Silke Richter/mlh

Ein Projekt, das vieles bewegt

Bernsdorf. Die Bike & Chill Anlage in Bernsdorf bringt Spaß und Action. Aber auch ein gewachsenes Miteinander, das die Projektteilnehmer über sich hinauswachsen lässt. Wir sprachen mit dem Leiter des Mehrgenerationenhauses Silvio Thieme.

Warum braucht Bernsdorf eine Freizeitanlage?


Es ging nicht darum, dass Bernsdorf solch eine Freizeitanlage bekommt, sondern, dass die Eltern und Kinder mit der Stadt gemeinsam nach einer Lösung gesucht haben, wo sie ihre Freizeit nach der Schule gemeinsam verbringen dürfen. In der Erarbeitung entstand Stück für Stück diese Lösung, die die unterschiedlichsten Bedürfnisse abdeckt, einmalig ist, im Umkreis von Bernsdorf und nachhaltig für die nächsten Generationen.


Die Baumaßnahmen hatten sich hingezogen. Vor ein paar Tagen war die Eröffnung.


Die Baumaßnahmen selbst haben sich nicht hingezogen. Wir haben es auf unserer kommunalen Ebene von der ersten Antragstellung November 2018 bis zum tatsächlichen Rohbaustart 2019 nur ein Jahr benötigt. Für die Vielzahl der notwendigen Genehmigungen, Fördergelder, Ausschreibung und Auftragsvergabe war das ein Schnellstart. Der Kostenumfang der zwei Bauabschnitte betrug rund 205.000 Euro und ist unter anderem mit Fördergeldern aus dem LEADER-Programm umgesetzt worden. Letztendlich hat Corona die Eröffnung der Anlage von April auf den September 2020 verzögert. Umso mehr freut es uns, dass die Anlage mit der Pumptrack Strecke ein riesiger Erfolg ist und jeden Tag Kinder auf der Bike-Strecke fahren, ob groß, ob klein – großartig!


Warum brauchte es jetzt noch mehr Geld?


Mit dem Geld der Crowdfunding Kampagne werden weitere Ausstattungen der Freizeitanlage ermöglicht. Wir benötigen Sitzbänke, Fahrradbügel, eine Graffitiwand ist geplant und auch ein Grillplatz.


Dafür sind die Bernsdorfer richtig kreativ geworden, nicht wahr Herr Thieme?


Stellvertretend für alle beteiligten Eltern seien hier Beatrix Görlich und Anja Pittner genannt. Die beiden Muttis haben das Grundanliegen sehr schön formuliert: `Wir möchten auch danke an die Kinder sagen, denn sie haben mit den Eltern gemeinsam 2018 Stopp gesagt und das Projekt ins Leben gerufen! Sie waren wöchentlich an der Planungsvorlage mit beteiligt, sie haben die Plakate mit gemalt, die Schilder für den Fasching gemalt, sind beim Fasching mitgelaufen, haben Kuchen verkauft, sind mit der Spendenbox bei jeder Gelegenheit  hausieren gegangen, haben den Erdboden rund um die Fläche geharkt und beräumt, Rasen mit verlegt. Sie waren aktiv zwei Jahre mit an Bord, haben gekämpft, verkauft, beworben, sich zusammengerauft, sind emotional über sich hinausgewachsen, haben ihre eigenen Grenzen zwangsläufig überschreiten müssen. Sie sind die eigentlichen Vorreiter.´


Um das benötigte Geld zu bekommen, wurde in den letzten Wochen eine besondere Idee umgesetzt.


Wir hatten fünf Wetten insgesamt laufen an denen sich die Firmen Grötschel,  Raack Bestattungen & Werner Lormes, Demski Natursteine, Georg Biallas & die Lidl Filiale, die Firma Tempton, der Pflegedienst Haink,  der Bernsdorfer Karnevalsclub (BKC), die Freie Oberschule »WIR«, die  AWO-Kita »Pfiffikus« und die beiden CSB-Kitas aus Straßgräbchen und Wiednitz beteiligten. So wurde unter anderem von Kindern auf der Pumptrack-Strecke der Crow-Funding-Link bildlich in Szene gesetzt, mit Rollatoren und Einkaufswagen in einer bestimmten Zeit vorgegebene Runden auf dem Parcours absolviert und kleine Kinderkonzerte veranstaltet. Alle Wetten konnten erfolgreich umgesetzt werden. Letztlich erreichte die Aktion eine Spendensumme in Höhe von 18.387 Euro.


