Henry Gbureck

Wolf tötet Hund in Hoyerswerda

Hoyerswerda. ...ist sich Dr. med. vet. Peter Bresan sicher: "Ich habe keinen Zweifel, dieser Hund wurde eindeutig von einem Wolf getötet". Damit wäre laut Wolfsbüro Lupus zum ersten Mal in Deutschland ein Schäferhund von einem Wolf getötet worden. Und zwar in der letzten Nacht, direkt am Stadtrand, auf dem Gelände einer Tierpension.

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"Am Freitag, zwischen 18.30 Uhr und 19 Uhr muss er zugeschlagen haben", sagt Cornelia Schreiber, die Chefin der Tierpension in der Meitnerstraße. "Nur wenige Minuten, bevor der Hund aus dem umzäunten Außenbereich in seinen Zwinger zurück gebracht werden sollte." Nun kniet sie traurig vor ihrem Udo, dem 9 Jahre alten Belgischen Schäferhund. Das Tier ist schrecklich zugerichtet. Bissmale am Hals. Am Körper zwischen den Vorderläufen fehlen ganze Fleischfetzen.

"Die Art, wie dieses Tier getötet wurde, lässt eindeutig auf einen Wolf schließen", sagt Dr. med. vet. Peter Bresan aus Sollschwitz. "Der Drosselbiss und die Verletzungen zwischen den Vorderläufen sind typisch. Doch es ist absolut außergewöhnlich, dass ein Wolf auf dem umfriedeten Gelände einer Tierpension einen Hund angreift. Hier ist eine neue Hemmschwelle überschritten worden." Dr. Bresan hat den Hund direkt vor Ort untersucht sowie die Kampfspuren und Abdrücke begutachtet, die auf dem Platz zu finden waren.

Davon geht auch Cornelia Schreiber aus. Aber mehr als der tragische Verlust des Hundes macht ihr zu schaffen, dass die Wölfe jetzt schon so nah an bewohntem Gebiet zuschlagen. "Man muss sich das mal überlegen. Der Außenbereich ist mit einem bis zu 2 Meter hohen Zaun umgeben. Dass ein Wolf auf einen Stromkasten vor dem Zaun springt, um dann diese hohe Barriere zu überwinden, also das hätte ich niemals für möglich gehalten!".  Die Tierpension-Chefin geht davon aus, dass der Wolf für seine Flucht ebenfalls den Weg bzw. den Sprung über den Zaun wählte. Das Gelände ist auf der Innenseite des Zauns höher gelegen, demzufolge ist die zu überwindende Höhe niedriger als auf der Außenseite.

Nach dem tödlichen Angriff brachte sie das Tier erst einmal in ein Nebengebäude der Pension. "Ich war so durcheinander, wusste gar nicht was ich machen sollte. Zuerst hatte ich gar keinen Gedanken daran, die Polizei oder das Ordnungsamt zu informieren. Wie reagiert man in so einem Fall?"

Cornelia Schreiber kontaktiert am Samstagmittag die Polizei. Zwei Beamte kommen auch sofort zur Tierpension, sind aber etwas irritiert. Schließlich wird der Vorfall mit Fotos dokumentiert, ein Protokoll aufgenommen. Unter der Rubrik "Sonstiges", wie einer der Beamten erklärt.

Parallel hat auch der Tierarzt die Polizei angerufen und sie über seine Erkenntnisse informiert. Die Polizei-Zentrale verständigte daraufhin das Landratsamt, welches seit 2011 für "Nutztierbisse durch den Wolf" zuständig ist. Doch der Kollege ist wohl nicht erreichbar und so wird das Wildbiologisches Büro "Lupus" kontaktiert. Hier arbeitet Gesa Kluth. Die junge Frau macht sich sofort auf den Weg.

 Als Gesa Kluth eintrifft, wirkt auch sie überrascht: "Es ist definitiv ungewöhnlich. Es gibt in Deutschland keinen vergleichbaren Fall, dass ein Hund jemals von einem Wolf angegriffen wurde", sagt sie. Die Lupus-Mitarbeiterin fotografiert den Tatort und nimmt DNA-Proben. Als sie den Tierkadaver begutachtet bemerkt sie: "Das Tier hat mit Sicherheit noch gelebt, als die Bisse erfolgten. Das sieht man unter anderem an den Unterhautblutungen". 

Cornela Schreiber verlässt blass den Raum. Die Vorstellung, dass ihrem Udo die Fleischfetzen aus dem Körper gerissen wurden als er noch lebte, kann sie nicht ertragen. Wie kann so etwas überhaupt passieren? Ist das Areal mit dem hohen Zaun zu schlecht gesichert? "Nein", sagt Gesa Kluth. "Der Schutz ist absolut ausreichend. Und eine Entschädigung dürfte in diesem Fall auch kein Problem sein".

"Mir geht es gar nicht um eine Entschädigung", entgegnet Cornelia Schreiber. "Ich will einfach nur, dass endlich bekannt wird, wie nah die Wölfe schon in die Städte vorgedrungen sind. Ich habe nämlich das Gefühl, dass das gern von den Wolfsbefürwortern verharmlost wird und totgeschwiegen werden soll!"

Jetzt wird der Hundekadaver erst einmal von Gesa Kluth mitgenommen und in eine Kühlzelle gebracht. Später soll er noch einmal gründlich untersucht werden. In spätestens 10 Tagen dürften dann die Ergebnisse der DNA-Proben feststehen. Die sollen zweifelsfrei beweisen, dass Udo durch einen Wolf getötet wurde. 

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