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Eggerts Ostwind – Der Vorname

Der Begriff »political correctness« kommt, na klar, aus dem Englischen. Er bezeichnet die durchaus akzeptable Idee, Ausdrücke und Handlungen zu vermeiden, die Menschen beleidigen könnten – wegen der Hautfarbe oder des Geschlechts etwa. Je nach Grundüberzeugung wird er derzeit entweder mit verächtlichem Unterton oder - andererseits - als Waffe im politischen Kampf verwendet.

Die Fronten verlaufen dabei oft unübersichtlich. Weshalb die/der mit der Materie wenig Vertraute rasch an einschlägige Pranger und in Erklärungsnöte gerät. Dass derartiges einfach mal ins Lächerliche gezogen würde, kommt selten vor. Sönke Wortmann, ein deutscher Filmemacher, hat sich das getraut. Sein jüngstes Werk, die Komödie »Der Vorname«, erzählt von einem jungen Paar, das seinen männlichen Nachwuchs mit einem Namen ausrüsten will, der im bildungsbürgerlichen Familienkreis für Gesichtsentgleisungen und spitze Schreie sorgt: Adolf mit »f« (nicht, was angeblich entlastend wirken würde, mit »ph«!).

Die Film-Kritik reagiert eher zurückhaltend. Als Meisterwerk wird das Stück nicht eingeordnet. Dennoch sollte man es sehen. Denn Lachen ist durchaus geeignet, Kopfkrämpfe jeglicher Art zu lösen. Jedenfalls für 91 Minuten. So lange dauert der Streifen.

Ihr Hans Eggert

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