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Fast jeder Vierte hat Rücken

Sachsen. Der Krankenstand ist im vergangenen Jahr im Landkreis Görlitz gestiegen. Bei den Nachbarn im Landkreis Bautzen gingen die Fehltage dagegen zurück. Das ergab die jährliche Analyse der DAK. Jeder vierte krankgeschriebene Arbeitnehmer hat Rückenbeschwerden.

Die Arbeitnehmer im Kreis sind häufiger krank als im Landesdurchschnitt. Laut dem jährlichen Gesundheitsreport der DAK-Gesundheit nahmen Ausfalltage aufgrund von Krankheiten 2017 um 0,2 Prozentpunkte zu. Mit 5,2 Prozent hatte die Region einen höheren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (4,5 Prozent). Spitzenreiter waren mit 5,5 Prozent die Landkreise Leipzig und Nordsachsen, den niedrigsten Wert weist mit 4,0 Prozent die Landeshauptstadt Dresden auf.

Das häufigste Problem: Muskel-Skelett-Erkrankungen wie beispielsweise Rückenschmerzen. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile fast 25 Prozent. Damit führt die Diagnose die Liste der Krankheitsursachen in der Region an. Auffällig ist, dass im Kreis Görlitz wesentlich häufiger der Rücken zwickt als im Landesdurchschnitt. Im Kreis sorgten Rückenschmerzen im Jahr 2017 für 135 Fehltage pro 100 Versicherten, in Sachsen sind es nur rund 109.

Landkreis Bautzen

Etwas anders stellt sich die Situation im Landkreis Bautzen dar. Die Arbeitnehmer im Kreis sind im vergangenen Jahr seltener krank gewesen. Die Ausfalltage aufgrund von Krankheiten nahmen 2017 um 0,6 Prozentpunkte ab. Mit 4,4 Prozent hatte die Region einen niedrigeren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (4,5 Prozent).

Das häufigste Problem auch hier Muskel-Skelett-Erkrankungen. Die sind zwar im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2016 um 22 Prozent zurückgegangen (bezogen auf die Fehltage je 100 Versicherter), ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt aber dennoch fast 22 Prozent. Im Kreis Bautzen zwickt der Rücken seltener als im Landesdurchschnitt. Im Kreis sorgten Rückenschmerzen im Jahr 2017 für 93 Fehltage pro 100 Versicherten.

Altersstruktur und veränderte Arbeitswelt

Christoph Ziesch, Amtsarzt im Landkreis Görlitz, vermutet hinter der Statistik für seinen Kreis vor allem zwei Ursachen. Zum einen sei die Altersstruktur in ländlichen Regionen eine andere als in Ballungsgebieten. Da die Menschen hier im Schnitt älter sind, kommen auch häufiger Rückenbeschwerden vor. Zum anderen habe sich die Arbeitswelt verändert, was eine Erklärung für den Anstieg an Rückenbeschwerden im Allgemeinen sein könnte. „Durch die zunehmende Digitalisierung steigt die Immobilität der Arbeitnehmer. Durch vollelektronische Akten muss ich beispielsweise nicht mehr zum Schrank oder ins Archiv gehen, um eine Akte zu holen“, so Ziesch. Dadurch sitzen die Beschäftigten noch länger am Schreibtisch. Und der Rücken beschwert sich irgendwann, wenn keine ausgleichenden Maßnahmen ergriffen werden.

Trotz Schmerzen zur Arbeit

Die große Mehrheit in Sachsen meldet sich mit Rückenschmerzen allerdings nicht krank. 84 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krank zu melden, steigt jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen und dem Chronifizierungsgrad. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigen. All diese Faktoren machen eine Krankmeldung wahrscheinlicher.

Das Fazit der DAK zum Thema Rückenbeschwerden fällt ernüchternd aus: Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Sachsen rund 1,4 Millionen Erwerbstätige unter Rückenschmerzen. Nach Ergebnissen der Umfrage hatten 73 Prozent aller Beschäftigten im vergangenen Jahr „Rücken“. Jeder Vierte hat aktuell Beschwerden. „Leider zeigt sich auch bei uns im Landkreis Görlitz, dass es trotz eines verstärkten Engagements im Betrieblichen Gesundheitsmanagement noch keine signifikante Verbesserung gibt“, so Andreas Motzko, Chef der DAK-Gesundheit in der Region. „Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten.“

 

Neues Rücken-Coaching

Mit dem jährlichen Gesundheitsreport will die Krankenkasse Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten geben. „Die fundierten Analysen helfen uns, noch gezielter beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. Damit soll beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt werden“, sagt Andreas Motzko. Als erste Reaktion auf die aktuelle Studie bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort ein neues onlinebasiertes Rücken-Coaching an. Unter dem Titel Rücken@Fit erhalten Betroffene eine verhaltensorientierte individuelle Hilfe bei akuten und chronischen Rückenschmerzen.

 

 

Rätsel Rücken

  • Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Rätsel Rücken – warum leiden so viele Sachsen unter Schmerzen?“ auch, wie verbreitet Rückenleiden bei den Arbeitnehmern im Osten sind.
  • Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Sachsen aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden.
  • Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat mehr als 147.000 Versicherte in Sachsen, davon rund 32000 im Landkreis Görlitz und Bautzen.

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Dresdner Winterzauber auf dem Altmarkt

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