffentliche Nutzung unterschrieben. Und erst recht nicht die, die seit 2004 im Verein Fernsehturm Dresden agieren, allen voran Gründungsmitglied Eberhard Mittag. Der sich aber nicht mit der Unterschriftenaktion nebst medialer Aufmerksamkeit 2014 zufrieden gibt, sondern sagt: "Wir müssen weitermachen, Druck aufbauen, sonst ändert sich nichts."

 

Denn bisher gibt es zwar Stadtratsbeschlüsse (2008 und 2014), eine öffentliche Nutzung zu befürworten. Doch das heißt nicht, dass die Stadt Geld hat, um Voraussetzungen für eine Turmnutzung zu schaffen. Und eine Fernsehturm-Stiftung wird es nach dem Willen der Stadträte nicht geben. Ob es acht, zehn oder zwölf Millionen Euro sind, die gebraucht werden ? auch da fehlen belastbare Fakten. Fakt ist nur, dass die Telekom diese Summe nicht bereithält.

Die Stiftungsidee indes hat der kürzlich neu gewählte Vorstand längst nicht beiseite gelegt. Im Gegenteil: "Wir haben ein Stiftungsmodell entwickelt, legen es aber vorerst auf Eis", so Eberhard Mittag. Wichtiger für den Verein ist es, jetzt als gemeinnützig anerkannt zu werden. Und für die zweite Petition, die dieses Mal an Sachsens Landesvater gerichtet ist und bis 5. Mai 2015 läuft, 16.000 Unterschriften zu bekommen. Fast 6.000 Befürworter haben ihre Zustimmung bereits gezeichnet.

Zur Zeit arbeitet der Verein an der Idee eines "Televersums", eines Freizeitparkes am Fuße des Fernsehturms mit Gastronomie und populärwissenschaftlichem Museum. Mit Kabarettist Uwe Steimle und Wolle Förster hat der Turm zudem prominente Unterstützer. Mindestens drei weitere könnten dazu kommen, denn immerhin steht im Juni eine OB-Wahl an und was läge näher für die Kandidaten, das Thema zu nutzen. Zumal Dresden ja auch den Hut in den Ring wirft als "Europäische Kulturhauptstadt 2025"....

Das Beste wäre natürlich, am 7. Oktober 2019 auf den runden 50. des Langen hoch oben mit Sekt anzustoßen. Ganz besonders für Eberhard Mittag, der an diesem Tag auch Geburtstag feiert. Carola Pönisch

Wer wie Turm-Unterstützer Uwe Steimle wieder da hoch hinauf will, sollte die >> Petition << unterzeichnen. Foto: Pönisch

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