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Eine Rechnung zum Jahrestag des Mauerfalls

Sachsen. Ein bundesweit agierender Malermeisterbetrieb hat jetzt eine interessante Rechnung aufgemacht. Sie ermittelten, was es heute kosten würde, die gesamte ehemalige Berliner Mauer auf ganzer Länge mit Farbe zu renovieren.

28 Jahre und 88 Tage lang teilte die Berliner Mauer nicht nur die Stadt Berlin selbst, sondern auch, das zur Bundesrepublik Deutschland gehörende, Westberlin vom Staatsgebiet der DDR. Über insgesamt 111,9 Kilometern Länge und an einigen Stellen bis zu 4,20 Meter hoch, prägten die gewaltigen grauen Betonplatten das Landschaftsbild. Wind und Wetter ausgesetzt, waren für das Bauwerk fortwährend Instandhaltungsmaßnahmen notwendig: 500 Millionen Mark (ca. 36 Millionen Euro) jährlich soll die Wartung der Berliner Mauer gekostet haben, schätzen Historiker. Die nachfolgenden Recherchen zeigen zunächst, wie viel Budget heute nötig wäre, um der Berliner Mauer einen frischen weißen Anstrich zu verpassen. Anschließend wurde ermittelt, was stattdessen eine künstlerische Gestaltung, ähnlich der East Side Gallery, auf ganzer Strecke kosten würde.

Um ein optimales Farbergebnis zu erzielen, sind, neben einer vollständigen Grundierung des Mauerwerk, mindestens zwei Schichten Farbanstrich nötig. Für die Rechnung wurden daher die Materialkosten für die nötige Grundierung und die weiße Mauerfarbe für beide Seiten des Bauwerks mit den finanziellen Aufwendungen für die erforderliche Arbeitskraft addiert.

Neben den Materialkosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro für 85.440 Liter Grundierung und 255.387 Liter Mauerfarbe, hätten vor allem die Lohnkosten in Höhe von 27,4 Millionen Euro gehörig zu Buche geschlagen. Mindestens 311.828 Arbeitsstunden35,6 Jahre (!) – hätten veranschlagt werden müssen, um die 850.440 Quadratmeter große Fläche fachgerecht zu weißen. So hätte die Renovierung der Berliner Mauer heute insgesamt ein Budget von mindestens 29 Millionen Euro verlangt.

Dreimal schneller könnte der Anstrich durch moderne Beschichtungsverfahren, wie ein Airless-Farbsprühsystem, umgesetzt werden. Durch den Verzicht auf die klassische Rolltechnik würden die Lohnkosten um zwei Drittel auf 9,1 Millionen Euro sinken. Mit Kosten in Höhe von 10,8 Millionen Euro wäre die Renovierung der Berliner Mauer auf ganzer Länge mit Unterstützung moderner Technik vergleichsweise günstig.

Das längste zusammenhängende Stück der Mauer ist heute die 1.316 Meter lange East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain, die sich durch zahlreiche, einzigartige Streetart-Pieces auszeichnet. Um die Berliner Mauer beidseitig in diesem Stil zu verzieren, wären etwa 3 Millionen Euro in die erforderliche Graffitifarbe zu investieren gewesen. Hinzu kämen die Lohnkosten für die 425.220 Arbeitsstunden48,5 Jahre (!) – des Graffitikünstlers in Höhe von insgesamt 76,5 Millionen Euro. Zusammen ergäbe sich ein Betrag von 79,5 Millionen Euro für die künstlerische Gestaltung mit Graffitikunst der gesamten Berliner Mauer. Der tatsächliche Kunstwert eines solchen Projekts wäre sicherlich unschätzbar höher.

Nebenbei bemerkt, hätte ein Ostberliner Anstreicher in den letzten Jahren der DDR für das Malern der Berliner Mauer auf ganzer Länge etwa 1,6 Millionen Mark verdient. Das entspricht heute etwa 117.000 Euro. Bei einer, seinerzeit üblichen, Arbeitszeit von etwa 48 Stunden in der Woche, hätte ihn die Aufgabe 125 Jahre lang beschäftigt.

