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Eggerts SachsenWind – Ein Bierglas-Wurf...

...und weitere Ausfälle – so müsste die vollständige Schlagzeile dieses SachsenWindes lauten. Denn er handelt erstens tatsächlich von einem Bierglaswurf, zweitens vom Ausfall einer Lesung und drittens von einer Reaktion darauf.

Der Wurf ereignete sich in der Dresdner Herkuleskeule. Klar, dort wird seit eh und je kräftig ausgeteilt. Weshalb so manchem DDR-Staatsmachtvertreter das Lachen im Halse stecken blieb. Und noch heute hat mancher Keule-Besucher mit dem Lachen Probleme: Beleidigt von den (seiner Meinung nach linken) Darbietungen warf kürzlich ein Kulturbürger sein Bierglas an einen Kabarettisten-Kopf und verließ dann mitsamt seinen Freunden den Saal – die Keule-Leute schüttelten sich kurz und tapfer und machten weiter.

Der zweite Ausfall: Uwe Tellkamp, bekannt durch den Roman »Der Turm« und für Äußerungen, die »links« nicht eben gelitten sind, sollte im Dresdner Lingnerschloss lesen. Doch der Hausherr, der Schlossförderverein, lud ihn aus: Tellkamp könnte die notwendige »Neutralität« verletzen und Proteste provozieren. Was, dies der dritte Ausfall, beim Chef des Staatsschauspiels auf Zustimmung stieß. Und weshalb zu fragen ist, ob vor einem Theaterbesuch in Dresden künftig politische Überprüfungen stehen.

Ihr Hans Eggert

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