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Eggerts Ostwind – Meinungs-Nebel

Einige Wochen schien es so, als hätten die Diesel-Verteidiger die Oberhand im Meinungskampf gewonnen: 100 Lungenärzte hatten ihre entschiedenen Zweifel daran öffentlich gemacht, dass der von Dieselabgasen hinterlassene Feinstaub tatsächlich die befürchteten gesundheitlichen Wirkungen habe. Der Bundesverkehrsminister bemächtigte sich sogleich dieser Fachwortmeldung und suchte nach Möglichkeiten, bislang durch Gerichte verhängte Dieselfahrverbote aufzuweichen. Doch dann diese Meldung: Der Wortführer der Lungenärzte habe einen folgenschweren Rechenfehler eingeräumt!

Erwartungsgemäß nahmen das die Vorredner der Dieselgegner dankbar auf – denn damit konnte der Spieß wieder umgedreht werden. Mitten im lauten Getümmel aber saß die nachrichten-konsumierende Durchschnittsgemeinde, die bei ihrer Meinungsbildung mangels einschlägiger Spezialbildung gemeinhin auf den Beistand kundiger Zeitgenossen baut. Und die sich nun verwirrt mit der Frage herumschlug, welcher Meinung sie sich denn gutem Gewissens anschließen dürfe.

Da aber ist – auch erwartungsgemäß – guter Rat teuer. Wie wär’s also, wenn sich die Fachmenschen zunächst wenigsten auf die Fakten an sich einigten, ehe sie uns im Feinstaub-Meinungsnebel zurücklassen?

Ihr Hans Eggert

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