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Eggerts Ostwind – Bauchlandung

Das Spiel wegen eines Abseits zu unterbrechen, gestand neulich ein gestandener Fußball-Schiedsrichter bei seinem Abschied aus dem Schiedsrichterleben, das sei für ihn stets heikel gewesen. Den Pfiff dann auch noch erklären zu sollen – das habe seine didaktischen Fähigkeiten meist überfordert. Denn: »Erklären sie mal ein Bauchgefühl.«

Ähnlich muss es jüngst Jogi Löw ergangen sein, als er nach München reiste, um drei Großen des deutschen Fußballs zu verkünden, in der Nationalmannschaft nicht mehr gebraucht zu sein. Offenbar war er dabei auch einem Bauchgefühl gefolgt. Und auf dem Bauch gelandet.

Denn die betroffenen Herren Müller, Hummels und Boateng haben nicht nur zusammen 250 Länderspiele auf dem Konto, sie brachten 2014 den Weltmeistertitel nach Hause und immer wieder die deutsche Fußballseele zum Schwingen. Weshalb es nicht verwundert, dass diese Scheidung ziemlich geräuschvoll über die Bühne ging. Wundern darf sich der Beobachter über den Arbeitgeber Jogi Löws. Der Deutsche Fußballbund ist immerhin der größte und auch reichste Sportverband weit und breit – und agiert, nein, nicht wie ein Dorfverein. Der würde bei solcher Gelegenheit wenigstens eine ordentliche Abschiedsfeier mit Bier und Bratwurst hinbekommen.

Ihr Hans Eggert

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