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Eggerts Ostwind – Schwarzrotgold

Nach einem Sommermärchen sieht die Sache diesmal noch nicht aus – aber es könnte ja noch werden. So wie 2006, als unsere Fußballer zwar nicht Weltmeister de facto, aber Weltmeister der Herzen wurden. Und Schwarzrotgold durchs Land wehte. Obwohl zuvor erwartungsgemäß politisch-ideologisch gedrechselte Warnungen vor der inflationären Verwendung der deutschen Farben ausgestoßen wurden: Ein neuer Nationalismus drohe und Abgrenzung und Ausgrenzung dazu.

Das Gegenteil trat damals ein. Schwarzrotgold wehte für weltoffene Lebensfreude.

Derzeit ist wohl eher eine Warnung davor angebracht, Schwarzrotgold einer Partei, der AfD, zu überlassen, die, mit Verlaub gesagt, bei allem medialen Getöse um sie herum nicht wirklich eine mehrheitsprägende ist: Als in Berlin rund 5.000 AfD-Anhänger zum Brandenburger Tor marschierten, waren die Gegendemonstranten eindeutig in der Mehrheit. Doch an schwarz-rot-goldenen Fähnchen mangelte es auf deren Seite. Die flatterten vor allem bei der AfD. So, als sei hier Deutschland versammelt. Dabei ging es vielen Gegendemonstranten gerade um dieses, um das einige, freie, demokratische Deutschland. Das andere nämlich fand, man erinnere sich, in der Geschichte meist unter Schwarz, Weiß und Rot statt.

Ihr Hans Eggert

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