Wir geben den Löffel ab

Bautzen. Auf den Hauptmarkt in Bautzen versammelten sich am Freitagmittag über 60 Gastronomen, Hoteliers, Veranstalter und Einzelhändler. Die Initiative „Leere Stühle“ zeigt deutlich, dass das Wasser den Unternehmern bis zum Halse steht und Familienunternehmen von der Existenz bedroht sind. Jetzt ist die Politik gefragt.

Es war schon ein schauriges Bild, welches sich bei strahlenden Sonnenschein auf dem Bautzener Hauptmarkt bot. Zahlreiche Menschen standen wie versteinert hinter ihren Stühlen in Reih und Glied, während im Hintergrund Trauermusik eines Trompeters gespielt wurde und ein symbolischer Sarg - das Zeichen für den Untergang der Gastronomie- und Hotelbranche – aufgestellt wurde. Viele Schaulustige verfolgten das Spektakel gespannt.

Die Lage ist Existenzgefährdend, viele Restaurants stehen vor dem Aus

95 Prozent in der Branche sind von Kurzarbeit betroffen, die Restaurants, Pensionen und Hotels dürfen erst ab 15. Mai unter strengen Auflagen wieder öffnen. Dabei werden schätzungsweise nur 30-40 Prozent der normalen Kapazitäten zur Verfügung stehen, wobei die Kosten für Miete, Kredite und Versicherungen in der gleichen Höhe bleiben. Die Einnahmen können also kaum reichen, um die Betriebskosten zu decken. Und die finanziellen Reserven sind längst aufgebraucht. In der Branche herrscht pure Existenzangst. Erst am kommenden Dienstag, den 12. Mai bekommen die Unternehmer genaue Auflagen, an welche Regeln sich ein Gastronom oder Hotelbetreiber zu halten haben. Drei Tage Zeit, um den Laden entsprechender Hygienemaßnahmen anzupassen. André Domsch, Inhaber vom Alten Bierhof in Bautzen schätzt einen Umsatzverlust von über 50 Prozent für sein Unternehmen.

Das fordern die Gastronomen und Hoteliers

Auch ein Schreiben hat der Tourismusverein im Namen der Unternehmer verfasst. Die Adressaten waren die Bundeskanzlerin, die Sächsische Landesregierung und der Oberbürgermeister von Bautzen. Eine Antwort ist bisher ausgeblieben. Konkret geht es darum, die Branche finanziell zu unterstützen. So wird vom Bund eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes von 90 Prozent gefordert. Sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen und Getränke sollen dauerhaft eingeführt und ein Rettungsfond bereitgestellt werden. Die Forderungen an das Land Sachsen waren, eine Erweiterung des Bundeszuschusses „Soforthilfe“ für Unternehmen, auch mit mehr als zehn Mitarbeitern. Die Wunschliste an die Stadt Bautzen ist länger ausgefallen. So möchte der Verein die Senkung der Gewerbesteuer, das Veranstalten des Altstadtfestes mit Unterstützung der Stadt und kostenlose Schuttlebusse zwischen Parkplätzen am Stadtrand und dem Zentrum umsetzen. Darüber hinaus soll eine kostenfreie Werbeplattform auf der Homepage der Stadt und in den sozialen Medien zur Verfügung gestellt werden, eine Einführung von sogenannten Parksanduhren und insgesamt eine Anpassung der Parkregularien geändert werden.  „Unsere Branche war die erste die Schließen musste und ist die letzte, die wieder öffnen darf“, sagt Sandro Reichel Geschäftsführer im Western Plus Hotel Bautzen. Die geforderten Maßnahmen würden der Branche enorm weiterhelfen.

Die Branche ist offen für konstruktive Mitarbeit und Gespräche

Aber nicht nur Forderungen stellt der Tourismusverein. Die Unternehmer und Händler stehen offen für Gespräche bereit und möchten bei der Lösung der Problematik mithelfen. Die landesweite Initiative „Leere Stühle“ soll für Aufmerksamkeit sorgen und auch wachrütteln. Denn nur, weil die Gastronomie- und Hotelbranche wieder öffne darf, heißt das noch lange nicht, dass die Existenzängste und finanziellen Nöte in der Branche überstanden sind. Ein langer und weiter Weg steht vor den Betreibern, die um ihre Unternehmen kämpfen wollen.

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Kader-News: Filin kehrt zu Eislöwen zurück

Dresden. Vladislav Filin wird in der neuen Saison wieder das Eislöwen-Trikot mit der Nummer 47 tragen. Der Stürmer stand bereits in der Saison 2015/2016 für Dresden auf dem Eis und sorgte, unter anderem im Viertelfinale gegen Bremerhaven, für wichtige Tore. Am Ende erreichten die Blau-Weißen das Halbfinale. Seine Ausbildung genoss der jetzt 25-Jährige bei den Eisbären Berlin. Durch die damalige Kooperation zwischen den beiden Clubs konnte Filin für die Sachsen auflaufen und in Dresden Spielpraxis sammeln. In den letzten Jahren spielte der Linksschütze sowohl für DEL- als auch DEL2-Clubs. Seit der Saison 2018/2019 stand Filin in Straubing unter Vertrag und erhielt in seinem ersten Jahr bei den Tigers auch eine Förderlizenz für den Deggendorfer SC. Nun kehrt „Vlad“ wieder in seine alte Wirkungsstätte zurück und wird für die Eislöwen auf Torejagd gehen. Marco Stichnoth, Sportlicher Berater Dresdner Eislöwen: „Wir freuen uns, dass Vladislav sich für uns entschieden hat. Er kennt Dresden und bringt sehr viel Geschwindigkeit in die ersten beiden Reihen. Die Mannschaft bekommt durch Ihn viel Qualität dazu.“ Vladislav Filin: „Wenn ich an meine Zeit in Dresden zurückdenke, habe ich nur gute Erinnerungen an die Fans, den Club und die Stadt. Die Eislöwen waren meine erste Wahl in der DEL2, denn ich habe mich nicht nur direkt wohlgefühlt, sondern ich weiß auch, dass wir als Team hier etwas erreichen können. Meine Freude wieder das Eislöwen-Trikot zu tragen, ist sehr groß. Außerdem kann ich es kaum erwarten, bald wieder auf das Eis zu gehen.“ (pm/Dresdner Eislöwen)Vladislav Filin wird in der neuen Saison wieder das Eislöwen-Trikot mit der Nummer 47 tragen. Der Stürmer stand bereits in der Saison 2015/2016 für Dresden auf dem Eis und sorgte, unter anderem im Viertelfinale gegen Bremerhaven, für wichtige Tore.…

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