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Eggerts Ostwind – Klingelschilder

Zugegeben, über die politischen Dimensionen meines Klingelschildes habe ich mir bislang keine Gedanken gemacht. Und auch sonst war das Schild nicht wirklich Anlass irgendeiner Debatte – abgesehen von der mit der Hausverwaltung, die nicht reagierte, als das gute Stück reparaturbedürftig war.

Mit dieser Klingel-Ruhe scheint es nun vorbei. Eine Tageszeitung, die mit großen Schlagzeilen, teilte uns neulich mit: »Datenschutz-Irrsinn – Unsere Klingelschilder sollen weg!«. Ursache der Empörung: die europäische Datenschutzgrundverordnung. Der folgend will jetzt tatsächlich eine Wiener Wohnungsgesellschaft die Mieternamen von den Klingelschildern entfernen, nachdem ein (!) Mieter mit dieser Verordnung gewedelt hat. Auch der deutsche Eigentümerverband »Haus & Grund« empfiehlt seinen 900.000 Mitgliedern, den Klarnamensschildern ein Ende zu bereiten, andernfalls drohten hohe Bußgelder.

Drohen die wirklich? Die Verordnung richte sich gegen die wuchernde automatische Datenerfassung per Internet, der sich Normalbürger zuweilen hilflos ausgesetzt sehen, Klingelschilder seien eher nicht digital und somit nicht Teil des Problems, sagen Datenschützer. Gut zu wissen. Und gut zu wissen auch, dass Schilda (noch) nicht überall ist.

Ihr Hans Eggert

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