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Eggerts SachsenWind – Das normale Leben eben

Nein, wir wollen hier keinen sächsischen Skandal lostreten, nur weil jüngst im Nachbarland Thüringen die politischen Skandalwellen hochgeschlagen sind. Auch riecht der Fall, um den es geht, nicht wirklich nach Skandal, sondern eher nach normalem Leben: Sachsens Umweltminister betreibt privat eine Kläranlage, die seit dem Jahr 2016 nicht mehr betrieben werden dürfte. Sie reinigt das Abwasser nämlich nicht, wie vorgeschrieben, »vollbiologisch«.

Damit ist der Grünen-Politiker einer von einigen tausend Sachsen, deren Kläranlagen das Dreckwasser nur nach dem vorletzten Stand der Technik behandeln – sie konnten mangels Finanzen ihre Anlagen bislang nicht modernisieren, waren Opfer schwieriger Planungs- und Bauarbeiten oder fehlender Baukapazitäten. Auch Wolfram Günter verweist in seinem Fall auf objektive Verzögerungsgründe und verspricht, noch 2020 die vollbiologische Kläranlage in Betrieb zu nehmen. 

Das ist dann auch äußerst dringlich. Denn inzwischen sind, wie zu hören, einigen der Kläranlagenschuldner von den zuständigen Ämtern schon mal Busgeldbescheide und einem sogar »Erzwingungshaft« für den Fall angedroht worden, die Kläranlagengesetzlichkeit werde weiter nicht eingehalten. Das normale Leben eben.

Ihr Hans Eggert

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