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Eggerts SachsenWind – Tränen

Dass der Einbruch ins Grüne Gewölbe in die an Ereignissen reiche Geschichte des Kunstraubes eingehen wird, sagten schon kurz nach dem Geschehen einige Fachleute voraus. Als Sachse, als geborener Dresdner glaubt man das sofort. Dass sich Dresdner schon kurz nach der Tat am Schloss einfanden und, als sie mitbekamen, die Nachricht sei keine Falschmeldung, in Tränen ausbrachen, mag auf den auswärtigen Nachrichtennutzer ein wenig aufgesetzt gewirkt haben. Für den Sachsen, den geborenen Dresdner zumal, war es das nicht.

Sicher: Der Schatz, der da angegriffen worden ist, hat etwas mit dem starken August und seinen Nachfolgern auf dem Thron zu tun. Doch eigentlich ist er der Schatz der Sachsen: Woher bitte kamen die Millionen, um ihn mit Kunstsinn und Repräsentationslust zusammentragen zu können? Aus Steuergroschen der Sachsen. Und denen ging es zumeist weniger gut als ihren Fürsten.

Entsprechend nachdenklich fielen die politischen Reaktionen auf den Einbruch aus. Überwiegend jedenfalls. Der sächsische AfD-Chef allerdings konnte es nicht lassen: Ob denn »in diesem Land nichts mehr heilig« sei, brachte er angestrengt hervor. Wie bitte? Haben Verbrecher je von Verbrechen gelassen, weil anderen etwas »heilig« gewesen wäre?

Ihr Hans Eggert

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Parkhotel: Bleiglasfenster werden restauriert

Dresden. Als die elf Bleiglasfenster im Herbst letzten Jahres bei Umbauarbeiten im Parkhotel Dresden entdeckt wurden, war Hoteleigentümer Jens Hewaldschnell klar: Hier verbirgt sich eine kleine Kostbarkeit, die unbedingt erhalten werden muss. Jetzt sind die elf Flügelfenster mit insgesamt 44 Bleiverglasungen, die seit den 1980er Jahren hinter einer Trockenbauwand im Blauen Salon verschunden waren, zum Restaurieren in der Glaswerkstatt Körner auf der Tharandter Straße. „Früher habe ich als Jugendlicher im Parkhotel getanzt und gefeiert. Jetzt hat mich meine Arbeit wieder ins Parkhotel zurückgebracht", freut sich Glasermeister Thomas Körner. Er und sein Team reinigen derzeit die Glasscheiben, ersetzen kaputte Glasteile, richten Wölbungen und verkleben Risse. Zur Stabilisierung werden teilweise auch Windeisen an die Fenster angebracht.Ende Januar sollen die Arbeiten beendet sein, dann kehren die Flügelfenster wieder zurück ins Parkhotel, wo Jens Hewald  sie wieder im Blauen Salon sichtbar anbringen wird. Die Glasbilder mit Silberlotmalerei sind der Zeit des Art Déco und Belle Époque zuzuordnen. Die Kunstwerke zeigen unter anderem den Weißen Hirsch, den Dresdner Zwinger und das Schloss Pillnitz. "Unsere Recherche hat ergeben, dass die Fenster der bekannten Firma Urban aus Dresden zuzuordnen sind. Die Kunstwerke stammen von Professor Josef Goller, einem bedeutenden Glasmaler und Lehrer an der Kunsthochschule von Dresden. Schätzungsweise entstanden die Bilder zwischen 1915 und 1920", sagt Glasermeister Körner. Als die elf Bleiglasfenster im Herbst letzten Jahres bei Umbauarbeiten im Parkhotel Dresden entdeckt wurden, war Hoteleigentümer Jens Hewaldschnell klar: Hier…

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