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Sechs Enkeltrickversuche an einem Tag

Sachsen. Der Polizei sind am Dienstag gleich sechs Fälle gemeldet worden, in denen Betrüger in den Landkreisen Bautzen und Görlitz per Enkeltrick Geld ergaunern wollten.

Am Dienstagnachmittag (5. November) wurde beispielsweise eine Frau aus Gröda angerufen. Die 82-jährige Geschädigte hielt gerade ihren Mittagsschlaf. Der Anrufer weckte sie und sprach ohne Akzent. Er gab sich als Enkel der Frau aus und bat um 25.000 Euro. Geistesgegenwärtig bemerkte die Dame den Betrugsversuch. Die Stimme des Anrufers klang anders als sonst. Zu einer Geldübergabe kam es nicht.

Auch in Pulsnitz und Großröhrsdorf haben am Dienstag unbekannte Täter mit der gängigen Masche ihr Glück versucht. In den Nachmittagsstunden kam es zu drei telefonischen Enkeltrickversuchen. In allen Fällen riefen die Betrüger die Geschädigten an und baten sie um Geld. Eine konkrete Summe nannten die Gauner nicht. Zum Glück ging niemand der Angerufenen auf die Bitte der Täter ein.

In Sproitz hat eine Täterin am Dienstag ebenfalls versucht, eine Seniorin um ihr Geld zu bringen. Sie begrüßte die ältere Dame mit „Hallo Oma“ und gab sich als ihre Enkeltochter aus. Die Gaunerin benötigte 800 Euro. Die Betrogene hatte nur 700 Euro zu Hause. Die unbekannte Frau wollte das Geld um 13 Uhr abholen. Auch hier kam es also nicht zu einer Geldübergabe.

In Horka hat es eine Täterin mit ähnlicher Masche versucht. Auch in diesem Fall meldete sie sich bei der Geschädigten mit „Hallo Oma“. Die ältere Dame bemerkte den Trick anhand der anderen Stimme und brach das Gespräch ab.

Auch in Boxberg hat eine Geschädigte am Kleinen Weg einen Anruf von einer unbekannten Frau erhalten. Es kam in dem Gespräch zu keiner Geldforderung.

Ein Gespräch kann viel bewirken

In allen Fällen ermittelt nun die Kriminalpolizei. In dem Zusammenhang bittet die Polizei erneut darum, mit dem Thema nicht sorglos umzugehen. In einer Mitteilung der Polizeidirektion Görlitz heißt es „Wir möchten Sie in Bezug auf den Enkeltrick sensibilisieren und schützen. Wir bitten alle Personen im Umfeld von potentiellen Opfern um erhöhte Aufmerksamkeit und Wachsamkeit. Angehörige können mit einem Gespräch viel erreichen.“

Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern sollten über die gängigen Maschen am Telefon und an der Haustür aufgeklärt werden. Auch Bankmitarbeiter sollten bei Zweifeln die Kunden darauf ansprechen, heißt es von der Polizei. Sind diese scheinbar nicht belehrbar, sollte die Polizei verständigt werden. Auch Taxi-Fahrer sollten wachsam sein, da Enkeltrickopfer oft ein Taxi nutzen, um das Geld zu besorgen oder um zum Übergabeort zu kommen.  Dabei unterhalten sie sich gerne. Auch Taxifahrer sollten sich im Zweifelsfall bei der Polizei melden.

Welchen immensen Schaden Betrüger mit dem Enkeltrick anrichten können, zeigt beispielsweise ein Fall aus Kaltwasser. Hier hatte im August eine Frau einem vermeintlichen Makler über 26000 Euro übergeben.  

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