Mehr dazu gibts hier: https://www.weissmaler.de/pm/renovierung-der-berliner-mauer/

 

 

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Ausgebüxter Hyazinthara zurück im Zoo

Dresden. Endlich kann der Zoo Dresden eine sehr erfreuliche Nachricht verkünden, der entflogener Hyazinthara ist wieder sicher zurück im Zoo. Mit Hilfe einer Futterfalle, die an einem festen Futterplatz im Garten einer Dresdner Familie im Stadtteil Leubnitz-Neuostra aufgebaut war, konnte der Vogel am Sonntagmorgen von der Anwohnerin selbst eingefangen werden. Das Ara-Weibchen besuchte täglich diesen vertrauten Futterplatz, den die Anwohnerin regelmäßig mit Futter füllte. Daher war die Chance sehr groß, den Ara an dieser Stelle einfangen zu können. Auch in die Falle, die bereits seit mehreren Tagen an der Futterstelle befestigt war, hatte der Ara von Tag zu Tag immer mehr Vertrauen gefasst, so dass sie sich davon nicht stören lies. An die Klappe des mit Walnüssen präparierten Fangkäfigs war eine Schnurverlängerung angebracht, damit der Schließmechanismus aus einer Entfernung von ca. 5 Metern per Hand ausgelöst werden konnte. Als der Vogel wieder zum Fressen kam und sich die Walnüsse aus dem Käfig holen wollte, schnappte die Falle zu und der Ara saß fest. Die Anwohnerin rief anschließend wie vereinbart sofort im Zoo an und die Zoomitarbeiter holten den Vogel schnell zurück. Er ist nun wohlbehalten im Arahaus untergebracht, wo er sich von der Aufregung erholen soll. Der Zoo Dresden möchte sich an dieser Stelle noch einmal bei allen Bewohnern der Stadt ganz herzlich bedanken, die Hinweise, Nachrichten, Filme und Fotos von dem entflogenen Aras gesendet haben. Nur mit dieser Unterstützung konnten beide Ara schließlich unversehrt wieder einfangen werden. (pm)  Endlich kann der Zoo Dresden eine sehr erfreuliche Nachricht verkünden, der entflogener Hyazinthara ist wieder sicher zurück im Zoo. Mit Hilfe einer Futterfalle, die…

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Rödertalbienen: Kein Sieger im Sachsenderby

