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Kein Fassbier: Viele Brauereien am Ende

Sachsen. Geschlossene Kneipen, abgesagte Veranstaltungen und keine Perspektive: Die Corona-Krise treibt viele Brauereien im Land in die Existenzkrise. Der Fassbierabsatz tendiert gegen Null. Die Staatshilfen fließen spärlich oder gar nicht.

Mehr als 300 Brauereien aus ganz Deutschland haben sich nun mit einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Darin machen sie auf ihre gegenwärtige Lage aufmerksam und zeigen Wege auf, um die Branche aus der Krise zu führen. Zu den Unterzeichnern aus Sachsen gehören u.a. die Radeberger Exportbierbrauerei, Feldschlößchen, die Bergquell Brauerei Löbau, die Privatbrauerei Schwerter Meißen, die Stadtbrauerei Wittichenau Eduard Glaab und die Braumanufaktur Tobias Frenzel aus Bautzen.

"Mit den Lockdowns und dem dadurch ausgelösten Zusammenbruch des Fassbiermarktes haben die Brauereien von einem Tag auf den anderen einen maßgeblichen Teil ihres wirtschaftlichen Fundamentes verloren. Ware im Wert von vielen Millionen Euro, deren Haltbarkeitsdatum überschritten wurde, musste bereits vernichtet werden", heißt es in dem Schreiben. Allein im letzten Jahr waren alle Gaststätten, Restaurants, Kneipen und Bars für vier Monate geschlossen. Festveranstaltungen, traditionell ebenfalls ein wichtiges Geschäftsfeld der Brauereien, sind sogar seit März 2020 durchgehend verboten. Der Flaschenbierabsatz im Handel, so heißt es weiter, könne die massiven Umsatzverluste im Gastgewerbe und die Einbußen beim Export nicht annähernd auffangen.   

Kaum Hilfen

Anders als die Gastronomie gingen die 1.500 deutschen Brauereien, bis auf wenige Ausnahmen, leer aus. Darunter seien zahlreiche mittelständische Betriebe, die seit Generationen das Brauereihandwerk pflegen. Wenn Bund und Länder hier nicht gezielt, entschieden und schnell mit finanzieller Unterstützung gegensteuern, drohe vielen Brauereien die Insolvenz, obwohl sie bislang solide, nachhaltig und verantwortungsbewusst gewirtschaftet hätten, heißt es. Um Insolvenzen in der Branche abzuwenden, werden konkrete Maßnahmen vorgeschlagen. 

Konkrete Maßnahmen

Die Brauereien fordern, dass auch für verderbliche Ware wie Fassbier, das nun vernichtet werden muss, in gleicher Weise eine Kompensation stattfindet, wie sie dem Einzelhandel für nicht veräußerbare Saisonware zugestanden wird. Ferner sollten auch Brauereigaststätten wie Gastronomiebetriebe behandelt werden. Für sogenannte Mischbetriebe (Gasthof mit Brauerei) liegen die Hürden für die Inanspruchnahme der November- und Dezemberhilfe viel zu hoch.  Die Rückkehr der bis 2003 geltenden „vollen“ ermäßigten Biersteuersätze für kleine, unabhängige Brauereien ist ein weiterer Punkt. Zudem sollte auf zusätzliche steuerliche Belastung (betrifft Zutaten für Biermischgetränke) verzichtet und die einfache Umfinanzierung von KfW-Förderkrediten ermöglicht werden.

Rücklagen aufgebraucht

Durch die Lockdowns haben sich jedoch seit März 2020 auf Seiten der Brauereien immer höhere Verluste angehäuft, die viele nicht mehr aus ihren Rücklagen decken können. Verschärft wird die Situation durch das bestehende Veranstaltungsverbot. Die Brauereien appellieren daher an Bund und Länder, eine verantwortbare, transparente und wissenschaftsbasierte Öffnungsstrategie für die besonders betroffenen Branchen vorzubereiten und umgehend umzusetzen, sobald es die Infektionslage erlaubt.

 

 

 

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