gb

Eggerts Ostwind – Spiegelfechtereien

Zwei Fotos: Links in graubrauner Einfärbung eine ruinöse Hausfassade Marke DDR. Text: »Enteignung? Das Ergebnis kennen wir.« Rechts ein farbiges Neubau-Motiv. Text: »Wohnungen bauen! Nur das hilft.« Die CDU Sachsen bezieht damit Stellung im aktuellen Streit um die »Vergesellschaftung« von Wohnraum als vermeintliches Mittel gegen explodierende Mieten.

Bei Lichte besehen ist eine wie immer geartete Enteignung tatsächlich kein sinnvolles Mittel gegen unangemessene Mietsteigerungen – schließlich entstünde keine Wohnung zusätzlich. Auch soll hier nicht darum herumgeredet werden, welch böses Erbe die DDR-Baupolitik dort hinterlassen hat, wo keine Plattensiedlungen entstanden sind. Ja, und auch richtig ist: Die »Wende« von 1989/90 kam gerade noch rechtzeitig, um schöne alte Innenstädte zu retten. Doch bitte – diese Rettung haben Private ebenso bewerkstelligt wie Genossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften.

Und auch dies sei noch angemerkt: Vor Jahren wurden viele »Platten« (mit viel Steuergeld) platt gemacht und obendrein der soziale Wohnungsbau stark ausgedünnt. Nun herrscht »am Markt« Wohnungsmangel, was die Mieten treibt. Dagegen muss die Politik endlich angehen. Ohne platte Spiegelfechtereien aller Art.

Ihr Hans Eggert

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Landrat und Bürgermeister durch Verfassungsschutz informiert

Bautzen. Um die Städte und Gemeinden zu den Plänen für ein rechtsextremes Siedlungsprojekt und  Jugendzentrums zu informieren, hat Landrat Michael Harig am Mittwoch, 1. Juli 2020, zu einer Beratung in das Landratsamt eingeladen. Zu der kurzfristig anberaumten Veranstaltung waren Vertreter des Landesamtes für Verfassungsschutz, Landeskriminalamt, Polizei und Innenministerium vor Ort, um über die Hintergründe des im Landkreis Bautzen geplanten Projektes zu informieren und die Vertreter von Städten und Gemeinden zu sensibilisieren. Durch das Landesamt für Verfassungsschutz wurde die Ankündigung des neurechten Musiker Chris Ares für ein Siedlungsprojekt im Landkreis Bautzen als ernstzunehmend bewertet. Ähnliche Projekte fänden sich im gesamten Bundesgebiet und passten in die Strategie der Bewegung. Die gute Vernetzung des Rechtsmusikers mit dem lokalen Ableger der als rechtsextrem geltenden Gruppierung „Identitäre Bewegung“ sei ein weiterer Hinweis. Anhaltspunkte, in welchen Städten und Gemeinden das in sozialen Medien angekündigte Projekt genau realisiert werden soll, liegen bisher jedoch noch nicht vor. Für das geplante „patriotische  Jugendzentrum“ habe man die Ankündigung registriert, dass dies in der Stadt Bischofswerda vorgesehen sei. Landrat Harig: „Die Beratung war ein wichtiger erster Schritt, um ein rechtsextremes Projekt im Landkreis Bautzen zu verhindern. Wir freuen uns eigentlich über jeden Zuzug in unsere Region – für völkische Siedlungsprojekte, patriotische Jugendzentren und dergleichen, gilt dieses Willkommen jedoch ausdrücklich nicht.“Um die Städte und Gemeinden zu den Plänen für ein rechtsextremes Siedlungsprojekt und  Jugendzentrums zu informieren, hat Landrat Michael Harig am Mittwoch, 1. Juli 2020, zu einer Beratung in das Landratsamt eingeladen. Zu der kurzfristig anberaumten…

weiterlesen