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Eggerts Ostwind – Selbstbeerdigung

Es gibt eine deutsche Partei, gegen die schon Bismarck, der »eiserne Kanzler«, antrat – und am Ende klein beigeben musste. Eine Partei, die im gemütlichen Königreich Sachsen zeitweise fast alle Reichstagsmandate erkämpfte und die später – 1918 – mitten in der Weltkriegsniederlage samt folgender Revolution das Land vor Chaos und Zerfall bewahrte. Eine Partei, deren Abgeordnete 1933 den Mut hatten, als einzige im Reichstag gegen die Ermächtigungsgesetze der Nazis zu stimmen, die Jahrzehnte später mit Willy Brandt einen Bundeskanzler stellte, der gegen verbissene Widerstände Brücken zwischen West und Ost baute und damit letztlich zur Epochenwende von 1989/90 beitrug.

Diese Partei, die SPD, existiert seit rund anderthalb Jahrhunderten und hat für's Land viel geleistet und viel geopfert.

Derzeit behaupten deren Spitzenakteure erneut, Verantwortung fürs Große und Ganze übernehmen zu müssen. Wer will, kann den Tanz um die Beförderung eines augenscheinlich ungeeigneten, von der CSU gestützten Bundes-Spitzenbeamten bei gleichzeitiger Opferung eines offenbar geeigneten Spitzenbeamten aus den eigenen Reihen so interpretieren. Man kann das aber auch als Teil der Selbstbeerdigung dieser Partei sehen. Viele Wähler sehen es so.

Ihr Hans Eggert

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