Carola Pönisch

Sächsische Semperoper Stiftung gegründet

Sachsen. Neben der "Stiftung Semperoper - Förderstiftung" gibt es seit 6. Oktober eine zweite Stiftung für das weltberühmte Opernhaus. Sie soll unter anderem Geld einwerben für die Förderung junger Künstler und für mehr Open Air - und Außer-Haus-Veranstaltungen in Dresdner Stadtteilen.

  Das Stiftungskapital zur Gründung beträgt 300.000 Euro, das von einem Stifterkonsortium aus Sparkassen-Versicherung Sachsen, Ostsächsischer Sparkasse Dresden, Landesbank Baden-Württemberg sowie der Familie Hubbert aufgebracht wurde.Weitere Fördermittel sollen künftig durch jährliche Mitgliederbeiträge des Stiftungsrates sowie durch Spenden von Unternehmen und Bürgern  in der Region erzielt werden.

Was soll mit dem Stiftungskapital geschehen?

Aufgabe der neuen Stiftung ist es, erfolgreiche Reihen der Oper wie "Oper mobil", "Choralarm" oder das Semper Open Air auf dem Theaterplatz weiterhin zu finanzieren, aber auch andere Spielstätten wie zum Beispiel den Konzertplatz Weißer Hirsch bespielen zu können. Dazu sollen neue Angebote für Kinder und Jugendliche im Bereich Musiktheater kommen, deutlich mehr digitale Angebote in Social Media Kanälen wie z.B. professionelle Livestreams von Aufführungen im Haus sowie die Förderung junger Künstler durch Vergabe von Stipendien. "Allein für die Liveübertragung des Semperoperballs auf den Theaterplatz benötigen wir 150.000 Euro", so Intendant Peter Theiler.

Mit anderen Worten: Die Oper, kultureller Leuchtturm von internationaler Strahlkraft und kulturelles Erbe des Freistaats, soll mehr auf die Stadt und die Region ausstrahlen. Und dafür sollen Förderer und Spenden aus der Region erreicht werden. Von einem "neuen Mäzenatentum" spricht Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Und Intendant Theiler bekräftigt, dass das Haus zwar ein "Premiumbetrieb von Weltrang" sei, aber eben auch eine Rolle aus städtisches Opernhaus spiele. "Um neue Besucherkreise zu erreichen, um in Stadtteilen auftreten zu können und neue Konzepte der Außenbespielung umzusetzen, brauchen wir vor allem das nötige technische Equipement, das wir bisher so nicht haben."

Wie finanziert sich die Semperoper?

Das Budget für alle Sächsischen Staatstheater liegt nach Aussage des Intendanten bei 80 bis 100 Millionen Euro jählich. Wie hoch genau der Anteil für die Semperoper ist, wollte er nicht sage. Der Kostendeckungsgrad, also jener Anteil, den das Haus durch Einnahmen selbst einspielt, lag in Vor-Corona-Zeiten bei 20 Millionen. "Das sind so 35 bis 40 Prozent der Kosten." Rund 300 Vorstellungen gibt es jährlich (auch hier bezogen auf die Zeit bis Ende 2019),von den rund 300.000 Besuchern jählich kommen mehr als 50 Prozent von außerhalb, bei Aufführungen von internationalem Renommé seien es deutlich mehr.

Weitere Gelder akquiriert die Oper über die seit 1992 bestehende Stiftung Semperoper - Förderstiftung, die in den 30 Jahren ihres bestehens etwa 15 Millionen Euro einwarb. "Damit wurden und werden vor allem aufwändige Produktionen und teure Solisten finanziert", so Theiler. Außerdem gibt es noch den Förderverein und den Freundeskreis der Semperoper.

Wer sitzt im Gründungsvorstand der neuen Stiftung?

Neben Vorstandsvorsitzendem Gerhard Müller (Vorstand Sparkassen-Versicherung Sachsen) sind das Ministerpräsident Michael Kretschmer, Joachim Hoof (Vorstand Ostsächsische Sparkasse), Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Oliver Fern (Landesbank BW) und Intendant Peter Theiler.

Wer gehört dem Stiftungsrat an?

Das sind bisher acht Personen: Dr. Andreas Sperl (GF Elbe Flugzeugwerft und Prsäident der IHK Dresden) als Vorsitzender, sowie Viola Klein (GF Saxonia Systemy Holding AG), Rof M. Alter (CEO Euro-Composites S.A.), Prof. Dr. Heribert Hekschen (Notare Heckschen&van de Loo), Frank Müller (R&M GmbH Real Estate & Management), Prof. Dr. Reimund Neugebauer (Präsident Frauenhofer Gesellschaft), Uwe Saegeling (GF Saegeling Medizintechnik Service- und Vertriebs GmbH) sowie Moritz Freiherr von Crailsheim.

 

 

 

 

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