Carola Pönisch

Enso und Drewag bauen gemeinsame Leitstelle

Sachsen. In Dresden-Reick entsteht eine hochmoderne Zentrale zur Überwachung der Strom-, Gas-, Fernwärme- und Wassernetze in ganz Ostsachsen.

Das künftige Herz der Energie-und Wärme und Wasserversorgung für den halben Freistaat wird schon 2021 in Dresden-Reick schlagen. Hier wird derzeit eine neue, hochmoderne Leitstelle gebaut, von der aus Drewag und Enso gemeinsam alle Anlagen und Netze zur Versorgung der Region mit Strom, Erdgas sowie ab 2022 auch Fernwärme und Wasser steuern. Und zwar nicht nur für Dresden, sondern für den gesamten ostsächsischen Raum von Riesa bis Zittau.

Standort: Sehr sicher Aus sechs mach eins. Die neue Leitstelle wird sechs heutige Leitstellen und sechs unterschiedliche technische Systeme ersetzen. Von hier aus werden sämtliche Hochspannungs-, Mittelspannungs- und Niederspannungsnetze, Umspannwerke, Hochbehälter, Pumpwerke, Wärmeübertragestationen, Gasregelstationen, Speichereinheiten und Erzeugungsanlagen überwacht. Anders als in früheren Schaltwarten drehen die Mitarbeiter hier aber nicht mehr an Hebeln, Rädern und Schaltern, sondern sitzen an 18 Computerarbeitsplätzen, die rund um die Uhr besetzt sind. »An der Wahl des Standortes in Reick hat sogar das LKA mitgearbeitet«, erklärt Torsten Schöley, Leiter der zentralen Verbundleitstelle. So könne man eine solche zentrale Schaltstation nicht in der Nähe Anschlagszielen (Schwerindustrie, Gefahrenstoffe) noch Demo-Standorten wie am Hauptbahnhof Dresden bauen.

Neubau blackoutsicher: Im dreigeschossigen Neubau kann im Falle eines totalen Blackouts noch 72 Stunden gearbeitet werden. Dafür werden für die Mitarbeiter Sanitärbereiche gebaut und Speisevorräte angelegt. »Hier schlägt dann das Herz der Energieversorgung«, sagt Enso- und Drewag-Chef Dr. Frank Brinkmann, das dürfe nicht aus dem Takt kommen. Eine Ersatzleitstelle, die zeitgleich am Kraftwerk Nossener Brücke ein einem bestehenden Gebäude aufgebaut wird, dient als zusätzliche Sicherheit.

Netzstabilität: Neben Strom, der von Kraftwerken in die Netze eingespeist wird, gibt es dank Solar- und Photovoltaik heute tausende private Stromerzeuger, die ebenfalls einspeisen. Hier für das richtige Maß an Stromerzeugung und -abnahme zu sorgen und den Stromfluss stabil zu halten, sei die Hauptaufgabe der hochmodernen Netzleitstelle.

Inbetriebnahme: Die Zentrale soll Mitte 2020 fertig sein. Ab Februar 2021 wird von hier aus das gesamte Stromnetz in Ostsachsen überwacht, Ende 2021 folgt das Gasnetz und 2022 werden die Fernwärme- und Wassernetze aufgeschaltet. Insgesamt 24 Millionen investiert der Unternehmensverbund in das äußerst anspruchsvolle Projekt.

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Handtaschendiebstahl mit Happy End

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