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Nächste Runde in der Diskussion um die Kopfnoten

Sachsen. Das Verwaltungsgericht Dresden hat das Vergeben von Kopfnoten in für die Ausbildungsplatzbewerbung benötigten Zeugnissen für unzulässig erklärt. Das Landesamt für Schule und Bildung wird dagegen Berufung einlegen. Bei der Frage nach dem Nutzen von Kopfnoten gehen die Meinungen auseinander.

Über die Kopfnoten wird in Sachsen momentan fleißig gestritten. Das Verwaltungsgericht Dresden hat im Oktober entschieden, dass „die Ausstellung des Jahreszeugnisses der 9. Klasse und des Halbjahreszeugnisses der 10. Klasse unter Einbeziehung von Kopfnoten für einen sächsischen Oberschüler rechtswidrig“ ist und damit die nächste Runde in einer Diskussion eingeläutet, die seit der Klage eines Schülers seit 2018 läuft.

Das Landesamt für Schule und Bildung kündigte noch am Tag des Urteils an, dagegen in Berufung gehen zu wollen. »Wir wollen an der Einschätzung des Arbeits- und Sozialverhaltens festhalten. Eine Bewertung der sozialen Kompetenzen von Schülern steht für mich nicht zur Disposition“, so Kultusminister Christian Piwarz. Das sieht beispielsweise auch die Handwerkskammer so. „Für viele Ausbildungsbetriebe sind Kopfnoten entscheidend in der Auswahl der Lehrlinge. Fachnoten spielen zwar eine wichtige Rolle, darüber hinaus ist es für Handwerksbetriebe aber vor allem wichtig zuverlässige, fleißige und engagierte Lehrlinge zu finden“, sagt Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden. „Während Vorstellungsgespräche und Praktika oftmals nur Momentaufnahmen darstellen würden, können Lehrer das Verhalten ihrer Schüler über einen längeren Zeitraum einschätzen.“

 

Regelung im Schulgesetz fehlt

In der Urteilsbegründung wird allerdings ausdrücklich betont, dass es bei dem vorliegenden Rechtsstreit nicht um die Frage ging, ob an Schulen im Freistaat Sachsen grundsätzlich Kopfnoten verteilt werden dürfen. Vielmehr besagt das Urteil, das der Gesetzgeber eine Regelung im Schulgesetzt schaffen muss, wenn Kopfnoten auch in Zeugnissen zulässig sein sollen, die für die Arbeitsplatzsuche verwendet werden. Eine solche Regelung fehlt im Sächsischen Schulgesetzt bisher. Die in der Schulordnung des Kultusministeriums enthaltenen Bestimmungen „reichten wegen des intensiven Grundrechtseingriffs nicht aus.“ Nach der Berufung landet der Fall jetzt wieder beim Oberverwaltungsgericht Bautzen. Stimmt das OVG dem Urteil des Verwaltungsgerichts Dresden zu, müsste das sächsische Schulgesetz geändert werden, um Kopfnoten auch weiterhin in Zeugnissen vergeben zu können, die zur Bewerbung genutzt werden. Das OVG hatte bereits in einem Urteil im Mai die Noten in Betragen, Fleiß, Mitarbeit und Ordnung für zulässig erklärt. Allerdings galt dieses Urteil nur für den konkreten Fall des klagenden Schülers und das Verwaltungsgericht Dresden musste im Hauptsacheverfahren über die Rechtmäßigkeit der Kopfnoten entscheiden.

Während sich beispielsweise auch der Lehrerverband und der Sächsische Handwerkstag für die Kopfnoten aussprachen, gibt es zu dem Thema auch andere Meinungen. So sagte beispielsweise Sabine Friedel, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag bereits im Mai: „Wir bleiben dabei: Vernünftiger wäre es, statt starrer Noten eine individuelle Einschätzung zu geben. Hier können Lehrkräfte die sozialen Kompetenzen der Schüler beschreiben und ihre besonderen Stärken herausstellen. Das hätte mehr Informationswert als das Einpressen einer Schülerpersönlichkeit in vier zirka 100 Jahre alte Kategorien – und zwar für die Schülerinnen und Schüler selbst sowie für die Lehrkräfte und die potentiellen Arbeitgeber gleichermaßen.“

Mit dieser Meinung steht sie nicht allein da, wie beispielsweise die Reaktionen auf Twitter zeigen. Dort finden sich unter #Kopfnoten nicht nur Befürworter. So schreibt beispielsweise Martin Walther, Kreisvorstand der FDP Dresden: „Kopfnoten sind ein volkserzieherischer Anachronismus. Die können weg. Das Thema Gemeinschaftsschule ist aber viel wichtiger.“ Ein anderer Nutzer kommentiert: „Kopfnoten sind sicher nicht geeignet, um den Erfolg oder die Wirkung sozialer Bildung abzubilden. Sachsen sollte die Gerichtsentscheidung zum Anlass nehmen und eine zeitgemäße Feedbackkultur in der Bildung entwickeln/einführen, anstatt im ‚das war immer so‘ zu verharren.“

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Monarchs: 18. April Saisonstart

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