Sandro Paufler 1 Kommentar

Bundespräsident besucht Sachsen: Von Protesten begleitet

Bautzen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wurde gegen Sonntagmittag (11. Oktober) die Erntekrone in Schmochtitz übergeben. Auf der Fahrt zum Anwesen wurde der Präsident von zahlreichen Landwirten erwartet, die auf der Straße mit ihren Traktoren protestierten und Ihren Unmut durch lautstarkes Hupen deutlich machten.

Auf Einladung des Deutschen Land Frauenverband wurde Steinmeier Pünktlich um 11 Uhr auf dem Anwesen des Bischof-Benno-Haus empfangen. Bevor es zur Übergabe der Erntekrone durch den Land Frauenverband kam, ging es vorher zum Gottesdienst in die Räumlichkeiten und anschließender Führung durch das gesamte Areal. Ministerpräsident Michael Kretschmer sowie Landrat Michael Harig begleiteten diese Veranstaltung.

Ausnahmezustand in Schmochtitz

Der kleine Ort Schmochtitz, in dem über 50 Einwohner leben und oberhalb von Bautzen liegt, wurde dabei völlig auf den Kopf gestellt. Eine große Schar an Medienteams aus Funk und Fernsehen, eine große Anzahl an Sicherheits- und Polizeikräften, der Andrang interessierter Gäste und zahlreicher Landwirte mit ihren Traktoren, verweilten den Sonntag über in der sorbischen Gemeinde.

Angekündigter Bauernprotest sorgte für Aufmerksamkeit

Der LsV Sachsen (Land schafft Verbindung) hatte zur Demonstration am Rande der Veranstaltung aufgerufen. So positionierten sich geschätzte 50 Traktoren an den Straßenrändern des Ortes und protestierten gegen die Folgen der Afrikanischen Schweinepest und der – aus ihrer Sicht – angespannten Situation mit dem Wolf. Die Botschaft wurde deutlich signalisiert: „Bauern in Not, dank Wolf und ASP gibt’s bald kein Brot.“

„Nicht über die Köpfe der Landwirte hinweg entscheiden“

Die Landwirte fordern mehr vorbeugende Präventionsmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest. „Sachsen muss Zäune bauen und die sächsischen Jäger mehr unterstützen, ist die einhellige Meinung der Bauern. Zum Thema Wolf finden die Landwirte die derzeitigen Schutzmaßnahmen nicht ausreichend. „Herdenschutzhunde und hohe Weidezäune bringen nichts. Der Wolf hat seine Berechtigung, aber nicht in dieser hohen Population“, erzählt ein Landwirt aus Pulsnitz, deren Nutztiere Opfer von einem Wolfsangriff waren. Sein Wunsch ist es, den Wolfsbestand auf ein „gesundes Maß zu reduzieren.“

Steinmeier: „Kein einfaches Jahr für die Landwirte“

Bundespräsident Steinmeier betonte bei seinem Besuch, wie wichtig die ländliche Produktion sei und „wie wertvoll Lebensmittel sind und dass Lebensmittel auch ihren Preis haben müssen". Das Jahr 2020 resümierte Steinmeier für die Landwirtschaft als kein einfaches Jahr. Fehlender Regen und die Corona-Krise hätten zu Einbußen und Einschränkungen geführt.

 

 

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Kommentar von Fritz
Gut das die Bauern auf die Straße gehen. Aber leider wird das Steinmeier nicht Interessieren .Es wird nicht nur über die Köpfe der Bauern entschieden, sondern auch über Köpfe der Bevölkerung,