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Eggerts Ostwind – Sächsische Zumutung

Zwischen Bayern und Berlinern waltet seit Urzeiten keine reine Liebe. Die bajuwarische Bezeichnung »S...preissn« für diejenigen, die in der Gegend siedeln, wo Havel und Spree zusammenfließen, hat es in sich. Auch das Verhältnis zwischen Sachsen und Berlinern soll zuweilen von ähnlicher Zuneigung geprägt sein. In der Hauptstadtpresse jedenfalls sieht man sich dieser Tage veranlasst, ziemlich angesäuert auf eine neue sächsische Zumutung zu reagieren – nachdem irritierende Werbesprüche aufgetaucht sind. Zum Beispiel dieser: »Lieber 2 Stunden fahren, als 13 Jahre warten!«

Das Kleingedruckte des Rätsel-Spruchs: Der Hauptstadtflughafen BER wird nicht fertig, die Airports Tegel und Schönefeld sind nervig überlastet, Leipzig und Dresden dagegen bieten Flughäfen, von denen das werte Publikum abfliegen kann, ohne lange anstehen zu müssen. Nach lockeren nur zwei Stunden Auto- oder Zuganfahrt.

Solch selbstbewusste (Ab-)Werbeversuche aus Sachsen werden von manchen Berliner Machern naturgemäß als nicht eben toll empfunden. Der Sprecher der Flughafengesellschaft etwa spricht humorlos von einem »schlechten BER-Witz«. Schlechter Witz? Klar, über einen Slogan wie »Hauptstadtflughafen auf Sächsisch: Fertsch« kann nicht jeder lachen.

Ihr Hans Eggert

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