Großröhrsdorf. 520 Zuschauer fanden bei sonnigem Herbstwetter den Weg in die Sporthalle Neuplanitz in Zwickau und sie sollten nicht enttäuscht werden. Das Sachsenderby bot bis zum Schluss alles, was sich das Fan-Herz wünscht. Das 24:24 (14:11) – Unentschieden geht durchaus in Ordnung. Die Heimfans und die rund 50 mitgereisten Anhänger der Bienen verwandelten die Halle von Beginn an in einen Hexenkessel. Von dieser Kulisse zeigten sich die Mühlner-Schützlinge deutlich beeindruckt. Zunächst kam der HCR besser in die Partie und verbuchte den ersten Treffer für sich – Meret Ossenkopp (4 Tore) lief von außen ein und verwandelte. In der sechsten Minute erhöhte Julia Mauksch (2 Tore) auf 2:0. Die Gastgeberinnen fanden nun besser ins Spiel, gaben zunehmend den Ton an und drehten mit einem 5:0-Lauf zunächst die Partie. Bei den Bienen lief nicht mehr viel zusammen. Einzig über den Kampf konnten sie etwas gegen die hellwache BSV-Abwehr ausrichten. So tankte sich Tammy Kreibich (2 Tore) in der 13.Minute durch die Abwehr und netzte zum 3:5 aus Sicht des HCR ein. Davon ließen sich die Zwickauerinnen aber nur wenig beeindrucken. Sie bauten ihren Vorsprung bis zum 12:6 nach 21 Minuten sukzessive aus. Immer wieder versuchten die Bienen das Spiel schnell zu machen, erlaubten sich aber in der Vorwärtsbewegung zu viele Fehler. Zwar konnten Brigita Ivanauskaite (5 Tore) und Egle Alesiunaite(2/1 Tore) mit einem sehenswerten Stemmwurf den Rückstand auf 8:12 verkürzen (23.Minute), aber der BSV sah seine Chance, machte weiter Druck und konnte bis zur 25.Minute wieder den alten 6-Tore-Vorsprung herstellen (14:8). Erst die Einwechslung von Grete Neustadt (1 Tor) und die Umstellung auf eine 5:1-Abwehr brachten neueImpulse. Nun waren es die Zwickauerinnen, die kein Rezept fanden. Auf der anderen Seite konnte Neustadt ihre Mitspielerinnen immer wieder gut in Szene setzen. So verkürzten die Bienen den Rückstand bis zur Halbzeitpause nochmals auf 11:14. Die zweite Hälfte startete denkbar ungünstig mit zwei Toren für den BSV zur 16:11-Führung. Den Gastgeberinnen waren inzwischen gut auf die 5:1-Abwehr des HCR eingestellt. Allerdings kamen auch die Bienen etwas besser ins Spiel, sodass sich beide Mannschaften bis zum 18:13 in der 36.Minute weitestgehend neutralisierten. Cheftrainer Mühlner brachte nun Jasmin Eckart (3 Tore), die heute eine gute Partie ablieferte, und stellte wieder auf die 6:0-Abwehr um. Die Gäste schienen sich noch nicht mit der drohenden Niederlage abzufinden und waren plötzlich am Drücker. Mit einem Mal stimmte die Zuordnung in der HCR-Abwehr und Torfrau Ann Rammerparierte gleich mehrere Würfe auf ihr Tor. Durch die gute Defensivleistung beflügelt, lief es nun auch im Angriff. Mit einem 6:0-Lauf drehten sie das Spiel und führten zum ersten Mal seit der Anfangsphase wieder mit 19:18 (44.Minute). Esentwickelte sich ein echter Krimi, welcher beidenFanlagern den Atem nahm. Keines der beiden Teams konnte für die Vorentscheidung sorgen. Die Bienen, bei denen Eckart und Thilde Boesen (1 Tor) am Kreis standen, legten vor, doch der BSV zog immer wieder nach. In der 56.Minute konnte Rammer zwei Würfe auf ihr Tor parieren, aber die Abpraller blieben jeweils in Besitz der Zwickauerinnen. Diese nutzen beide Chancen eiskalt und gingen erneut mit 24:23 in Führung. Knapp zwei Minuten vor Schluss glich Ivanauskaite wieder zum 24:24 aus – die Fans der Bienen standen Kopf. In der heißen Schlussphase scheiterte Jenny Choinowski (3/1 Tor) mit einem 7-Meter-Strafwurf am Pfosten. Der HCR kam 40 Sekunden vor Schluss nochmals in Ballbesitz,konnte seine Chance aber nicht mehr nutzen. So trennten sich beide Mannschaften leistungsgerecht mit 24:24 (14:11). Nach der ersten Halbzeit können die Rödertalbienen von einem gewonnen Punkt sprechen, nach der Zweiten  eher von einem Verlorenen.  HCR-Trainer Frank Mühlner: „Wir haben heute nur schwer in die Partie gefunden. Im Angriff leistete sich meine Mannschaft zu viele einfache Fehler. Dann habe ich gleich mehrfach die Varianten gewechselt. Auch das hat uns zunächst nicht wirklich geholfen. Mit dem Punkt bin ich zufrieden. Nächste Woche kommt dann ein ganz schweres Heimspiel gegen TV Beyeröhde-Wuppertal auf uns zu.“ Florian Triebel 520 Zuschauer fanden bei sonnigem Herbstwetter den Weg in die Sporthalle Neuplanitz in Zwickau und sie sollten nicht enttäuscht werden. Das Sachsenderby bot bis zum Schluss alles, was sich das Fan-Herz wünscht. Das 24:24 (14:11) – Unentschieden geht…

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