Katja Starke

Kulinarische Entdeckungen (Teil 6): Torsten und seine leckeren "Berlen"

Neustadt.  Käseeck Schlüter auf der Rothenburger Straße

Wer kulinarische Entdeckungen machen will, sollte Torsten Schlüter besuchen. Der Dresdner und sein Käsegeschäft sind eine echte Überraschung.

Fast immer gilt: Vor dem Kaufen wird gekostet. Wann immer ein Kunde noch überlegt, welche der über 150 Sorten Käse er ordern soll, hobelt Torsten Schlüter ein zartes Scheibchen ab oder reicht ein kleines Löffelchen mit der Leckerei über die Ladentheke. Probieren geht über Studieren ? bei Schlüters gehört dieses Sprichwort zum Geschäftsalltag.

 

Das gilt ganz besonders für die "Dresdner Berle", die es nur hier gibt, denn sie ist eine Erfindung von Torsten Schlüter. Die "Berle", die anderswo sicher mit "P" geschrieben werden würde, ist eine 80 bis 90 Gramm schwere Kugel aus Schafskäse, handgerollt, mit Raffinesse gewürzt und drei Monate ausgereift. Fünf Geschmacksrichtungen in drei Farbtönen gibt es inzwischen, wobei die rosa Kugel mit Rote Beete-Meerrettich-Note sogar im Dresdner Hilton über Pasta und Salat gehobelt wird.

Doch damit nicht genug. Der 49-Jährige knobelt ständig an neuen Kreationen. Auch die Feta-Würste im Natursaitling sind eine Erfindung von ihm und wann immer er Zeit hat, probiert er Neues aus. So finden sich in der Auslage auch diverse Frischkäse- und Fetakäsevarianten, die zum Beispiel mit korsischer Feigenmarmelade oder Honig und Kräutern zu recht appetitlichen Aufstrichen verarbeitet werden.

Kreativ ist aber auch Mutter Ilona. Mit ihren 70 Jahren steht sie noch täglich im Geschäft. Ihr Metier sind die Obst- und Gemüsesalate "to go", die sie unermüdlich in kleine Plastedosen schnippelt, ebenso wie die Quarkspeisen mit püriertem Obst. Gratis dazu gibt es von ihr immer ein nettes Wort, Ernährungstipps und viele Geschichten aus über 40 Jahren als Geschäftsfrau, denn der erste Schlüter'sche Tante-Emma-Laden wurde 1970 auf der Helgolandstraße eröffnet. Nach dem Umzug 1973 auf die Fritz-Reuter-Straße spezialisierten sich Schlüters auf Obst und Gemüse und dieses Sortiment behielten sie bei, als sie 1989 auf der Rothenburger Straße ein zweites Geschäft öffneten.

Die Ausrichtung auf Käse kam mit dem Einstieg von Torsten ins elterliche Geschäft. Er, eigentlich Schlosser von Beruf, hat "schon immer was für Käse übrig, außerdem passt der gut zu Obst und Gemüse". Was er nicht selbst herstellt, kauft er in der Region oder direkt in der Schweiz. Dass er jede Sorte kennt, versteht sich von selbst. Und noch während er das jeweilige Stück anpreist, hobelt er schon ein Kostehäppchen ab.

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