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"Ich will als Mann wahrgenommen werden"

Sachsen. Eigentlich hätte Conchita (29) alias Tom Neuwirth allen Grund Trübsal zu blasen. Wegen geringer Ticket-Nachfrage wurde die geplante Deutschlandtour abgesagt, nur ein einziges Gastspiel in Dresden findet statt.

Sie scheinen kein bisschen traurig zu sein über die Tourneeabsage...

Ich habe wenig übrig für Negativität und richte stattdessen meinen Blick auf das Positive. Anfangs war ich über die unverhoffte Absage meiner großen 11-Städte-Tour „So weit, so gut" ziemlich enttäuscht und traurig. Einzig Dresden hat mir die Stange gehalten, und so darf ich am 18. November während des Internationalen Jazz-Festival im Erlwein Capitol auftreten. Darauf freue ich mich riesig! Wann hat man schon einmal das Glück, solche Ausnahme-Musiker hautnah zu erleben. Ich habe große Ehrfurcht vor ihrem Handwerk.

Gehen Sie jetzt etwa musikalisch fremd?

Natürlich nicht, obwohl ich vom Jazz mit seiner handgemachten Musik und der Verbindung unterschiedlicher Stile und Genres total begeistert bin.

Stimmt es, dass Sie sich mit Ihrem neuen Album „From Vienna With Love" einen lang gehegten Traum erfüllten?

Ja! Zusammen mit den Wiener Philharmonikern, eins der besten Klangkörper weltweit, durfte ich im Wiener Konzerthaus ein Konzert mit Songs und Balladen von meinem Album geben. Zu hören waren Coverversionen berühmter Diven der Musikgeschichte. Das war ein ganz spezieller Abend mit großen Emotionen für mich und mein Publikum, den man so schnell nicht vergisst.

Mal ganz ehrlich, einen gewissen Anteil an Ihrem Erfolg hat doch Ihre Oma?

Und ob! Oma Maria (74) ist die tollste Frau, die ich kenne, sie besucht fast jedes meiner Konzerte. Eines Tages hat sie zu mir gesagt: „Junge, du hast so eine schöne Stimme, sing doch bitte mal deutsch und nicht immer englisch, ich versteh doch sonst nix." Für den Tipp bin ich Großmama heute unendlich dankbar!

Sie hatten schon von klein auf ein inniges Verhältnis zu Ihrer Oma?

Sie hatte, genau wie meine Eltern, nie ein Problem mit meiner Homosexualität. Sie haben schnell gemerkt, dass ich mir schon mit vier Jahren gern Röcke anzog, hübschen Knaben nachschaute und mich nicht selten in sie verliebte. Erst als Zwölfjähriger habe ich verstanden, dass ich anders bin als andere Jungs in meinem Alter.

Haben Sie sich deswegen entschlossen, 2011 ein Pseudonym zu wählen?

Ich wollte damit ein eindeutiges Zeichen gegen Diskriminierung setzen. Meine Kunstfigur sollte es vor allem jungen Menschen leichter machen, die aus irgendeinem Grund anders sind als andere.

Was hat es mit Ihrem Künstlernamen auf sich?

Conchita ist Portugiesisch und steht für ‚attraktive Frau‘. Und den Nachnamen Wurst wählte ich nach der Devise „Es ist wurst, woher man kommt und wie man aussieht..."

Den Nachnamen Wurst haben Sie doch abgelegt, Sie sollen als Mann wahrgenommen werden?

Ja, ich fühlte mich einfach nicht mehr wohl in meiner Haut, wenn ich als Frau und mit „Sie" angesprochen werde.

Ihre Eltern führen im österreichischen 3.000-Seelenort Bad Mitterndorf, wo Sie aufgewachsen sind, einen Gasthof. In den Familienbetrieb einsteigen...

...wollte ich nie, ich habe überhaupt kein Talent zum Kochen. Da komme ich lieber als Gast und lasse mir Rindsuppe und Kaiserschmarrn meiner Mutter schmecken.

Wie muss Ihr Traummann aussehen?

Da lege ich mich auf keinen Typ fest. Aber derjenige, dem ich mein Herz schenke, muss auch mein Seelenpartner sein.

Hans Jancke

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Kommentar von nico
hallo ich habe hier einen sehr intressanter Artikel,wie du deinen traum seelenpartner finden wirst.
https://bit.ly/2KA9AGW probiere es doch einfach mal aus.
Mit freundlichen Grüßen