Das heißt, es sind mehr als 3.000 Euro mehr zusammengekommen als notwendig. Dann kann der dritte Bauabschnitt ja beginnen…  


Den dritten Bauabschnitt kann man noch nicht genau terminieren, da erst Angebote für die Anschaffungen eingeholt werden müssen. Wir hoffen natürlich, dass es so schnell wie möglich voran geht und das Vorhaben umgesetzt werden kann.

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„Gegen Gewalt an Frauen“ - Aktionstag im Landkreis auch 2020

Elbe-Elster. Alljährlich findet bundesweit am 25. November der Aktionstag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ statt. Die Aktion von terres des femmes wird von bisher 850 Städten und Landkreisen unterstützt. Der Tag erinnert an drei mutigen Schwestern Mirabel, die am 25. November 1960 wegen ihrer politischen Aktivitäten, ihrem Auflehnen gegen die militärische Diktatur in der Dominikanischen Republik nach monatelanger Verfolgung und Folter ermordet wurden. „Nein zu Gewalt an Frauen - auch im Landkreis Elbe-Elster“, unter diesem Motto wurde heute, coronabedingt ohne Gäste und Publikum, eine Flagge vor der Kreisverwaltung in Herzberg gehisst und damit ein öffentliches Zeichen gesetzt. Sie erfolgte durch Kämmerer Peter Hans und der Gleichstellungsbeauftragten Ute Miething. Der Landkreis Elbe-Elster beteiligt sich seit 2001 kontinuierlich an der Flaggenaktion. Viele Kommunen, aber auch andere öffentliche Einrichtungen wie der Bundestag, die Landtage, insgesamt über 8000 Akteure beteiligen sich an diesen Aktionen und setzen somit ein Zeichen gegen „Gewalt an Frauen“. An der Kreisverwaltung in Herzberg weht in diesem Jahr eine neue Flagge. Es ist die Fahne der Organisation UN Women Deutschland. UN Women ist eine international agierende Vereinigung für Frauenrechte, eine unabhängige NRO. „Gemeinsam sind wir der Überzeugung, so Gleichstellungsbeauftragte Ute Miething, „dass jede Frau ein Recht auf Leben frei von Gewalt, Armut und Diskriminierung hat. Vor der Durchsetzung dieses Rechtes sind wir noch weit entfernt.“ So sind 2019 bundesweit 117 Frauen durch häusliche Gewalt zu Tode gekommen. Es gibt einen Anstieg von über 1000 Fällen auf 141.792 im Bereich häusliche Gewalt gegenüber 2018. Diese Zahlen zeigen nur die angezeigten Straftaten auf, die Dunkelziffer liegt höher. Im Corona Lookdown war eine Zunahme der Fälle häuslicher Gewalt ebenfalls zu verzeichnen. Ministerin Giffey hat mit Bund und Ländern ein Hilfepaket für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder ins Leben gerufen. Der Gesetzgeber hat mit dem Gewaltschutzgesetz, der Bestrafung der Vergewaltigung in der Ehe und in der Partnerschaft die Grundlagen für ein Leben ohne Gewalt gelegt. Die bundesweite Notrufnummer „Gewalt gegen Frauen“ 0800 116 016 ist rund um die Uhr und in 18 Sprache zu erreichen. Im Landkreis Elbe-Elster ist das Frauenhaus des Diakonischen Werkes Kontaktstelle. Hier erhalten Frauen Unterstützung beim Start in ein neues gewaltfreies Leben. Da in diesem Jahr aufgrund von Corona kein Rahmenprogramm stattfinden kann, hat die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Elbe-Elster, Ute Miething zusammen mit dem Social-Media Team einen Teil des Kooperationsgremiums „Häusliche Gewalt und Opferschutz“ interviewt, um zu zeigen wer die Menschen sind, die sich dienstlich und ehrenamtlich für die Hilfe und Unterstützung für von Gewalt betroffenen Frauen und Ihren Kindern einsetzen und dies auch leisten. Zu sehen ist die Produktion auf Facebook, Instagramm und Youtube. Eine ausführliche Version des Videos ist auf dem EE-YouTube Kanal zu sehen.Alljährlich findet bundesweit am 25. November der Aktionstag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ statt. Die Aktion von terres des femmes wird von bisher 850 Städten und Landkreisen unterstützt. Der Tag erinnert an drei mutigen Schwestern Mirabel, die am 25.…

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