Silke Richter/ asl

Ab durch die Hecke

Hoyerswerda. Warum gibt es beim Sportclub Hoyerswerda eine so genannte Bonus- oder Inklusionshecke?

Ein scheinbar völlig normaler Freitagmorgen in der VBH – Arena. Die Bürozimmer des Sportclubs sind längst besetzt, die Zimmertüren geöffnet um an diesem sonnigen, warmen Vormittag für etwas mehr Belüftung sorgen zu können. Vereinsmanagerin Sandrina Heise und Geschäftsführerin des Sportclubs Daniela Fünfstück besprechen gerade organisatorische Dinge. Keine leichte und sehr aufwendige Aufgabe in Corona – Zeiten. Plötzlich steht unerwartet ein Mann vor der Tür. Das ist nicht außergewöhnlich beim Sportclub. Diese Situation passiert des Öfteren, wenn potenzielle Sportfreunde sich für das Vereinsleben interessieren und nach Möglichkeiten sowie Sportangeboten direkt vor Ort nachfragen. Erst bei der Frage wie man ihm weiterhelfen könne, erkennen die beiden Mitarbeiterinnen, dass es sich um einen Polizisten handelt, gefolgt von der schnellen Erkenntnis, dass der Beamte sich innerhalb seiner Arbeitszeit wohl kaum über private Freizeitsportangebote informieren wolle.

Stattdessen erklärte der Polizist, dass es an den Außenanlagen vor der VBH – Arena soeben einen Unfall gegeben habe. Ein Herr sei mit seinem Fahrzeug von der Liselotte – Herrmannstraße abgekommen und in die Hecke gefahren, die den angrenzenden Parkplatz vom Rad- und Fußweg räumlich trennt. Das Areal gehört der Stadt Hoyerswerda. Der Sportclub hat die Fläche gepachtet und bewirtschaftet die VBH – Arena sowie deren angrenzenden Außenanlagen. Es ist bereits der dritte Unfall in diesem Bereich, wie SC - Geschäftsführerin Daniela Fünfstück berichtet. Bei einem der früheren Unglücke sei am Unfallort sogar einmal Fahrerflucht begangen worden. Der Täter konnte nicht ermittelt werden. Laut Geschäftsführerin Daniela Fünfstück wurde das Verfahren von den Behörden damals eingestellt.  

Ganz anders lief es beim jüngsten Vorfall dieser Art, bei dem ein Teil der Heckenbepflanzung durch das Unfallfahrzeug zerstört wurde. Auf die Frage des Polizisten ob der Sportclub deshalb Anzeige erstatten wolle, waren sich die beiden Vorstandmitglieder schnell einig, darauf verzichten zu wollen. Wie sich wenig später herausstellen sollte, hatte der Fahrzeugführer aus gesundheitlichen Gründen die Kontrolle über seinen Pkw verloren und kam nach dem Unfall direkt in ein Krankenhaus. Angehörige des Unfallverursachers zeigten sich dem Sportclub gegenüber sehr dankbar und übergaben dem Verein vor ein paar Tagen für den angerichteten Sachschaden eine Spende in Höhe von 50 Euro. Mit dem Geld sollen neue Heckenpflanzen gekauft werden, um die Lücke wieder neu füllen zu können.

Wieder deshalb, weil in genau jenem Bereich nun schon drei Unfälle passierten, und jedes Mal nachgepflanzt werden musste. Das passierte immer wieder mit anderen Heckenpflanzen, so dass in diesem Bereich nun mehrere, verschiedene Arten zusammenwachsen. „Wir nennen sie deshalb scherzhaft Bonushecke oder Inklusionshecke“, berichtet Daniela Fünfstück. Aber solche Dinge lassen sich problemlos ersetzen. Viel wichtiger sei die Unversehrtheit und Gesundheit der betroffenen Menschen, so die Geschäftsführerin des Sportclubs die mit den anderen Vereinsmitgliedern an dieser Stelle eine großes Dankeschön für die 50 Euro -  Spende sagen möchte, verbunden mit der Hoffnung, dass es dem älteren Herren der den Unfall erlitten hat, wieder besser geht.

