Regine Eberlein

"Advent auf dem Neumarkt" gewann Tourismuspreis

Im fünften Jahr seines Bestehens würdigte der Tourismusverband Dresden (TVD) das "kreative und innovative Angebot" der Agentur Neuland Zeitreisen mit ihrem Chef Sven Erik Hitzer. Der erhielt den mit 1.500 Euro dotierten Preis und eine Porzellan-Skulptur - ein Unikat, das der Dresdner Künstler Olaf Stoy gestaltet und die Dresdner Porzellanmanufaktur produziert hat.

Der Macher Sven Erik Hitzer und seine Mannschaft stellen an der Frauenkirche die weihnachtliche Marktidylle zwischen 1830 und 1920 realitätsgetreu nach. Händler, Dekoration und Künstlerprogramm spiegeln authentisch und originell wider, wie beschaulich es damals zuging. "Dort wurde Handel betrieben, hier trafen sich Menschen nach ihren Kirchgängen oder gingen ihren Geschäften in einem der vielen Läden nach", berichtet Hitzer. "Sein" Markt besinne sich auf das Ursprüngliche im Advent, die Vorfreude auf das Christfest ohne Trubel - ein Postkarten Weihnachtsmarkt. "Als Vorlage dienten uns zahlreiche historische Darstellungen von Künstlern aus der damaligen Zeit", so Hitzer. So sind u.a. die Marktkulissen und -stände detailgetreu gestaltet und gebaut worden...

Der umtriebige Geschäftsmann, der mit seiner Firma auf Schloss Thürmsdorf in der Sächsischen Schweiz sitzt, ist in Sachen Weihnachtsmärkte nicht unbedarft. 1995 erfand er den ersten thematischen Weihnachtsmarkt in Sachsen - "Königstein - ein Wintermärchen". Kaum hatte er auf der Festung den ersten Markt aus dem Boden gestampft, wollte er auf dem Dresdner Neumarkt an historischer Stelle eine alte vorweihnachtliche Tradition zu neuem Leben erwecken. "Das ist einer der ältesten und schönsten Weihnachtsmarkt-Plätze, der deutschlandweit seines gleichen sucht und es ist der historische Platz, wo eigentlich der Dresdner Striezelmarkt, und somit der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands stattgefunden hat."

Noch in der Zeit, als die Frauenkirche wieder aufgebaut wurde, sagte Hitzer: "Dort gehört wieder ein Weihnachtsmarkt hin." Doch von der Idee bis zum grünen Licht für das Projekt ging viel Zeit ins Land. "Es war auch politisch ganz schwierig", erinnert sich Hitzer. "Nach zwölf Jahren konnte ich mein Konzept auf dem Neumarkt erstmals umsetzen. So lange dauerte die Vorbereitung. In der Zeit habe ich weiter am Feinschliff gearbeitet." Seine Tüftelei und Hartnäckigkeit wurde jetzt belohnt.

Das erhaltene Preisgeld will der Unternehmer einsetzen, um den nun "preisgekrönten" Markt nachhaltig barrierefrei zu ertüchtigen. Nur eins schmerzt ihn in dieser Vorweihnachtszeit: der Anblick des Pirnaer Weihnachtsmarktes. "Ich hatte dem Rathaus ein Superkonzept vorgelegt und bis heute keine Antwort bekommen." Sei es drum. Vielleicht besinnen sich Pirnas Stadtväter in einem anderen Jahr auf ihn. Für Dresden hat der ehrgeizige Unternehmer noch ein Ziel: "Wir möchten mit dem Advent am Neumarkt einen entscheidenden Beitrag leisten, Dresden zur Weihnachtshauptstadt zu entwickeln", sagt Sven Erik Hitzer.

Foto: df

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