Silke Richter

„Bleibt bitte zu Hause und wir gehen einkaufen“

Hoyerswerda. Gegenseitiges Miteinander und Unterstützung sind derzeit wichtiger denn je. Jugendliche haben sich etwas ganz Besonderes ausgedacht und wollen innerhalb der gemeinnützigen Taschengeldbörse vor allem Senioren helfen. Wir fragten bei Initiator Robin Schäfer nach.

Warum wurde die gemeinnützige Taschengeldbörse gegründet? 

Es begann mit einer Hilfsinitiative die von Maximilian Rother und mir gegründet wurde. Wir beide sind Mitglieder des Jugendstadtrates Hoyerswerda und gehen aufs Léon-Foucault Gymnasium in die elfte Klasse. Die Grundidee hat Maximilian im Jugendstadtrat angesprochen zu der Zeit als die Abschaffung des analogen Fernsehempfangs bei vielen Senioren für Unsicherheiten und Ängste sorgten. Wir wollten diesen Menschen helfen und hatten damals auch schon den Kontakt zum Geschäftsführer der „LebensRäume“, Axel Fietzek der von unserer Idee begeistert war. Er unterstützte uns und somit konnten wir auch damals schon in mehr als 100 Haushalten bei der Umstellung der Fernsehsender helfen. 

Das war für euch auch der Startschuss weiter zu denken? 

Richtig! Wir erledigten die Aufträge und sahen dann in dem Projekt großes Potential und die älteren Leute haben sich sehr über die Hilfe gefreut. Dennoch merkten wir, dass der Jugendstadtrat das hohe Pensum allein nicht schafft. Maximilian und ich wollten das Projekt nicht aufgeben und suchten uns die AWO Lausitz als externen Partner und gründeten die Gemeinnützige Taschengeldbörse unter dem Dach des Kreisjugendwerk der AWO Lausitz wie sie jetzt existiert. Wir wollen einfach in einer Stadt mit vielen älteren Leuten wie Hoyerswerda, den Kontakt zwischen Jugend und Senioren pflegen und den Jugendlichen die Möglichkeit geben, durch soziale Tätigkeit, ein bisschen Taschengeld dazuzuverdienen. In Sachen Technik gibt es keine Altersgruppe, die sich besser auskennt, als die Jugend und viele Ältere haben ihre Probleme damit, aber wollen trotzdem die Vorteile der modernen Technik nutzen. Da sind wir die richtigen Ansprechpartner. 

Momentan brauchen viele Senioren aber vor allem Hilfe bei der Erledigung kleiner, alltäglicher Dinge….

Genau. Das war für uns auch der Grund in der Corona – Krise unsere Hilfe anzubieten. Wir dachten uns, wenn wir schon so ein Projekt haben, dann müssen wir es jetzt voll nutzen und im Kampf gegen Corona helfen. Wir wollen für alle Risikogruppen von Corona in Hoyerswerda einkaufen gehen, für ein kleines Taschengeld. Die Wohnungsgesellschaft sowie die LebensRäume sicherten uns Unterstützung zu und machen Werbung für alle die einen Einkauf oder einen Botengang benötigen. Die Aufträge kommen bei uns rein und wir vermitteln an die Mitglieder der Taschengeldbörse weiter. Die Börsenmitglieder gehen mit einem Einkaufsprotokoll zum Auftraggeber und lassen sich vor der Tür Einkaufsgeld und Einkaufszettel mit einem Sicherheitsabstand geben, auf dem Einkaufsprotokoll wird unterschrieben, dass sich die älteren auch keine Sorgen machen müssen. Dann gehen wir einkaufen und stellen dann den Einkauf mit Rückgeld vor die Tür. 

Wie seht ihr als Jugendliche eigentlich die momentane Situation?

