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Neues Domizil für »heiß geliebte« Öfen

Knappenrode. Auch wenn die Energiefabrik zurzeit noch für Besucher geschlossen ist, tut sich hinter den Kulissen einiges. So zieht die Ofenausstellung »Heiß geliebt« innerhalb der Energiefabrik um.

Sehnsüchtig erwarten die Mitarbeiter der Energiefabrik Knappenrode das Ende des Corona-Lockdowns, um endlich wieder Gäste empfangen zu dürfen. Der wichtigste Anziehungspunkt wird dann die erst im Oktober 2020 neu eröffnete Dauerausstellung sein, sagt Museumsleiterin Kirstin Zinke.

Doch wer das Industriemuseum von früher kennt, vermisst wahrscheinlich Sachsens größte Ofen- und Feuerstättenausstellung »Heiß geliebt«. Die vorwiegend aus dem Berlin des frühen 20. Jahrhunderts stammenden Öfen und Wohnungseinrichtungen, die der ehemalige Schornsteinfegermeister Bernd Müller während der DDR-Zeit zusammengetragen hat, sind eingelagert und werden ab 2022 wieder gezeigt.

Dann aber nicht an dem Ort der vergangenen elf Jahre in der ersten Etage der Fabrik 3, sondern am Originalplatz im barrierefrei erreichbaren Erdgeschoss der Fabrik 2, erklärt Kirstin Zinke.

Ofen-Geschichten ergänzen die Schau

Bernd Müller hat die Öfen Mitte der 1990er Jahre dem ersten Leiter der Energiefabrik, Wilfried Sauer, als Leihgabe angeboten, die Schausammlung mit aufgebaut und Gäste geführt. Mit dem Umzug dieses »liebevollen Sammelsuriums« in die Fabrik 3 im Jahre 2009 ist daraus eine thematisch strukturierte Ausstellung entstanden, die sich Besucher auch individuell und ohne Führung erschließen konnten. »Die Ofensammlung hat die Energiefabrik zur ganzjährigen Nutzung geführt«, benennt die Museumsleiterin die größte Verbesserung, die ihre Vorgängerin im Amt, Ute Baumgarten, initiiert hat.

In ihrer Zeit sind auch die vielen Erzählungen des heute 88-jährigen Bernd Müller über diese Exponate verschriftlicht worden. Auf diese Weise können die heutigen Museumsmitarbeiter die Ofen-Geschichten in ihre Führungen einarbeiten. Ein anderer wichtiger Teil der neu entstehenden Feuerstättenausstellung ist ein 2020 aufgenommenes Filminterview mit dem Sammler, den die Besucher so weiterhin inmitten »seiner« Objekte erleben können. Die Sammlung gehört aber schon seit Jahren dem Museum, informiert Kirstin Zinke.

Ihr ist wichtig, dass sich die Öfen und Feuerstätten in der Fabrik 2 wieder direkt gegenüber den Brikettpressen befinden. Auf diese Weise entsteht eine Beziehung zwischen der ehemaligen Brikettfabrik Knappenrode und den vielen Berliner Haushalten, die mit Lausitzer Kohle geheizt haben. »Die Energiefabrik ist ein kultureller Hybrid aus Museum und Denkmal«, sagt Kirsten Zinke, die mit ihrem Team diese Synergien noch besser nutzen will.

In der ersten Etage der Fabrik 2 soll ein Schaudepot für die Ofensammlung Bosch/Buderus entstehen, die die Heizungsbaufirma der Energiefabrik 2012 geschenkt hat. Über eine Tür im Giebel des Museums werden die schweren Objekte per Hubwagen in den ersten Stock gehoben und in mehreren Schwerlastregalen sicher verstaut, erklärt die Museumschefin. Vorher erhalten die Exponate aber in der Museumswerkstatt die notwendige konservatorische Behandlung.

Werkstatt zieht in die Fabrik 3 ein

Doch das sind nicht alle innerhalb der Energiefabrik stattfindenden Veränderungen. In den zweiten Stock der Fabrik 3 zieht die Werkstatt für Bildung und Vermittlung »Generator« ein, die vorher ein Gebäude genutzt hat, das jetzt außerhalb des Museumsgeländes liegt. Per Fahrstuhl und mithilfe einer Rollstuhlrampe wird die museumspädagogische Einrichtung barrierefrei erreichbar sein, freut sich Kirsten Zinke. Die Kinder werden, wie früher die Bergleute, ihre Jacken in metallene Spinde hängen und dann in Projekten die Arbeitswelt vergangener Zeiten erforschen.

Aus der ersten Etage der Fabrik 3 ist eine neue Sonderausstellungsfläche geworden, und dort warten aktuell Exponate des Sächsischen Landesamtes für Archäologie auf Besucher. Die Ausstellung heißt »Archäologie im Tagebauvorfeld«.

Mehr Infos: www.saechsisches-industriemuseum.com  

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