Katrin Kunath

Das Tanzen überwindet auch Handicaps

Kamenz. Drei Mal schon gingen zum Kamenzer Blütenlauf behinderte und nicht behinderte Läufer gemeinsam an den Start. Der seit der Premiere 2013 steigende Zuspruch zeigt, dass solche integrativen Angebote geschätzt werden. Jetzt legt der 1. Tanzclub der Lessingstadt mit der "Tanzenden Inklusion" nach.

"Zwei Mädchen mit Down-Syndrom, die bereits im letzten Jahr beim Inklusionslauf starteten, wollten auch darüber hinaus etwas gemeinsam unternehmen ? am liebsten beim Tanzen", erzählt Ergotherapeutin Julia Müller. Zusammen machten sie sich auf den Weg, einen Verein zu suchen, der offen für diese längerfristige Inklusion ist. Fündig wurden sie beim 1. Tanzclub der Lessingstadt Kamenz. Dort tanzen die beiden zwölf- und 14 Jahre alten Mädchen nun seit etwa einem Jahr in der Kindergruppe mit. Begleitet wurden sie dabei ehrenamtlich von Julia Müller. "Das lief gut, deshalb haben wir uns nun entschlossen, das Angebot auch für weitere Kinder zu öffnen", erzählt der Vereinsvorsitzende Jens Drechsler.

Unter dem Titel "Tanzende Inklusion" sind deshalb ab dem 25. August außer den Kindern des Kamenzer Tanzclubs auch Jungen und Mädchen mit Handicap eingeladen, gemeinsam mit den Gleichaltrigen Spaß an der Bewegung zu finden und gemeinsam zu tanzen, ohne das aber ein Wettbewerb dahinter steht. "Vielmehr geht es um das soziale Miteinander und darum, dass auch die Kinder schon lernen, Menschen mit Behinderungen offen zu begegnen", sagt Jens Drechsler. Je nach mitgebrachten Vorkenntnissen und Fähigkeiten wird ab 15.30 Uhr mit den Drei- bis Fünfjährigen, ab 16.30 Uhr mit den Sechs- bis Neunjährigen und ab 17.30 Uhr mit den Kindern ab neun Jahren in den Vereinsräumen in der Andreas-Günther-Straße 1 geübt. "Der erste Schritt besteht in der einfachen Bewegung zur Musik. Später kommen auch klassische Tänze bis hin zu Latein- und Standardtänzen hinzu", erzählt der Vereinschef.

Neben der Trainerin des Vereins wird ab Ende August auch Julia Müller in allen Kindergruppen anwesend sein, um sich den Kindern mit besonderen Bedürfnissen zu widmen. Dann allerdings nicht mehr im Ehrenamt, sondern von Berufs wegen. Denn die Ergotherapie Schiewack, bei der Julia Müller angestellt ist, will das Vorhaben auch wissenschaftlich begleiten. "Wir wollen festhalten, wie eine Inklusion in den Sportverein möglich ist, damit in Zukunft auch andere Vereine von unseren Erfahrungen profitieren können", sagt Julia Müller. Klar, dass auch der Kreissportbund Bautzen das Projekt unterstützt.

Allen neuen Kindern bietet der Tanzclub übrigens die Möglichkeit, zwei Mal zum Schnuppertraining vorbeizukommen, ehe sie sich fest für das Tanzen im Verein entscheiden. Wer Interesse hat, schaut einfach zu den Trainingszeiten vorbei oder informiert sich auf der Internetseite des Vereins.

 

Foto: Verein

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Kita-Neubau vollendet »Bildungscampus« Prausitz

Prausitz. Mit vier kleinen aber kräftigen Händedrücken haben sich die Kinder des Prausitzer Kindergartens im Grundstein ihrer neuen Einrichtung verewigt. Im Sommer nächsten Jahres wollen sie noch vor ihrem Schuleintritt beim Umzug in den Kindergarten mithelfen. Finanzierung gesichert Bis dahin soll der ebenerdige Bau mit vier Gruppenräumen, Garderoben, Wirtschafts- und Funktionsräumen, Büros und Waschräumen sowie zusätzlich mit einem Ausgleichsgruppenraum fertig gebaut sein. Dafür muss die Gemeinde 400.076 Euro investieren. Der Landkreis gibt 204.000 Euro dazu und der Bund trägt die Hauptlast des Ersatzneubaus mit 2,04 Millionen Euro. Die Pläne für den dringend nötigen Neubau sind bereits seit 2016 im Gespräch. Da wurde auch der Platz auf dem gemeindeeigenen ehemaligen Schulgelände für den neuen Kindergarten ausgewählt.  Bürgermeister Conrad Seifert spricht in diesem Zusammenhang immer anerkennend vom »Bildungscampus« Prausitz und kann dies nun mit noch mehr Überzeugung tun. Kita-Chefin Katja Schröter ist froh, dass am Standort die Mädchen und Jungen von einem Jahr in der Krippe bis zum Ende der Grundschulzeit betreut werden können. Damit ist der Gemeinde ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine zukunftsfähige Gemeinde im ländlichen Raum gelungen. Die kurzen Wege zwischen Schule, Kita und Krippe, die Nähe zur Natur und zum Ortszentrum überzeugen viele Familien, ihren Lebensmittelpunkt in der Gemeinde zu finden. Auch für die Erzieher werden sich die Arbeitsbedingungen verbessern und sie können die Arbeit mit den Jüngsten noch entspannter und angenehmer gestalten. »Bei der Raumgestaltung und -anordnung wurden nicht nur die Erzieher mit einbezogen, auch die Kinder durften ihre Wünsche äußern und wurden nach ihrer Meinung gefragt«, erklärt die Kita-Leiterin. Weg für weitere Entwicklungen Landrat Ralf Hänsel nennt die Bauentscheidung eine kluge Infrastrukturentwicklung und bewundert die stabile Einwohnerzahl der Gemeinde, die sicher auch an den positiven Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder liegt. Hilfe dabei kam auch aus dem Landratsamt. Immerhin hatte der Jugendhilfeausschuss des Kreistages den Neubau als besonders dringlich bewertet und so den Zuschuss ermöglicht. Damit wird für die Gemeinde ein Generationenkomplex Wirklichkeit. Als nächstes Projekt soll eventuell über eine Möglichkeit für eine Zusammenkunft für die ältere Bevölkerung nachgedacht werden. Mit vier kleinen aber kräftigen Händedrücken haben sich die Kinder des Prausitzer Kindergartens im Grundstein ihrer neuen Einrichtung verewigt. Im Sommer nächsten Jahres wollen sie noch vor ihrem Schuleintritt beim Umzug in den Kindergarten…

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