Wir haben uns beim Robert Koch Institut über Hygienemaßnahmen informiert und zusammen mit unserem Menschenverstand, die wichtigsten Hygienemaßnahmen für unsere Mitglieder formuliert. Das hat, zum Schutz aller, oberste Priorität. Meine persönliche Meinung zum Thema Corona: Ich finde es richtig, dass hohe Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Die Corona - Zahlen steigen mittlerweile exponentiell und jeder der sich mit Mathe auskennt, weiß was das bedeutet. Für alle anderen: Es ist kein Spaß mehr! Die Jugendlichen die gesund sind, brauchen sich am wenigsten Sorgen machen, aber wir sollten uns alle vor Augen halten, dass es auch unsere Großeltern treffen könnte, für die das Ganze lebensbedrohlich enden kann. Wenn es nicht bald jeder begreift, wird es wie in Italien oder China enden, aber wenn jeder sein Beitrag leistet, können wir vielleicht noch einige Leben retten. Ich glaube der Großteil der Jugend aus meinem Freundeskreis, sieht das genauso. Der Großteil bleibt zu Hause und kann auch auf Partys, zum Wohle aller, verzichten. Dennoch gibt es immer ein Teil, der den Ernst der Lage nicht versteht und das ganze ins lächerliche zieht. Das ist nicht nur schade, sondern lebensbedrohlich. Wir wollen verhindern, dass ältere Menschen auf die Straße müssen. Denn ihnen schadet das Virus tausendmal mehr als uns.

  • Kontakt Taschengeldbörse
    Für Hilfesuchende: Telefonnummer 016096906988
    Für Schüler die helfen wollen: Telefonnummer 0151 72010072

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Augustusmarkt darf stattfinden

Dresden. Dresdens zweitgrößter Weihnachtsmarkt hat eine entscheidende Hürde zur Durchführung genommen: Matteo Böhme und Holger Zastrow, die beiden Veranstalter, halten ein bestätigtes Hygienekonzept in den Händen. Einfriedung des Areals, Einlasskontrollen, Kontaktnachverfolgung, eine moderate Entzerrung der Marktpagoden und eine deutlich größere Marktfläche sind die Eckpunkte dieses Konzepts. Markttreiben soll vom 25. November bis 3. Januar herrschen. Mit 120 Händlern, Gastronomen, Schaustellern und Angeboten ist der Augustusmarkt in Dresden der zweitgrößte, jüngste und zugleich  der einzige große Markt auf Neustädter Elbseite. Mit seiner modernen Gestaltung als internationaler Flanierweihnachtsmarkt zwischen Goldenem Reiter und Albertplatz sticht er in der sächsischen Weihnachtsmarktlandschaft hervor. Kennzeichnend sind seine 500 Meter lange Weihnachtsallee aus weiß-goldenen Pagoden, der berühmte Blaue Baum, die glitzernde Weihnachtstanne am Gomondai-Platz, die vielen gemütlich gestalteten Weihnachtsstuben und das nicht zu übersehende Riesenrad.   Was passiert, wenn... ? In Dresden hält man noch an der Durchführung von Striezelmarkt und der anderen thematischen Weihnachtsmärkte fest - im Gegensatz zu vielen anderen großen Städten, die ihre Weihnachtsmärkte bereits abgesagt haben wie Bautzen, Chemnitz und Nürnberg. Natürlich müsse man das Infektionsgeschehen weiter beobachten und kann nicht vorhersagen, was wann passiert. Aber „es ist falsch, die Waffen zu zeitig zu strecken“, sagte Holger Zastrow, Mitveranstalter des Augustusmarktes. „Der Marktzeitraum ist lang, für den Augustusmarkt sogar bis 3. Januar. Da kann in jede Richtung noch viel passieren. Außerdem ist die Ansteckungsgefahr im Freien viel geringer als in geschlossenen Räumen. Auf den Besuch von Märkten zurückzuführende Infektionen sind bislang nicht bekannt. Damit dürften Weihnachtsmärkte mit ihren genehmigten Hygienekonzepte mit die sichersten Orte weit und breit sein." Die Weihnachtsmärkte hätten zudem nicht nur eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für sehr viele Akteure in der Region, sondern seien auch für die Seele und das Miteinander der Menschen ausgesprochen wichtig.  Dresdens zweitgrößter Weihnachtsmarkt hat eine entscheidende Hürde zur Durchführung genommen: Matteo Böhme und Holger Zastrow, die beiden Veranstalter, halten ein bestätigtes Hygienekonzept in den Händen. Einfriedung des Areals, Einlasskontrollen,…

