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Eggerts Ostwind – Verschlafener Tag

Der 1. Januar 1989 war ein Sonntag. Wer ins neue Jahr gefeiert hatte und ein wenig später als sonst aus dem Bett stieg, der blickte in einen trüben Vormittag. In Dresden ebenso wie in Bremen: Das deutsch-deutsche Wetter war ziemlich mies.

Auch sonst ereignete sich nichts, was an diesem Sonntag zu überbordender Aktivität hätte führen müssen. Sicher, in der Bundesrepublik Deutschland galten seit Mitternacht neue Steuerregelungen. Doch wer macht an einem Neujahrstag seine Steuererklärung... Und sicher: In der Deutschen Demokratischen Republik traten neue Bestimmungen für West-Reisen in Kraft. Sie ermöglichten mehr Verwandtenbesuche. Allein: Der Antragsslalom bei »Vorliegen« einschlägiger Gründe, Hochzeiten etwa oder Begräbnisse, konnte erst am Montag gestartet werden.

Der 1. Januar 1989 war also ein ziemlich verschlafener Tag. Wer ahnte schon, dass ihm ein Jahr folgen würde, von dem heute gesagt wird, es sei ein weltgeschichtliches gewesen, eines, das das Leben hierzulande wie kein anderes seit 1945 tief gewandelt hat. Vielleicht denken Sie daran, wenn Sie am Dienstag, dem 1. Januar 2019, etwas später als sonst aus dem Bett steigen. Für‘s dann folgende neue Jahr jedenfalls sei Ihnen schon jetzt alles erdenklich Gute gewünscht.

Ihr Hans Eggert

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Schmiederoboter und Ziegenherde

Großenhain. Seit 124 Jahren arbeitet die Großenhainer Schmiede mit harter Handarbeit als Manufaktur  für Kleinserien, Einzelstücke und Spezialschmiedeteile für Kunden in der ganzen Welt. Jetzt soll die Wende eingeläutet werden: Vor fast vier Jahren hat Wolfgang Pradella als Geschäftsführer die Geschicke der Schmiede übernommen und die Modernisierung begonnen. Fast 3 Millionen Euro hat er bereits in Umgestaltungen, neue Einrichtung und Sanierungen investiert. Weitere 3,2 Millionen sollen in den kommenden Monaten folgen, wenn unter anderem hochspezialisierte Robotertechnik im Betrieb installiert wird. »Nachhaltigkeit und Entwicklung gehen bei uns Hand in Hand. Denn gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit kommt es darauf an, Herstellungsprozesse stetig zu optimieren, aber vor allem auch in Einklang mit Natur und Umwelt zu bringen. So sind wir dabei, Lösungen zu entwickeln, die unsere Prozesse effizienter und leistungsstärker gestalten, die aber zugleich die Ressourcen schonen, den Energieverbrauch senken und den Menschen nachhaltig nützen, ohne der Umwelt zu schaden«, erklärt der Geschäftsführer. Der Umbau Vor diesem Hintergrund unterzieht sich der Betrieb in Kürze der freiwilligen Umweltzertifizierung ISO 14001 und schafft moderne Maschinen an, die künftig die körperlich schwere Arbeit übernehmen werden. »Wir wollen so bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter schaffen, Energieressourcen schonen, drohende Zusatzsteuern abwenden und Emissionen weiter abbauen«, fügt er an. So soll künftig für die Aufbereitung von einer Tonne Stahl nur noch die Hälfte der ursprünglich benötigten Energie eingesetzt werden müssen, auch mit der Anschaffung eines Hydropneumatischen Hammers will man 30 Prozent Energie sparen. Zusätzlich bekommt der Schmiedehammer eine Schallschutzeinhausung für weniger Lärmbelastung. Aber die bedeutenste Anschaffung wird die Installation von sechs großen Titanrobotern im Schmiedebetrieb sein. »Es war mein fester Wunsch, dass sich in der Schmiede in ihrem 125. Bestehensjahr Roboter drehen und der Betrieb auf Industrie 4.0 umgestellt ist«, blickt Wolfgang Pradella voraus. Denn er will auch weiter ein attraktiver Arbeitgeber sein, der hochqualifizierten Mitarbeitern eine sichere Zukunft bietet. Ab Oktober soll die bestehende Anlage teilweise außer Betrieb gehen und die Umrüstung beginnen. Mitte nächsten Jahres wird für die 160 Mitarbeiter, Lehrlinge und Studenten die Produktion mit der neuen Technologie starten. Übrigens, das Jubiläum zum 125. Geburtstag der Schmiede wird im kommenden Jahr gefeiert. (Verena Farrar)Seit 124 Jahren arbeitet die Großenhainer Schmiede mit harter Handarbeit als Manufaktur  für Kleinserien, Einzelstücke und Spezialschmiedeteile für Kunden in der ganzen…

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