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Eggerts Ostwind – Zur Not – Telefon

Bundes-Sozialminister Hubertus Heil will etwas gegen die Altersarmut tun, die Millionen sogenannter Geringverdiener nach einem langen Arbeitsleben droht. Kleine Renten sollen danach um rund 450 Euro aufgestockt werden. Voraussetzung: 35 Beitragsjahre. Dafür gab es Beifall. Zumindest aus jenem Teil des Volkes, dem das dereinst zugute käme. Die Antworten auf Fragen nach den Kosten und den notwendigen Geldquellen blieben ein wenig undeutlich. »Eine mittlere einstellige Milliardensumme« war immerhin heraus zu hören und das Wort »Steuerzahler«.

Nur einen Tag später meldete sich der Bundes-Finanzminister – mit seinen Zukunftsvisionen. Die fetten Jahre wären vorbei, »eine mittlere einstellige Milliardensumme« pro Jahr werde bald im Steuersäckel fehlen, Sparsamkeit sei angesagt. Heils Rentenplan erwähnte Olaf Scholz erst gar nicht.

Dies nun nervte die Bundeskanzlerin. Sozial- und Finanzminister, forderte sie, sollten ihre Pläne gefälligst aufeinander abstimmen, ehe das Volk informiert (also eher verwirrt) werde. Richtig. Denn schwer dürfte das den Herren nun wirklich nicht fallen. Sie sehen sich wöchentlich am Regierungstisch und immer wieder mal in der Berliner SPD-Chefetage. Und zur Not soll es ja das gute alte Telefon geben.

Ihr Hans Eggert

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