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Eggerts SachsenWind – Kaufmannsladen

Erinnern Sie sich noch an die Stunden vor der Bescherung damals? An die Spannung, ob die Eltern die Puppenstube oder den Kaufmannsladen beim Weihnachtsmann bestellt haben? Klar: Die Puppenstube für Mädels, den Kaufmannsladen für Jungs.

Was bitte ist ein Kaufmannsladen, fragt da die Enkelin den Opa. Mit forschendem Unterton. Wie auch sollte sie die schreiende Fülle dessen, was ihr beim Supermarktbesuch dargeboten wird, mit diesem einst beliebten Spielzeug in Verbindung bringen: eine Holzplatte, drei Pappwände, davor aus Sperrholz zusammengeleimte Regale und der Ladentisch. Darauf Tüten, auf denen »Persil« oder »Salz« zu lesen ist. Und Holzwürfel mit dem Aufdruck »Gute Butter« oder, welch Luxus, »Feinste Schokolade«.

Das Großenhainer Museum zeigt derzeit Kaufmannsläden, Puppenstuben und andere Weihnachtsgeschenke von »damals«. Der Besucher war der einzige an diesem frühen Nachmittag. Sicher Zufall. Hoffte er. Schließlich wäre es interessant zu wissen, was Enkelinnen und Enkel den Großeltern auf deren Frage antworten, wie sie es fänden, wenn ihnen der Weihnachtsmann einen eigenhändig zusammengebauten Kasten aus Pappwänden und Sperrholzregalen samt Tütchen und Kartons vorbei brächte. Mein Tipp: Sie würden das gut finden.

Ihr Hans Eggert

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