Grit Büttner

Die Spalte

In meiner Kindheit hat unser Vater den Baum erst am 24. Dezember Vormittag aus dem Keller geholt. War es eine Fichte hat er schon dabei ordentlich genadelt. Bei einer Kiefer mussten meist noch Löcher zwischen die drei luftigen Etagen gebohrt und dort Zweige aus dem unteren abgesägten Teil reingesteckt werden. Mit bunten Kugeln, Kerzen und viel Lametta hat das Gebilde wenigstens Silvester überstanden...

Heute haben wir die Qual der Wahl zwischen vielen verschiedenen Sorten. Sie sehen prächtig aus und haben eine wesentlich längere Lebensdauer - was sich natürlich im Preis dokumentiert. Deshalb steht das teure Stück heute viel länger in den guten Stuben. In diesen Tagen geht überall der Weihnachtsbaumverkauf los. Über 24 Millionen Weihnachtsbäume wurden geschlagen und hinter manchem Fenster leuchten sie schon. Der Renner unter den Weihnachtsbäumen ist die Nordmanntanne: Für sie entscheiden sich 80 Prozent der Käufer.

Sie hält schön lange, duftet aber kaum. Pro Meter kostet sie zwischen 18 und 22 Euro.So richtig nach Weihnachten, Wald und Baum dagegen riecht die edle Blaufichte mit ihren kräftigen grün-blauen Nadeln. Sie wird oft mit Topf angeboten. Hier ist man pro Meter mit zehn bis zwölf Euro dabei. Noch günstiger kommt man mit einer Rotfichte: Sie kostet pro Meter zwischen sieben bis zwölf Euro. Wer sie nach Hause holen will, sollte unbedingt dicke Handschuhe mitnehmen, denn die Nadeln pieken ganz schön. Ach ja, und harzen tun sie auch.

Dann gibt es noch Korktannen, Nobilistannen, Zuckerhutfichten und langjährige Plastebäume... Jeder kann nach Geschmack und Geldbeutel entscheiden. Meist sogar noch am 24. Dezember - dann steht das Bäumchen eben einfach länger.

Mit nordmännichen Grüßen Regine Eberlein

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.