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Eggerts Ostwind – Späte Erkenntnis

Zugegeben, für manche Zeitgenossen gibt es schon zu viele Jubiläen. Das 500ste der Reformation füllte, man erinnere sich, ein ganzes Jahr. Auch weniger prominente runde Jahres- und Geburtstage bringen es auf hohe Feierwerte. Weshalb die bevorstehenden Jubiläen der friedlichen Revolution, des Mauerfalls und der deutschen Einheit in vielen Kalendern rot oder anderweitig deutlich markiert sind.

Angesichts dessen muss folgender Umstand Erstaunen hervorrufen: Das in dieser Angelegenheit für den Bund federführende Innenministerium, geleitet vom Bayern Horst Seehofer, der sich zugleich Bau- und Heimatminister nennt und immerhin acht Staatssekretäre zu seiner Entlastung beschäftigt, hat, so stellten es langfristig planende und nachfragende Journalisten fest, im Bundeshaushalt kein Geld für Jubelfeierlichkeiten einplanen lassen.

Weil man sparen, der Polizei neue Ausrüstungen verschaffen, gar den Bau dringend benötigter Wohnungen unterstützen will? Mitnichten: Die »Erkenntnis der Notwendigkeit«, die 30. Jahrestage rings um die deutsche Einheit in besonderer Weise zu begehen, habe erst jetzt »substanziell Kontur« angenommen, lässt das Bundesinnenministerium wissen. Volksmündlich ausgedrückt: Es wurde schlicht geschlampt.

Ihr Hans Eggert

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Mavie, die Frühstudentin

Dresden. Wenn Mavie Steguweit an der  TU Dresden in der Vorlesung über »Grundlagen der Zellbiologie und Molekulargenetik« sitzt, dann dürfte sie zu den jüngsten Zuhörern gehören. Denn Mavie ist gerade mal 16 Jahre alt und geht in Riesa zur Schule. Mavie ist jetzt FrühstudentinMit Beginn des Wintersemestern an der Technischen Universität ist sie aber auch eine von insgesamt 36 Schülern, die die Lehranstalt im Rahmen der sogenannten Schüleruni besuchen. Die  gibt es bereits seit 2005. Saßen anfangs neun wissbegierige Schüler unter den Studenten, sind es derzeit insgesamt 1.050.  Mittlerweile ist das Format als studienorientierendes Angebot der Zentralen Studienberatung fest etabliert, Mavie ist exakt die eintausendste Frühstudentin.Schüler frühzeitig an die Uni  bindenFrühstudenten sind besonders leistungsstarke Schüler, die an ausgewählten regulären Lehrveranstaltungen teilnehmen dürfen, um sich so über den Schulstoff hinaus mit einem Wissenschaftsgebiet zu beschäftigen, das sie besonders interessiert und das sie vielleicht auch studieren wollen. Am Ende des Semesters dürfen sie an regulären Prüfungen teilnehmen und erhalten bei Bestehen einen Leistungsnachweis, der in einem späteren Studium an der TU Dresden anerkannt werden kann. »Diese hochmotivierten Schüler an die TU Dresden zu bringen und vielleicht zu binden, ist eine große Chance für die teilnehmenden Fakultäten«, erklärt Katarina Stein, Leiterin der Schüleruni Dresden. Mavie Steguweit wird  ab jetzt jede Woche aus Riesa zu ihrer Vorlesung im Studiengang Molekulare Biologie und Biotechnologie anreisen. »Ich interessiere mich sehr für Genetik und möchte später gern Medizin studieren«, sagt die 16-jährige. »Nach dem Fach Religion fahre ich mit dem Zug nach Dresden zur Vorlesung und nehme nachmittags in meiner Schule wieder am Sportunterricht teil. Da ich Deutsch und Englisch auch an anderen Tagen habe, ist es nicht so schlimm, dass ich den Unterricht verpasse.« Bewerbungen für das Sommersemester an der Schüleruni ab 27. Januar bis 4. März 2020 Teilnahme ist kostenlos www.tu-dresden.de/schueleruni Wenn Mavie Steguweit an der  TU Dresden in der Vorlesung über »Grundlagen der Zellbiologie und Molekulargenetik« sitzt, dann dürfte sie zu den jüngsten Zuhörern gehören. Denn Mavie ist gerade mal 16 Jahre alt und geht in Riesa zur Schule. Mavie ist…

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