weiterlesen

Gruselfaktor bei Halloween auf Hofewiese

Langebrück. Die Hofewiese in Langebrück lädt am Wochenende zum Familienhalloween ein. Unter dem Motto „Fröhlich Gruseln in der Heide" wurde das gesamte Landgut aufwendig dekoriert und mit Gruselfiguren ausstaffiert. Der Biergarten wird zum Gruselgarten. Was ist los? Kürbisse schnitzen, sich schminken lassen, an Feuerkörben stehen, Kürbissuppe, Knüppelkuchen, Hefeklöße essen, Glühwein und Kinderpunsc trinken - Höhepunkt ist der Samstag, 31. Oktober, mit Einbruch der Dunkelheit,  wenn Besucher in Corona-gerechten Kleinstgruppen auf schaurig-schöne Gruselwanderungen in die nahe Heide geführt werden. Wer Glück hat, trifft auf Hans Jagenteufel, den berüchtigten Reiter ohne Kopf. Die Sagengestalt treibt in dieser Zeit in der Dresdner Heide ihr Unwesen. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Kostümierte Gäste sind sehr gern gesehen. Ausdrücklich werden wetterfestes Schuhwerk und entsprechende Kleidung empfohlen. Die Wanderungen werden getaktet. Teilnahmeberechtigungen sind am Samstag vor Ort erhältlich.  Am Sonntag (1. November) lädt die Reitschule von Claudia Bosert ab 14 Uhr zum Ponyreiten auf verkleideten Pferden ein und 15 Uhr ist das Puppentheater Vollmann mit einer neuen Kaspergeschichte zum letzten Mal in diesem Jahr zu Gast. Verkehrskonzept Zwischen 14 und 22 Uhr am Samstag sowie von 11 bis 19 Uhr am Sonntag pendelt im Halbstundentakt zwischen Klotzsche (Käthe-Kollwitz-Platz), Langebrück (Klotzscher Straße, Lindenhof, Sparkasse) und der Hofewiese ein kostenloser Bus-Shuttle der Stadtrundfahrt Dresden. Er fährt immer zur halben und zur vollen Stunde ab Klotzsche (Käthe-Kollwitz-Platz) und Langebrück. Coronaregeln Die Hofewiese ist am Reformationstag von 10 bis 22 Uhr und am 1. November von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Zutritt zur Hofewiese ist wie immer eintrittsfrei, die Kapazitäten sind ausreichend. Allerdings gelten strengere Hygieneregeln. So müssen sich die Gäste zum Zwecke der Kontaktnachverfolgung registrieren, wobei ein Familien- bzw. Besuchergruppenmitglied ausreicht. Der Zugang zum Landgut erfolgt diesmal ausschließlich über den Eingang am Parkplatz (Gänsefuß). Ausklang und Winterbetrieb Mit Halloween stellt die Hofewiese ihren Biergarten auf Winterbetrieb um. Ab November ist die Freiluftwirtschaft wochentags wieder geschlossen, hat aber an den Wochenenden, an allen Feiertagen und zwischen den Jahren von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Nur am 25. Dezember bleibt sie geschlossen. Die Saison endet voraussichtlich am 3. Januar 2021. Die Hofewiese in Langebrück lädt am Wochenende zum Familienhalloween ein. Unter dem Motto „Fröhlich Gruseln in der Heide" wurde das gesamte Landgut aufwendig dekoriert und mit Gruselfiguren ausstaffiert. Der Biergarten wird zum Gruselgarten. Was…

weiterlesen