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Eggerts Ostwind – Schnelle Hilfe

Täglich brennt die Sonne, Regen fällt, wenn überhaupt, nur spärlich, Bäume verlieren früh ihre Blätter, Wiesen und Weiden sind braun, das Vieh bekommt die Winter- und Frühjahrsvorräte zu fressen, das Getreide steht dünn, geerntet wird kaum ein Viertel dessen, was sonst in die Scheunen kommt. Szenen eines Weltuntergangsfilms?

Nein, das sind Szenen des deutschen Sommers 2018. Nicht-Landwirte, Urlauber zumal, frohlocken über den »Jahrhundertsommer«, sehen nur beiläufig in TV-Nachrichten Bauern auf ihren dürren Äckern stehen und von einer Katastrophe und unabsehbar großen Verlusten für ihre Kassen reden. Auch Politiker eilen auf die Felder, zeigen sich betroffen, kündigen vor zahlreichen Kameras unbürokratische und schnelle Hilfe an.

Die Landwirte, auch in diesen Fragen erfahren, schreiben Hilfsgesuche, regionale Amtsträger mühen sich redlich, haben Nachfragen, verbesserte Anträge sind nachzureichen, am Ende gibt es die Stempel und Unterschriften. Doch mittlerweile ist das Jahr ins Land gegangen – und Geld nicht geflossen. Denn die Finanzhilfe ist im Bundeshaushalt 2018 eingeplant, muss nun erst in den neuen Haushalt geschaufelt werden. Was, Katastrophe hin oder her, so schnell und unbürokratisch nun doch nicht geht.

Ihr Hans Eggert

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