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Seepferdchen im Sommerferienkurs

Dresden. Normalerweise steht auf dem Stundenplan von Sachsens Zweitklässlern Schwimmunterricht. Vom Beckenrand ins Wasser springen, 25 Meter schwimmen und einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser holen, dann haben die Sieben- bis Achtjährigen das Seepferdchen geschafft.Doch in diesen Schuljahr kam coronabedingt alles anders. Auf Schulschließung und Homeschooling folgte für die Grundschüler seit Mitte Mai nur noch Mathe-, Deutsch- und Sachkundeunterricht.  Stadtrat beschließt Sommerprogramm Weil nicht nur Schwimmunterricht ausfiel, sondern auch in vielen anderen Fächern vieles offen blieb, stellte die SPD-Fraktion im Stadtrat am 25. Juni den Antrag,  kurzfristig 100.000 Euro für die Organisation eines kommunalen Ferienkursprogramm bereitzustellen. Neben kostenlosen Schwimmkursen finden in diesen Tagen auch Kurse in Technik, Medien, Kunst und Musik statt.Erwartungsgemäß groß war die Nachfrage nach den Plätzen für die Seepferdchenkurse. 48 Kinder konnten insgesamt neun Stunden im Schwimmhallenkomplex Freiberger Straße trainieren, rund 30 weitere Kinder wurden an die BallsportArena verwiesen, wo ebenfalls Schwimmkurse stattfinden. Bildungsbürgermeister Jan Donhauser kündigte an, dass für die ehemaligen Zweitklässler in den kommenden Herbst- und Winterferien noch mal solche Kurse angeboten werden. Denn den ausgefallenen Unterricht kann diese Klassenstufe im neuen Schuljahr nicht   nachholen, da bereits die nächsten Seepferdchenanwärter buchstäblich am Beckenrand stehen und die Kapazitäten an Schwimmhallen und -lehrern auf keinen Fall größer werden. Zu viele Kinder können nicht schwimmen Sebastian Halgasch, früher Leistungsschwimmer und Jugendeuropameister, ist Schwimmlehrer am Schulzentrum in Klotzsche und hat gemeinsam mit weiteren vier Lehrern die Ferienkinder  betreut. Er weiß, wie wichtig das Schulschwimmen für die Kinder ist. »Von rund 1.200 Schülern können 500 zu Beginn der 2. Klasse nicht schwimmen«, sagt er. Die Tendenz sei steigend. Zwar bieten viele Kitas bereits Kurse für Fünf- und Sechsjährige an, doch nicht alle Eltern oder Alleinerziehende können es sich leisten, 14 Kurseinheiten zu je 45 Minuten für 285 Euro zu bezahlen.Normalerweise steht auf dem Stundenplan von Sachsens Zweitklässlern Schwimmunterricht. Vom Beckenrand ins Wasser springen, 25 Meter schwimmen und einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser holen, dann haben die Sieben- bis Achtjährigen das…

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Neue Stellplätze für Caravans und Zelte

Radebeul. Wohnmobil- oder Caravanverleiher und -hersteller haben derzeit Hochkonjunktur, denn Urlaub im eigenen Land liegt coronabedingt voll im Trend. Überraschend schnell kamen in den letzten Wochen auch neue Stellplätze in Radebeul und Dresden dazu. So hat Schloss Wackerbarth einen Teil seiner Parkplätze kurzerhand in Flächen für 20 Wohnmobile oder Caravans umgewidmet. Seit 7. August bis Ende Oktober dürfen sie für zehn Euro pro Nacht auf dem vor zwei Jahren zusätzlich in Betrieb genommenen Ausweichparkplatz des Erlebnisweinguts stehen.  Blitzschnell hat auch die Stadt Radebeul reagiert und im Bilzbad Radebeul Campingstellflächen geschaffen. Seit kurzem gibt es hier ein Areal für 40 Zelte und 20 Caravans. Dafür wurden alte Hütten und ungenutzte Kabinen abgerissen sowie abschüssiges Gelände aufgeschüttet.  Sogar Stromanschlüsse und Nachtbeleuchtung gibt es und einen Wohnwagen mit Vorzelt und Campingküche, der gemietet werden kann. Duschen, Sanitäranlagen für die Camper und eine kleine Waschküche wurden im Keller der Bilz-Villa eingebaut. Insgesamt hat die Stadtbäder und Freizeitanlagen GmbH Radebeul 40.000 Euro investiert. Neue Plätze bietet auch die Stadt Dresden an. Seit 15. Juli können Camper einen Teil des weiträumigen Parkplatzes an der Pieschener Allee als Stellplatz nutzen. 40 Caravans finden Platz, das Angebot gilt bis 31. Oktober. Es gibt allerdings auf dem Platz weder Strom noch Wasser, dafür sind die Gäste in wenigen Gehminuten direkt in Dresdens historischer Altstadt. Rings um Dresden gibt es insgesamt rund 1.000 Campingstellflächen. Eine Übersicht über alle Stellplätze gibt es hier Wohnmobil- oder Caravanverleiher und -hersteller haben derzeit Hochkonjunktur, denn Urlaub im eigenen Land liegt coronabedingt voll im Trend. Überraschend schnell kamen in den letzten Wochen auch neue Stellplätze in Radebeul und Dresden dazu. So hat…

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