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Sport ist in der Krise wichtiger denn je

Bautzen. WochenKurier sprach mit dem Geschäftsführer des Kreissportbundes Bautzen über die Probleme der Vereine während der Pandemie, Mitgliederschwund und Lösungsvorschläge, wie die Sportstätten mit der derzeitigen Situation umgehen können.

Wie hat sich das Vereinsleben seit der Pandemie bei den zahlreichen Sportvereinen verändert?

Lars Bauer: Vereinsleben bedeutet Gemeinschaft. Und das ist weitestgehend zum Erliegen gekommen. Ein Teil unserer Sportvereine kompensiert dies beispielsweise mit Onlineangeboten, Gruppenchats, Heimtrainingsplänen und Challenges. Da sind die Vereine sehr kreativ und arbeiten mit einer hohen Qualität. Das können jedoch nur Übergangslösungen sein.

Was sind derzeit die Hauptprobleme, mit denen sich die Vereine beschäftigen müssen?

Ohne ins Detail zu gehen, sind es aktuell vor allem die bürokratischen Hürden, die es zu meistern gilt. Dazu zählen unter anderem die Fördermittelbeantragung sowie Nachweisführung und Themen des Vereinsrechts mit Bezug auf Covid-19 und deren Auswirkungen auf den Sportverein, wo Vereine massiv Fragen haben. Auch die Themen Mitgliederschwund, fehlende Neuaufnahmen und auch Einnahmeverluste treffen einige Vereine sehr hart. Die Rahmenbedingungen für die Aufnahme des Trainings- und Wettkampfbetriebes gestalten sich dadurch als zunehmende Herausforderung.

Wie kann der Kreissportbund den Vereinen im Landkreis Bautzen Unterstützung anbieten?

Mit unseren Aktionen »Fit für den Neustart« in den Bereichen Trainingseinestieg, Hygienemaßnahmen, Vereinsrecht und Bildung, unterstützen wir unsere Sportvereine auf den unterschiedlichsten Vereins-ebenen. Darüber hinaus rufen wir die Sportereine auf, sich bei Fragen und Problemen bei uns zu melden. Nicht immer haben wir eine passende Lösung, häufig jedoch hilfreiche Tipps. Auch andere Kreis- und Stadtsportbünde aus Sachsen übernehmen nun diese Aktion, was uns zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.

Ist die Befürchtung wahr geworden, dass viele Vereinsmitglieder ihre Mitgliedschaft beendet haben?

Grundsätzlich haben wir jährlich immer eine Fluktuation bei den Vereinsmitgliedschaften. Einerseits verlassen Leute den Verein, u.a. aufgrund von Interessenswechsel, altersbedingt oder wegen Umzug. Andererseits treten neue Vereinsmitglieder wieder ein. Über viele Jahre verzeichnete der Sport so mehr Eintritte als Austritte. Für 2020 fehlen dem Sport insbesondere die Neueintritte. Aber leider haben wir auch Vereine mit einem enormen Mitgliederschwund.

Können Sie als Kreissportbund der Pandemie etwas Positives abgewinnen?

Die Sportgemeinschaft rückt näher zusammen und wir befinden uns in einem noch engeren Austausch mit den Vereinen. Dafür sind wir sehr dankbar. Bei unseren Fachbereichen hat insbesondere unser Bildungssystem einen enormen Zugewinn erfahren dürfen, da wir schnell und flexibel auf die Online-Schulung umstellen konnten. So können wir weiterhin landkreisweit und auch darüber hinaus, vereinsrelevante Themen mit den Vereinen bearbeiten. Auch ist der Sport als Gesundheitsförderer und gesellschaftsrelevanter Faktor stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

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