Elisa Thaute

Schmierereien auf Ortstafeln und Wegweisern unerträglich

Kamenz. In der Nacht vom 27. zum 28. Mai wurden in mehreren Gemeinden des deutsch-sorbischen Siedlungsgebietes zahllose Ortsschilder und Wegweiser beschmiert und damit die sorbischen Bezeichnungen unkenntlich gemacht. Die genaue Anzahl ist bis jetzt noch nicht bekannt. Betroffen sind alle Gemeinden des sorbischen Kerngebietes, die da wären: Nebelschütz, Ralbitz-Rosenthal, Crostwitz, Panschwitz-Kuckau und Räckelwitz. Ferner wurde auch mindestens ein Schild in der Stadt Kamenz besprüht. Bei allen Schildern wurden die sorbischen Ortsbezeichnungen mit schwarzer oder roter Farbe unkenntlich gemacht.

Das jüngste massive Beschmieren der sorbischen Aufschriften auf zweisprachigen Ortstafeln und Wegweisern verurteilen wir

der Bundestagsabgeordneten Thomas Jurk (SPD), Caren Lay (DIE LINKE), Maria Michalk (CDU), der sächsischen Landtagsabgeordneten Stefan Brangs (SPD), Mike Hauschild (FDP), Antje Hermenau (GRÜNE), Heiko Kosel (DIE LINKE), Aloysius Mikwauschk (CDU), Marko Schiemann (CDU), des Landrates Michael Harig ? Landkreis Bautzen, des Vorsitzenden der Domowina ? Bund Lausitzer Sorben e.V. ? David Statnik

aufs schärfste.

 

Die in der Nacht zum 28. Mai vollzogene Sachbeschädigung verdeutlicht, dass es in der zweisprachigen Oberlausitz Mitbürger gibt, die in grober Intoleranz eine lebendige und öffentlich sichtbare Zweisprachigkeit in der Oberlausitz ignorieren und bekämpfen. Ressentiments solcher Art gegenüber der sorbischen Bevölkerung sind nicht akzeptabel. Sie verstoßen gegen die Sächsische Verfassung und europäische Normen.

Wir erwarten eine konsequente Aufarbeitung und Bestrafung der Täter. Das in dieser Größe vollzogene Unrecht erlaubt es nicht, einfach wieder zur Tagesordnung zurück zu kehren.

Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger der Oberlausitz auf, das einmalige Erbe der Zweisprachigkeit gemeinsam zu schützen und zu pflegen.

Wir bitten, alle sachdienlichen Hinweise zur Aufklärung der Tat an die Polizei zu übermitteln.

Die zweisprachigen Ortstafeln und Wegweiser im deutsch-sorbischen Siedlungsgebiet sind ein Sinnbild für die Bikulturalität der Lausitz. Seit Jahrhunderten leben Deutsche und Sorben in der Lausitz friedlich miteinander. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Die zweisprachigen Ortstafeln und Wegweiser machen uns zu einer besonderen Region. Das lassen wir uns nicht durch rohes Verhalten einiger zerstören, denn der Verlust fällt auf alle zurück, so eine gemeinsame Presseerklärung der oben Genannten.

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Forst erhält Plakette »Deutsch-sorbische/wendische Stadt«

Forst. Am vergangenen Mittwoch überreichte der Referent des Landesbeauftragten für Angelegenheiten der Sorben/Wenden im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Meto Nowak, an die Forster Bürgermeisterin, Simone Taubenek, die Plakette »Deutsch-sorbische/wendische Stadt«, die jede Stadt im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden erhält. Die Bürgermeisterin bedankte sich und versprach, dass diese Plakette einen würdigen Platz im Rathaus finden wird. Die Forster Stadtbibliothek erhielt zudem ein sorbisches/wendisches Medienpaket. Es beinhaltet sorbische/wendische Literatur, Informationen über die sorbische/wendische Geschichte und Kultur sowie Materialien zum Spracherwerb. Darunter zweisprachige Kinderliteratur, Spiele zur Sprachförderung, Sachliteratur zur Brauchtumspflege, Sprachkurse sowie biografische Romane. Initiiert worden ist das Projekt von der sorbischen wissenschaftlichen Gesellschaft Masica Serbska und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Die Medien stehen künftig allen Kunden der Stadtbibliothek zum Ausleihen zur Verfügung, betonte die Leiterin der Einrichtung Doreen Sawall. Insgesamt erhalten 16 kommunale Bibliotheken im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden diese Medienpakete. Hinweis: Aufgrund technischer Probleme können gegenwärtig leider keine Fotos angezeigt werden. Wir bitten um Verständnis.Am vergangenen Mittwoch überreichte der Referent des Landesbeauftragten für Angelegenheiten der Sorben/Wenden im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Meto Nowak, an die Forster Bürgermeisterin, Simone Taubenek,…

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