Grit Büttner

Die Frau mit der Kettensäge

Radeberg. Für Karen Hobelsberger ist der Griff zur Säge Entspannung pur

Karen Hobelsberger wird gelegentlich als "die Frau mit der Kettensäge" bezeichnet. Vor vier Jahren entdeckte sie ihr Talent, aus fast jedem Holzstück etwas Figürliches zu machen. An der S 177 reift mittlerweile ihr Projekt "Holzwerkstatt".

Holzschnitzereien von Karen Hobelsberger gibt es inzwischen einige. In der Ortsmitte von Wachau verpasste sie einem Baumstumpf das Gesicht eines Waldtrolls, in ihrem Grundstück Am Teich sitzen seit kurzem "Hund und Katze" friedlich beieinander. Weitere Figuren befinden sich in Kindereinrichtungen oder Vorgärten in der Nachbarschaft. Beim Schauschnitzen zum Valentinstag nahm sie es auf dem Radeberger Markt mit einem Eisblock auf und formte daraus ein geflügeltes Herz.

Der Griff zur Kettensäge bedeutet für die Alleinstehende Entspannung pur. Zum Beispiel nach anstrengenden Dienstreisen als Pharmareferentin oder bei der kniffligen Mission als Bauherrin. Denn Karen Hobelsberger ist dabei, sich für ihre holzkünstlerische Tätigkeit ein Etablissement außerhalb der Ortschaft zu schaffen. "Der Motorsägen-Lärm passt nicht zur gewohnten Ruhe Am Teich. Auf Dauer würde ich Ärger bekommen," ist sie sich sicher. Die künftige Werkstatt samt Besichtigungs- und Besucherräumen ? u.a. ist eine Zusammenarbeit mit dem Epilepsiezentrum geplant ? werden sich an der S 177 am Abzweig Wachau befinden.

Das Holzhaus im Blockhausstil hat bereits Konturen angenommen, die Gestaltung der Freiflächen wird 2013 folgen. "Ich danke allen, die mich bei meinem Vorhaben bisher unterstützt haben", sagt Hobelsberger, die inzwischen bei Sägewettbewerben Preise abgeräumt hat. 

Im Bild: Die Frau mit der Kettensäge ? hier mit ihrer Holzplastik "Hund und Katze". Foto: privat                    

 

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Echter Dresdner Stollen, nur mit dem Siegel

Dresden. Was drin sein muss ist festgelegt (65% Rosinen, 50% Butter oder Butterfett, 20% Orangeat und Zitronat,15% süße und bittere Mandeln), auch was auf keinen Fall drin sein darf (Margarine, künstlichen Aromen,  Konservierungsstoffe), wo und wie er gebacken wird (in Dresden und einem festgelegten Umkreis, in Handarbeit). Und dennoch ist klar: Den einen, den perfekten Stollen gibt es nicht. Denn er müsste von den Stollenprüfern 20 Punkte  erhalten, »das hat noch keiner geschafft«, sagt Ralf Ullrich, Vorstandsmitglied des Schutzverbandes Dresdner Stollen e.V.. Auch am 8. November  bei der öffentlichen Stollenprüfung in der Altmarkt Galerie gab es keinen 20-Punkte-Sieger, dafür viele gute Stollen mit 18 bis über 19 Punkten. Um das Stollensiegel überhaupt zu bekommen, muss das Gebäck mindestens 16 Punkte erhalten. Die Prüfer bewerten dabei innere und äußere Beschaffenheit, Geruch und Geschmack. Je Kriterium kann es maximal fünf Punkte geben. Insgesamt 70 Striezel wurden öffentlich getestet und benotet, weitere 45 in nichtöffentlichen Prüfungen.Die Tester wissen dabei nicht, aus welchen Backstuben die Anwärter stammen. »Jeder Stollen, der das goldene Siegel tragen darf, muss den hohen Anforderungen unseres Verbandes an Geschmack und Güte entsprechen«, so Ralf Ullrich. Schließlich sei jeder ein Unikat – und ein Qualitätsversprechen. Sollte es doch einmal vorkommen, dass ein Stollen nicht besteht, gibt es eine Nachprüfung. „Wir bewerten hier ein Handwerksprodukt. Das sind allesamt Unikate. Es ist sehr selten, aber natürlich kann es vorkommen, dass nicht alles perfekt ist. Dann tauschen wir uns mit den Meistern aus, beraten, geben Tipps - da wir ja alle selber am Backofen stehen oder gestanden haben, kann man von der Erfahrung aller profitieren." Handwerk trifft Wissenschaft Dass alle Sinne geschärft sein müssen, wenn es um die Qualitätsprüfung für den echten Dresdner Stollen  geht, versteht sich von selbst. „Um uns dahingehend weiterzubilden, haben wir uns im Sommer auf wissenschaftliches Terrain begeben", so Ullrich. „In Zusammenarbeit mit der Professur für Lebensmittelkunde und Bedarfsgegenstände der Technischen Universität Dresden und der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Sachsen haben wir ein speziell auf unseren Dresdner Christstollen hin abgestimmtes Sensorik-Seminar entwickelt. In diesem wurden unsere Stollenprüfer und interessierteMitglieder geschult.“ Durchgeführt wurde das Seminar von Prof. Dr. Thomas Simat, der die Professur leitet: „Normalerweise bilde ich unsere Lebensmittelchemie-Studenten allgemein in Lebensmittelsensorik aus. In Zusammenarbeit mit der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk haben wir eine Schulung für die Stollenprüfer nach dem Schema des Stollenschutzverbandes ausgearbeitet. Für mich war beeindruckend, wie sich die gestandenen Handwerker auf die sensorische Grundschulung eingelassen haben und mit welcher Leidenschaft und fachlicher Expertise für dieses Produkt bei der Bewertung der von der Akademie bereitgestellten Stollenproben zwischen den Teilnehmern diskutiert wurde. Der Dresdner Christstollen ist für die hiesigen Stollenbäcker kein Produkt wie jedes andere. Es ist absolut bemerkenswert, mit welcher Zielstrebigkeit sie alle an der Optimierung der Qualität in den backenden Betrieben selbst und auf Verbandsseite an der Weiterbildung der Prüfer arbeiten." Was drin sein muss ist festgelegt (65% Rosinen, 50% Butter oder Butterfett, 20% Orangeat und Zitronat,15% süße und bittere Mandeln), auch was auf keinen Fall drin sein darf (Margarine, künstlichen Aromen,  Konservierungsstoffe), wo und wie er…

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